Geburtstagssocken

Ein Vorsatz für dieses und die nächsten Jahre: Ein Paar selbstgestrickte Socken zum Geburtstag für jedes Familienmitglied.

Wir sind mit selbstgestrickten Socken aufgewachsen, da die Oma uns immer fleißig versorgt hat. Jetzt kann sie das leider schon lange nicht mehr und die vielen gehüteten Schätze in der Sockenschublade werden langsam immer dünner und labbriger. Da muss man langsam wieder auffüllen, habe ich mir gedacht und meinen ehrgeizigen Plan gefasst. Beschenke ich mich auch selber, macht das vier Paar pro Jahr. Das ist machbar, wenn man fleißig ist.

Den Anfang machen die Socken für den liebsten Papa. In schlichtem grau, weil mir dieses wild gemusterte bei selbstgestrickten Socken nicht so zusagt. Der Bruder mag es wohl, aber das Garn für dieses Jahr ist schon komplett besorgt. Bambus wollte ich drin haben, damit sie schön angenehm zu tragen sind.

socken_papa02_websocken_papa01_webWolle: ONline Supersocke 4-fach Bamboo Uni

Anleitung: Buch „Socken & Co – 55 Ideen zum Stricken“

Hier geht’s zum Ravelry-Projekt.

Geblockt habe ich sie auch noch vorm Verschenken, damit das Maschenbild ein bisschen ebenmäßiger wird. Es war schon vorher okay, aber danach war ich richtig zufrieden. Gleich werde ich direkt die nächsten anschlagen. Es ist noch etwas Zeit, aber besser zu früh als zu spät.

Alles Liebe,

Kathrin

Marie und der Nähplan fürs Jahr

marie_puppe_front_detail_webIch schrieb schon letzten Juli hier von der wundervollen Jacke Marie von StyleARC, in die ich mich verliebte und dessen Schnittmuster ich direkt ordern musste. Leider hat es dann noch einige Zeit gedauert bis ich dazu kam, sie dann auch zu nähen, aber jetzt war es soweit und das möchte ich dem Internet natürlich nicht vorenthalten. Hier kommt meine erste Marie:

marie_body_collageDer Stoff ist, soweit ich mich erinnere, weitestgehend Polyester und hat lilafarbene Glitzerfäden als Streifen eingearbeitet. Die Streifen gefielen mir, auch wenn Glitzer nicht so ganz mein Stil ist, und von der Qualität versprach ich mir nicht viel. Trotzdem hatte ich gehofft, dass es ein tragbares Probemodell sein könnte. Jaja, hier kommt leider der Konjunktiv zum Einsatz. Der Schnitt an sich, gefällt mir sehr gut. Ich werde die Schultern noch ein bisschen verschmälern, aber alles in allem passt es schon sehr gut. Die Nähanleitung ist, wie ich das auch schon im oben erwähnten Beitrag, der sich hauptsächlich um das Fern Top drehte, schrieb, eher dürftig. Ja, das Schnittmuster ist als „Challenging“ eingestuft, aber das kann ich normalerweise händeln und ist auch keine Entschuldigung für so eine rudimentäre Anleitung. Aber das ist halt der StyleARC-Standard. Eigentlich ist da, wenn man mal verstanden hat, wie alles zusammengehört auch keine Zauberei dabei. Soweit war ich beim Zuschnitt aber noch nicht, deswegen ist mein ‚pattern matching‘ eher nicht so gut gelungen, auch wenn ich es versucht habe. Was aber die Innenverarbeitung angeht… Die vorderen Schnittteile sind, wie man auf den Fotos der offenen Jacke erahnen kann, gedoppelt, d. h. man hat am Saum einen Übergang von einlagig zu zweilagig. Hier habe ich die Anleitung schlicht und einfach nicht verstanden und das einfach irgendwie hingeschustert. Jetzt habe ich so eine leise Ahnung, wie man es schöner machen könnte, finde mich da in der Anleitung zwar nicht wieder, aber das kann ich ignorieren. Ferner habe ich die Innenseite der Doppellage noch per Hand an die Nahtzugabe der Prinzessnähte genäht, damit das Ganze sauber aussieht und nicht so unmotiviert offen rumhängt. Davon steht definitiv nichts in der Anleitung…marie_puppe_collageEgal, der Schnitt ist schön und es wäre bestimmt gerade meine go-to Kuscheljacke, wenn nicht dieser furchtbare Stoff nicht nur nicht kuschelig wäre (die Glitzerfäden kratzen und man zieht sich mit kleinsten Blessuren an den Händen Fäden aus dem Stoff), sondern man muss nur ein wenig Schwitzen und es fängt sofort an sehr unangenehm zu riechen. Das kenne ich schon von solchen Polyester-Stoffen und hätte mich vielleicht schon früher eines besseren lehren sollen. Also, note-to-self für den nächsten Stoffkauf: Finger weg von billigem Polyesterkram! Momentan hängt die Jacke also einfach dekorativ über meiner Erna (Schneiderpuppe) und wartet darauf, dass eine Neue zugeschnitten wird und der teure Reißverschluss herausgetrennt wird und eine Wiederverwendung erfährt. Dann wird der Rest wohl im Müll landen.

Auch wenn ich diesen Post damit in nie gekannte Längen treiben werde, möchte ich die Gelegenheit trotzdem nutzen, um meine Nähpläne für dieses Jahr festzuhalten. So viele schöne Pläne schwirren ungeordnet in meinem Kopf, Schnittmuster sind bereits gekauft, Stoff in vielen Fällen auch. Also muss der Knoten in meinem Kopf entwirrt und eine kleine Liste aufgestellt werden, die sicher nicht in Stein gemeiselt sein wird, aber etwas Ordnung schaffen sollte.

Projekte in geistiger Planung sind:

  • 1 Paar Jeans, Ginger Jeans, werde das Schnittmuster von einer Skinny zu einer Straight Jeans ändern, grauer Jeansstoff liegt schon auf Halde
  • 1 Fern Top, wie hier gezeigt, schöner geblümter Stoff in meiner herbstlichen Farbpalette ist auch schon am Start
  • 2 dünnere, lange Hosen, Schnitt von hier weiter verbessern, zwei gestreifte Leinen-Mischgewebe warten auf ihren Einsatz
  • min. 1 legere Bluse, Camas Blouse von Thread Theory, Morgan hat mich einfach mit ihren Versionen, die sie hier gezeigt hat, umgehauen
  • 1 neue Marie Jacke (siehe oben), habe mich noch nicht für einen Stoff entschieden, ist aber genug zur Auswahl
  • 2 – 3 weitere Überziehstrickjäckchen, Stoff ist da, den Schnitt werde ich versuchen einfach von einer Kaufjacke abzunehmen
  • BHs und Pantys, einen BH-Nähkurs habe ich erfolgreich hinter mich gebracht, Material ist gekauft (ich erkenne ‚langsam‘ ein Muster bei mir), es kann losgehen
  • 1 Jacke, Short Duffle Jacket -Caramel-, habe ich schon vor 2 Jahren entdeckt und für absolut machenswert befunden, vor Weihnachten habe ich im Sale den Schnitt erstanden, jetzt muss ich nur noch die Courage finden, mich an dieses Großprojekt zu wagen. Diesen Winter wird das aber nichts mehr

Meinen Mangel an einfachen Shirts habe ich diese Woche durch einen Kauf im Avocado Store behoben. Der Mangel war da, der Kopf sagte mir: „T-Shirts gehen super schnell, der Stoff liegt doch schon bereit, einfach machen“ –  aber trotzdem blieb die nötige Zeit und Motivation aus. Das wurde jetzt mit ein paar schlichten, aber schönen und fair-produzierten Shirts ausgeglichen und sie durften von meiner doch recht langen Liste wieder runter. Jetzt gibt es erstmal nur welche, wenn ich wirklich Lust drauf habe.

So, damit sind die Pläne jetzt geordnet und bereit über den Haufen geworfen zu werden. Man kennt das ja…

Fröhliches nähen und kreativ sein, ihr Lieben!

Kathrin

Was es zu Weihnachten gab – Teil 3

So, weiter geht es mit dem dritten und letzten Teil, meiner Posts über die selbstgemachten Dinge, die letztes Weihnachten unter dem Baum gelandet sind.

Für eine liebe leuchtturmliebende Freundin gab es diese knuddelige Ausgabe eines solchen. Die Anleitung für das Leuchtturmkissen ist von Sabine von Binenstich.

Leuchtturm_totale_web Leuchtturm_angeschnitten02_web       Leuchtturm_details_stickerei_webHier kommen wieder meine Handnähkünste zur Geltung… Sagen wir mal: Ich übe noch. Aber so hat es auch ein bisschen mehr Charme.

Oh je, ich sehe, dass auf dem ersten Bild der Hintergrund wesentlich schärfer ist, als das Kissen. Das kommt davon, wenn man beim Fotos machen im Zeitdruck ist. Zu Weihnachten gab es aber ein neues Objektiv. Damit wird bestimmt alles besser, wenn ich erst gelernt habe richtig damit umzugehen…

Last but not least, ein Klassiker – der Leseknochen. Hier in dreifacher Ausführung, zwei Weihnachtsgeschenke und ein Aufmunterungs-„Kannst du gut gebrauchen“-Geschenk. Im Original, soweit ich weiß, von sew4home, es gibt aber unter „Leseknochen“ auch jede Menge deutschsprachige Anleitungen zu finden.

leseknochen04_web leseknochen01_web  leseknochen03_webKann man irgendwie immer gebrauchen und aus hübschen, bunten Stoffen einfach ein schönes Geschenk!

So, das war es dann von meiner kleinen Serie.

Liebste Grüße,

Kathrin

Was es zu Weihnachten gab – Teil 2

So, weiter geht’s mit den von mir für Weihnachten produzierten Geschenken.

Das hier ist jetzt die knuffige Fraktion. Zunächst gab es einen gehäkelten Big Foot nach einer Anleitung von Lucy Collins alias Lucy Ravenscar aus der Wolle Siena (100% Merino) von Wolle Rödel.

biggie_totale_web

biggie_detail_koepfchen_webbiggie_angeschnitten_webIch war wirklich sehr begeistert von der Anleitung. Ja, sie ist auf englisch, aber ich bin es grundlegend eh gewohnt nach englischen Anleitungen zu stricken und zu häkeln. Die Anleitungen sind meist wesentlich ausführlicher als die deutschen bzw. setzen weniger Basiswissen voraus. Sollte mal eine Maschenart etwas ‚exotischer‘ sein, ist sie meist genau erklärt und es gibt eben auf englisch auch viel mehr und meist auch bessere Anleitungen zu finden, die einem einzelne Maschenarten erklären.
Mein Big Foot (die große Version) ließ sich auf jeden Fall nach der Anleitung super häkeln und ich hab den Kleinen während der Herstellung schon direkt lieb gewonnen. Es war für mich das erste Mal, dass ich ein Kuscheltier gehäkelt habe, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und spiele schon mit dem Gedanken mir auch selber einen zu machen. Hach, er ist einfach zu knuffig und steht dem Beschenkten hoffentlich brav zur Seite und hilft durch schwere Zeiten.

Auf der Suche nach einem originellen Nadelkissen für eine ebenfalls nähbegeisterte Freundin, stieß ich auf diesen kleinen, bananenliebenden Kerl. Hier geht es zur kostenlosen Anleitung von Lady Joyceley.

minion_totale_web minion_detail01_web Er ist nicht perfekt, denn meine Handnähkünste sind, was die Gleichmäßigkeit angeht, sicherlich noch ausbaufähig, aber ist er nicht putzig? Es gibt auch noch eine kleinere Version. Ich hab ihn nicht ausgemessen, aber ich schätze, er ist schon so zwischen 12 und 15 cm hoch. Die Handschuhe und Schuhe sind auch so schon so winzig, dass das wirklich wahnsinnig fummelig war. Wie man das Ganze dann in noch kleiner zusammenschustern soll, ist mir unklar.

Da lässt sich nur noch hinzufügen:

BANANAAAAAA!

Zwei Weihnachtsgeschenke habe ich euch noch zu zeigen. Einen dritten Teil wird es also noch geben.

Alles Liebe,

Kathrin

Was es zu Weihnachten gab – Teil 1

Hallo ihr Lieben,

auch wenn es etwas verspätet kommt: Ich wünsche euch ein frohe neues Jahr und alles Gute für das noch frische Jahr 2016!

Ich hatte versprochen zu zeigen, was es dieses Jahr für meine Liebsten zu Weihnachten gab. Die Fotos sind nicht alle 100%ig scharf. Das Licht kurz vor Weihnachten war eher grenzwärtig, aber wem erzähle ich das. Ist ja das übliche Winterproblem…

Hier möchte ich euch als erstes die aufwändigsten Geschenke zeigen. Ich habe nämlich meine ersten Patchwork-Quilt-Decken genäht! Tadaaa!

quilt_mama_totale01_webquilt_mama_gefaltet03_webquilt_mama_gefaltet02_webquilt_papa_totale01_webquilt_papa_gefaltet02_webquilt_papa_gefaltet03_web

Dazu muss man sagen, ich hatte überhaupt keine Erfahrung – weder im patchworken noch im quilten. Ich habe mir also einfach ein paar schöne Stoffe besorgt (Quelle für die gemusterten Stoffe: Frau Tulpe), etliche 20 cm große Quadrate zugeschnitten (jaja, auch das ist nicht so einfach wie es sich anhört), diese zusammengenäht und alles gebügelt. Fertig war mein Quilt-Top.
Das Innenleben besteht aus einer IKEA-Fleecedecke und gequiltet habe ich mit einem wellenförmigen Stich meiner Maschine. Das war wesentlich anstrengender und aufwendiger als ich mir das vorgestellt hatte. Ständig hing irgendwo irgendwas runter oder staute sich irgendwo, weswegen es schon einiges an Konzentration und Logistik brauchte um alles einigermaßen gerade hinzubekommen (mit dem Wellenstich habe ich es mir hier noch vergleichsweise einfach gemacht) und gleichlang sind die Wellen auch nicht geworden, aber das gefällt mir eigentlich so ziemlich gut.
Das Binding habe ich dann nach der Anleitung von Pattydoo gemacht. Das ist zwar eine einfache Methode, hat mir dann aber an den Ecken nicht so gut gefallen, weil die mir noch recht offen erschienen. Da hab ich dann per Hand noch ein bisschen nachgebessert.

Okay, also, zeittechnisch kein Geschenk für mal eben und sicher auch nichts was ich jedes Jahr vor Weihnachten hinbekommen würde, aber ich habe dieses Jahr früh genug angefangen und die Ergebnisse sind wirklich toll geworden. Die Beschenkten haben sich gefreut und sowas Schönes mehr als verdient!

Das war es dann jetzt erstmal mit dem ersten Teil meiner Weihnachtsgeschenke.

Alles Liebe,

Kathrin

This is not okay! – Katalog

Hallo ihr Lieben,

ich weiß, ich bin wahnsinnig spät dran. Die liebe Susanne hat schon am 03. November den „This is not okay!“ – Katalog herausgebracht. Ein großes Kompliment an Susanne! Er ist wirklich schön geworden. Als ich noch dabei war mich darin hineinzufuchsen, wie ich denn den Katalog in meine Seite einbinde, kamen mir leider andere Dinge dazwischen. Genug der Rechtfertigung… Weiter geht’s.

Greenpeace hat Ende November eine „Repräsentative Umfrage zu Kaufverhalten, Tragedauer und der Entsorgung von Mode“ veröffentlicht und dass nehme ich jetzt nochmal als aktuellen Anlass den tollen Katalog auf’s Trapez zu bringen.

Mich gibt es übrigens auf Seite 89 zu sehen. Ich habe hier schon mal von der „This is not okay!“ – Aktion erzählt. Grundlegend geht es darum, dass wir als Nähblogger gegen die unmenschlichen Bedingungen protestieren wollen, unter denen das meiste unserer Kaufkleidung produziert wird. Ich tue mich schwer „catchy“ Zahlen aus der Greenpeace-Umfrage herauszufiltern, aber ich denke man kann allgemein folgendes sagen: Zu viele Menschen schmeißen Kleidung weg, ohne dass sie kaputt ist oder nicht mehr passt. Ebenfalls bringen erschreckend wenig Leute ihre kaputte Kleidung zum Reparieren zum Schneider oder flicken selbst und auch Schuhe werden nicht immer zum Schuster getragen, wenn etwas dran ist, sondern anscheinend auch lieber weg geschmissen. Kleidung selber machen oder gebraucht kaufen – für mehr als 50% der Befragten ebenfalls keine Option.

Das finde ich auf der einen Seite sehr traurig, auf der anderen Seite kann ich verstehen, dass man ein T-Shirt, dass nicht mehr als 5 € gekostet hat, nicht zum Schneider bringt, wenn der Saum aufgegangen ist. Lohnt sich ja nicht, das kostet bestimmt genausoviel das reparieren zu lassen. Und genau da liegt der Hund begraben. Der Schneider nimmt keine horrenden Preise für das was er tut. Im Gegenteil habe ich schon oft gehört, dass die sich oft gerade so über Wasser halten können. Das Shirt war halt einfach zu billig bzw. der Preis einfach für die Arbeit, die darin steckt, nicht angemessen. Bei solchen Preisverhältnissen kann ich nichts anderes erwarten.

Traurig aber trotzdem, dass viele anscheinend auch keine richtige Beziehung zu ihrer Kleidung haben. Ich besitze zum Teil noch Kleidung, die ich vor 10 Jahren gekauft habe und ich bin jedes Mal wieder ein wenig traurig, wenn ich etwas aussortieren muss, denn fast alle meine Kleidungsstücke mag ich sehr gerne und muss immer daran denken, was ich alles schon darin erlebt habe. Da ist es, finde ich, gar nicht so einfach diese wegzuschmeißen. Von Kleidungsstücken, die ich selber gemacht und die ich damit Schweiß und Herzblut reingesteckt habe, gar nicht zu reden.

Wo will ich nur hin mit diesem Post? Es soll ein Aufruf sein mehr darauf zu achten, wie die Kleidung hergestellt wurde, die man kauft. Es gibt mittlerweile wirklich sehr schöne fair hergestellte Kleidung. Oder natürlich selber machen, wenn man kann und mag. Und dann bitte nur Dinge kaufen (oder machen ;o) ), die man dann auch wirklich wertschätzen kann und richtig gut leiden mag, damit sie nicht beim nächsten Aussortieren auf dem Müll landen. Egal ob man selber oder jemand anderes es hergestellt hat, in jedem Stück steckt jede Menge Arbeit.

So, damit will ich es jetzt mal gut sein lassen. Hinter den Kulissen wird hier eine Menge produziert. Das Meiste ist aber für die diesjährigen Weihnachtsgeschenke, deswegen kann ich das leider erst nach dem Fest zeigen, um hier nicht zu spoilern für die lieben Menschen, die ich damit beschenken möchte…

Wünsche euch eine wunderschöne und hoffentlich besinnliche Adventszeit,

Kathrin

Männersache(n)

Also, ich weiß nicht wie es euch geht, aber gerade zum Geburtstag oder zu Weihnachten oder auch gerne mal zwischendurch, nähe ich gerne mal was für die Mannsbilder in meinem Familien- und Freundeskreis. Das ist gar nicht so einfach, denn ich finde die Dichte an wirklich guten Schnittmustern für Männer ist eher gering. Mit wirklich gut, meine ich zum einen gut gemacht und zum anderen, eben mit dem gewissen Etwas. Schlicht, aber doch etwas Besonderes, aber nicht zu abgefahren, so dass es der normale Mann auch mit Stolz tragen kann.

Ich bin da schon mal bei Dawanda ziemlich mit auf den Bauch gefallen. Ich endete mit einem Schnittmuster welches recht teuer war, ziemlich ungenau, da mit einem groben Bleistift vorgezeichnet und dann eingescannt, und die Anleitung war auch eher so lala. Der Schnitt war von der Passform her okay, aber ich war von der Qualität des ganzen Schnittes und auch dem Preis-Leistungsverhältnis sehr enttäuscht. Ich bin von den PDF-Damenschnittmustern, die ich bis jetzt gekauft habe (und das sind nicht wenige), eine hohe Qualität gewohnt und hatte diese ganz blauäugig auch hier erwartet. Jetzt mag man sagen, da hab ich wohl einfach mal Pech gehabt, aber damals (es ist ungefähr 2 Jahre her) war es das einzige ansehnliche Hoodie-Schnittmuster für Männer, welches ich finden konnte.

Ich habe gerade schon gesehen, mittlerweile ist die Auswahl auf Dawanda etwas besser und das sieht mir auch größtenteils alles professioneller aus. Aber auf der Suche nach guten Männerschnittmustern bin ich dann auf der amerikanischen und damit englischsprachigen Seiten von Thread Theory gelandet. Für jeden, der mit englischen Schnittmustern gut klar kommt, gibt es eine ganz klare Empfehlung von mir. Ich liebe die einfachen, aber trotzdem modernen Designs und bin von der Qualität der Schnittmuster sehr angetan.

Mein Bruder bekam zum Geburtstag ein stark umgemodeltes Strathcona Henley T-Shirt.

bruder_mandarinshirt_ganz_webbruder_mandarinshirt_detail_webDie Fotos sind leider nur zwei ungeschickte Schnellschüsse nach dem Überreichen des Geschenks. Der Stoff ist ein olivgrüner Viskosejersey, der evtl. für mein Design ein wenig zu flutschig war. Aber ich wollte doch so gerne olivgrün und das war alles was auf die Schnelle im Stoffladen „um die Ecke“ zu bekommen war. Zeitmanagment war noch nie so meins. Es sollte ein chinesisch angehauchtes T-shirt mit Mandarinkragen und Knopfleiste mit chinesischem Knotenverschluss werden. Wurde es auch. Das Design ist noch verbesserungswürdig bzw. ein etwas anderer Stoff wäre für diese Kragenvariante vermutlich nicht schlecht. Die Verschlüsse sind aus brauner Baumwollkordel und die „Leder“applikationen aus SnapPap. Für eine erste Version ist es ganz gut und dem Besitzer scheint es auch zu gefallen.

An so einem einfachen T-Shirt, dass ich dazu auch noch stark abgewandelt habe, sieht man natürlich wenig von dem von mir oben gelobten tollen Design… Meiner Nähmaschine sind schon zwei Newcastle Cardigans und ein Finlayson Sweater entsprungen und die sind wirklich riiiichtig gut geworden. Leider habe ich (noch) keine Bilder. Das ist das ‚Problem‘, wenn man Dinge verschenkt. Vielleicht kann ich das nachreichen. Hoffentlich…

Gerade habe ich angefangen an einer Version der Jedediah Pants für den Liebsten zu arbeiten. Davon wird es auf jeden Fall Fotos geben, aber die brauchen noch ein bisschen.

Das hier soll keine Werbeveranstaltung sein, aber ich dachte, vielleicht hat sich die ein oder andere auch schon auf die Suche nach schönen Schnittmustern für Männer gemacht, hatte ähnliche Schwierigkeiten wie ich und kann ein paar Tipps gebrauchen. Oder habt ihr noch andere gute Tipps in dieser Richtung auf Lager?

Liebe Grüße,

Kathrin

 

This is not okay!

Ich kann leider nicht mehr genau sagen wie ich über Susannes Aktion vom Blog mamimade gestolpert bin, aber ich kann nur sagen, dass sie mir damit aus tiefster Seele spricht. In der Aktion geht es darum die unglaublich ausbeuterischen und unwürdigen Bedingungen anzuprangern unter denen das Meiste unserer Kleidung hergestellt wird. Das ist ein Thema was mich schon seit längerem umtreibt und welches auch ein wichtiger Antrieb für mich ist, zu versuchen so wenig Kleidung wie möglich zu kaufen und sehr viel selber zu machen. Da ich mit Leidenschaft nähe, mache ich das natürlich auch gerne, aber selbst für ein simples T-Shirt mag ich nicht in den Laden gehen, denn wenn ich z. B. einen Laden wie H&M betrete und die z. T. lächerlich niedrigen Preise sehe, dann schaudert es mich.

Bei Susanne gibt es hier noch mehr und ausführlicheres zum Thema zu lesen.

Als ich dann Susannes Katalogaktion gesehen habe, hat mich das noch mehr gefreut, denn das ist ein wirklich schöner Weg ein Statement abzugeben und sich an der „This is not okay!“-Aktion zu beteiligen. Also habe ich die Beine bzw. die Nähmaschine in die Hand genommen und mir ein neues Outfit genäht. Here it comes:

this_is_not_okay_02_webthis_is_not_okay_01_webDas Top ist das Fern-Top von StyleARC über das ich hier schon mal geschrieben habe.

Und ja, der Hosenschnitt… Ich versuche mir gerade beizubringen selber Schnitte zu entwerfen. Da ich aber etwas unter Zeitdruck war, konnte ich nicht ganz von Anfang anfangen. Ich habe mir also als Grundschnitt den Schnitt „Pantalon slim“ aus der „Coudre c’est facile“-Zeitschrift Nr. 6 ausgesucht: schmale Hosenbeine in 7/8 Länge, oben ein einfacher Gummizug und eine relativ hohe Bundhöhe. Also, Hosenbeine verlängert und nach unten hin etwas begradigt, Bundhöhe verringert, sodass der Bund unterhalb des Bauchnabels endet, vorne 2, hinten 4 Abnäher eingearbeitet, oben alles etwas enger, Taschen eingebaut und einen Bund hinzugefügt. Geschlossen wird die Hose seitlich über einen Reißverschluss. Es war also ursprünglich mal die „Pantalon slim“, aber jetzt ist es eine ganz andere Hose… Sie sitzt noch nicht perfekt, aber für eine 1. Version bin ich sehr zufrieden und finde ich kann mich so sehr gut auf die Straße wagen. Das muss ja bei den Anfängen im Schnittmusterdesign nicht immer unbedingt der Fall sein.

Die Stoffe sind von einem meiner lokalen Stoff-„Dealer“.

Über die Hose werde ich noch mal einen gesonderten Blogpost schreiben mit anschaulicheren Fotos, damit man Passform und Änderungen besser nachvollziehen kann, aber mit diesen beiden Fotos, die von meinem Bruderherz und seiner besseren Hälfte geschossen wurden (ich wünschte ich könnte sie für jedes Shooting engagieren), möchte ich mich an Susannes Katalogaktion beteiligen und sagen:

TiNO_650

Und weil Donnerstag ist und das ganz offensichtlich für’s Weib ist, geht es zu RUMS.

Macht’s euch schön,

Kathrin

Hochzeitsoutfit in leger

Hier kommt direkt das zweite Hochzeitsoutfit. Dieses Mal war das Thema der Party „maritim“ und sollte nicht ganz so schick sein. Die eigentliche Trauung wurde schon eine Woche vorher im engsten Familienkreis vollzogen und so sollte es bei der Party danach extra nicht so förmlich und angestrengt werden. Entschieden habe ich mich für eine „Toni“ von Milchmonster. Den passenden Jersey und das entsprechende Bündchen wurden dann beim ortsansässigen Stoff-„Holländer“ besorgt. Ein maritimes blau wäre natürlich am naheliegendsten gewesen, aber das ist mal so gar nicht in meiner Herbst-Farbpalette drin. Dieses knallrot zwar auch nicht, etwas anderes mit halbwegs maritimen Muster war aber nicht zu bekommen und ich bilde mir ein dieses knallige rot geht besser, weil es zumindest etwas näher an z. B. karminrot ist. Und dieses schöne Muster, was ich einfach großzügig als Wellenmuster definiert habe, gefiel mir einfach so gut. Hier kommt also „Toni“:hochzeit_leger_ganzIch bin sehr zufrieden. Es ist ein schöner Schnitt und das Kleid ist auf Grund des Jerseys natürlich super bequem. Es wird auf jeden Fall auch nach der Hochzeit noch oft zum Einsatz kommen. Für meine Bedürfnisse ist es evtl. etwas kurz geraten. Ich bin da eher so der ganz-kurz-oberhalb-des-Knies-Mensch. Da das Ideal-Standard-Kleid immer für etwas größere Frauen als mich konzipiert ist, bin ich es gewöhnt, dass sowieso alles immer etwas lang ist. Darum hatte ich mir über eventuell fehlende Länge gar keine Gedanken gemacht. Hätte ich aber die Anleitung richtig gelesen, dann hätte ich erfahren, dass es für eine Körpergröße von 1,65 m konzipiert ist. Da ich nur zwei Zentimeter kleiner bin, hätte ich von selber darauf können kommen, dass ich es noch um eine Kleinigkeit verlängern könnte. So viel Konjuktiv. Hätte ich, hab ich aber nicht und so ist es auch gut. Die nächste Version, die es auf jeden Fall geben wird, wird dann halt ein bisschen länger. Hier noch ein paar Bilder:

hochzeit_leger_collage02

hochzeit_leger_collage01Ich wurde auf der Party mehrmals darauf angesprochen, also scheine ich einen guten Griff gemacht zu haben. Dieses Kleid hat so viele Variationsmöglichkeiten! Ich brenne schon jetzt darauf für den Herbst eine Version mit dem XXL Bubikragen zu machen und vielleicht dann auch gleich mal das Babydoll-Rockteil auszuprobieren. Hach, so viele Pläne, so wenig Zeit. Hauptsache der Stoffschrank ist schon reichlich gefüllt. Na ja, man kennt das…

So, damit geht das hier jetzt wieder zu RUMS und ich bestaune die Werke der anderen „Weiber“.

Bleibt kreativ,

Kathrin

Hochzeitsoutfit in extravagant

Dieses Jahr standen wieder zwei Hochzeiten im Freundeskreis an. Da musste natürlich selbstgenähte Garderobe her. Irgendwann muss ich damit aufhören, denn mein Kleiderschrank würde eigentlich mit wenigen Kleidern auskommen, da ich wenige Gelegenheiten habe, um diese auch auszuführen, aber es fällt mir schwer. So gab es dann dieses neue Kleid:

hochzeit_extra_vornebreit_webDer Schnitt ist aus „Drape Drape 1“ von Hisako Sato und zwar Nr. 17 „Drapiert drapiertes Kleid“. Inspiriert wurde ich während des Japan Sew Alongs dieses Jahr von Lara von 1000Stoff. Ich war so begeistert von Ihrer Version, dass ich beschloss mich auch des Kleides anzunehmen.

Dieses Teil bringt aber einige Schwierigkeiten mit sich. Es besteht zwar ’nur‘ aus zwei Schnittteilen, diese sind aber unter einem wahren Liniengewirr auf dem Schnittmusterbogen auf 6 Teile verteilt, die man dann am Ende zusammenfügen muss. Es hat mich richtig viel Zeit, Mühe und gutes Licht gekostet um alles richtig abzupausen. Stoffempfehlung: matter Jersey. Da es ein festliches Kleid werden sollte, habe ich die Empfehlung überhört und einen Stoff bestellt, der etwas  edler anmutete. So die Theorie. In meinem grenzenlosen Enthusiasmus bestellte ich einen mit Ornamenten gemusterten Stretch-Satin. Ich hätte mich definitiv besser informieren sollen, denn Stretch-Satin heißt natürlich, dass es Satin mit EIN WENIG Stretch ist und nicht, dass es eine Art Jersey mit glänzender Oberfläche ist. Also alles andere als optimal für dieses Kleid. Ich dachte mir aber: Macht nix, ist ja ein weites Kleid – rein kommst du auf jeden Fall, das wird schon! An den Armausschnitten wurde es dann auch schon kritisch, es geht aber noch. Der ’schlimmste‘ Teil (verarbeitungsmäßig) ist unter der Achsel, das sieht man ja kaum. Dann kommt aber hinzu, dass dieser Stoff wesentlich mehr Stand hat, als es so ein Jersey hätte und damit auch wesentlich mehr Stand als es für das Kleid eigentlich vorgesehen ist. Dadurch wird das Ganze natürlich etwas voluminös.

hochzeit_extra_seite_web hochzeit_extra_seite03_webDas machte mich dann doch sehr unsicher. Irgendwie gefiel mir das Kleid gut, aber ich wusste nicht so recht, ob mir dieses Kleid in seiner Fülle nicht zu extravagant ist. Ich bin da ja eher so die Dezente. Also wurde es probehalber zu einem Krimidinnerabend auf Burg Boetzelaer ausgeführt. Hier war die Extravaganz sowieso kein Problem (im Gegenteil, sie war eher der Plan) und da ich mich doch recht wohl fühlte im neuen Gewand, habe ich es auch zur Hochzeit getragen. Hier noch ein paar Fotos.

hochzeit_extra_collage

Es ist ein krasses Kleid und in einem anderen Stoff wäre es sicherlich etwas weniger extravagant geworden, aber irgendwie gefällt es mir und zu manchen Anlässen kann man sowas auch tragen. Vielleicht wird es irgendwann eine zweite Version geben, der Schnitt ist ja jetzt schon abgepaust. Damit ist der anstrengendste Teil schonmal erledigt. Schade eigentlich, denn in dem Buch sind wirklich tolle Schnitte drin. Aber es wird ein Weilchen dauern bis ich mich nochmal an einen wage. Vielleicht nehme ich mir bald Nr. 1 „Locker drapiertes Top“ vor. Da gibt es nur zwei, recht einfache, Teile, das müsste auch unter dem Liniengewirr einigermaßen gut abzupausen sein.

Damit wage ich mich jetzt einfach mal ganz mutig das erste Mal zu RUMS und schaue was die anderen Mädels da so gezaubert haben.