Archiv für den Monat: Oktober 2014

Anfangszeug

Aller Anfang ist schwer. Lang hab ich hier an der Seite rumgebastelt, Hintergründe und Themes gewechselt und war doch immer unzufrieden. Also, den Perfektionismus jetzt einfach mal über Bord geworfen, die Seite so genommen wie sie ist (eigentlich ist sie so ja auch ganz schön) und losgelegt.

Worüber sollte denn so ein erster Blogpost sein? Darüber was ich hier machen will und warum überhaupt, hab ich mir gedacht. Dann kann ich später irgendwann zurückblicken und mich darüber freuen oder wundern, was denn alles geklappt hat bzw. in welche Richtung sich die Dinge dann wirklich entwickelt haben.

Also, in dieses Blog möchte ich alles packen, was an Kreativität und Handwerksgedöne so passiert in meinem Leben. Das wird wohl vor allem viel Genähtes, aber auch Gehäkeltes, Gestricktes und Gebasteltes sein. An diesen Dingen fasziniert bzw. begeistert mich generell, dass man mit seinen Händen Sachen herstellt, die man dann wirklich verwenden und im Alltag gebrauchen kann und die in den meisten Fällen schöner und individueller sind und einem auch, ob der Arbeit, die man hineingesteckt hat, viel mehr bedeuten.

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Das Nähen begeistert mich im Besonderen. Angefangen hab ich schon als kleines Kind, viel von der Mama gelernt und dann über die Zeit mehr oder weniger damit angefangen. Jetzt während der Studienzeit wurde es dann immer mehr, denn je stressiger es wurde und je demotivierender (Forschung ist halt meistens eher nicht nett zu einem), desto mehr habe ich den Ausgleich gebraucht und genossen an der Nähmaschine zu entspannen und (meist) schnell Dinge zu zaubern, die am Ende ein Erfolgserlebnis darstellen und sogar im Alltag genutzt werden können. Zudem macht mich das Geschäftsgebahren der heutigen Bekleidungsindustrie, mit ihrer massiven Ausbeutung und Misshandlung der Menschen, die ihre Kleidung herstellen und dem offensichtlichen Motto „Muss ja nicht von guter Qualität sein, ist nächste Saison sowieso out“, regelmäßig sehr, sehr wütend. Ich habe schon immer ein liebevolles Verhältnis zu meiner Kleidung gehegt und lasse die meisten Kleidungsstücke, wenn sie denn dann wirklich nicht mehr tragbar sind, eher widerwillig gehen. Nachdem ich dann festgestellt hatte, dass Strickstoffe (Jersey, Interlock & Co) doch nicht so schwierig zu verarbeiten sind, wie gedacht, gab es für mich an der Nähmaschine kein halten mehr. Auch die Fähigkeiten eigene Werke zu kreieren sollte her, denn wer findet schon einen Schnitt, der wirklich von Anhieb an die Gegebenheiten des eigenen Körpers angepasst ist? Vor allem, wenn man recht klein ist, die Taille dann schon nicht mehr so sitzt wie gewollt, der Bauch hat ein paar Pölsterchen zu viel… Da könnte ich ewig so weitermachen. Egal, an diesen Fähigkeiten arbeite ich auf jeden Fall noch fleißig. Der erste Shirtschnitt ist schon entstanden, aber noch nicht perfektioniert. Ich werde berichten.

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Zuletzt sei wohl noch das Wollzeug erwähnt. Stricken und Häkeln gemütlich auf dem Sofa vorm Fernseher oder auch ohne bei einer Tasse Tee ist für mich unglaublich entspannend. Meist brauche ich gefühlte Ewigkeiten um mit meinen Strickstücken fertig zu werden, weswegen Winterpullis von mir gerne im Sommerurlaub angefangen werden. Letztes Jahr lag ich am Strand und strickte an meinem ersten Jäckchen. Ich erntete ein paar komische Blicke, aber die Omi unterm Schirm nebenan strickte auch, und zwar Socken, und als das Werk dann im Herbst fertig war, war ich unglaublich stolz.

Wer es bis hierhin geschafft hat, den interessiert es eventuell noch eine Kleinigkeit über den Namen dieses Blogs zu erfahren. Saumzeug entsprang dem Denkorgan meines Bruders und wurde von mir begeistert aufgenommen, denn ich bin nun mal aus dem Pott und da passte mir so „Zeuch“ halt gut in den Kram „und so“. Ich bin hier aufgewachsen und kenne es deswegen kaum anders, aber ich mag es einfach, wenn direkt von der Leber weg gesagt wird, was halt so Sache ist.

Genug geschreibselt, liebes Leserle, willkommen auf Saumzeug! Voller Hoffnung und Zuversicht, dass das hier ein schöner, bunter und voller Ort im Netz wird, grüßt ganz lieb,

die Kathrin