Archiv für den Monat: März 2015

Jugendsünden

Mindestens ein Mal im Jahr miste ich meinen Kleiderschrank aus. Noch gute Kleidungsstücke bringe ich in den Oxfam-Shop in der Nachbarstadt. So fällt es mir leicht großzügig auszusortieren, in dem Wissen damit wirklich etwas Gutes zu tun.

Bei dieser Aktion fielen mir auch einige Kleidungsstücke in die Hände, die ich noch gebrauchen kann, die aber einer kleinen Überholung mit der Nähmaschine bedürfen. Diese Woche habe ich damit angefangen und zwar mit diesem Wickel-Bolero-Jäckchen:

Jugendsuenden_alt_04Mein allererstes Projekt aus dehnbarem Stoff! Vorher habe ich mich nie an dehnbare Stoffe ran getraut, da ich nicht wusste wie man sie richtig verarbeitet. Vorsichtige Versuche an T-Shirtsäumen gingen meistens schief. Dann erfuhr ich, dass sich mit einer Zwillingsnadel schöne dehnbare Nähte produzieren lassen. Das habe ich dann ausprobiert und war sofort begeistert.

Leider kamJugendsuenden_alt_02 ich auf die irrwitzige Idee nicht nur meine Säume damit zu machen, sondern dachte auch es wäre eine gute Idee für alle anderen Nähte. Ich musste ziemlich lachen über meine Unwissenheit, als ich mir das Stück näher angeschaut habe. Die Zwillingsnadel ist super zum säumen, aber für z.B. eine Seitennaht ist sie einfach nicht gedacht. Da klafft die Naht schnell etwas auseinander, folglich sahen die meisten Nähte so aus. Man konnte an fast jeder Stelle das Garn sehen. Heute weiß ich: Nichts geht über einen schmalen Zickzack-Stich (z.B. Stichbreite und -länge 2.0)! Und die Passform? Es war mein erster Burda-Schnitt und ich habe nach bestem Gewissen meine Größe ausgewählt, aber es war einfach viel zu groß.

Die Schultern hingen sonstwo, aber nicht da wo sie hingehören. Die Ärmel waren viel zu lange. Der Rest ließ sich durch geschicktes Wickeln verbergen und ich habe das Jäckchen auch trotzdem getragen. Ich hatte mich einfach so in den Stoff verliebt und fand das alles nicht so schlimm.

Jugendsuenden_alt_03Irgendwann, mit steigendem Wissen um die offensichtlichen Fehler, wurde es mir dann aber doch zu peinlich und ich verbannte es nach hinten in den Schrank. Jetzt habe ich es wiedergefunden und an zwei freien Vormittagen aufgemotzt! Erstmal habe ich die Ärmel abgetrennt und die schlimmsten Nähte mit einem schmalen Zickzack-Stich nachgenäht. Dann habe ich das Armloch angepasst, sodass die Schulternaht auch auf der Schulter sitzt und nach Gefühl nach unten auslaufen lassen. Dabei hatte ich das Glück, dass derselbe Umfang herauskam wie vorher, sodass ich den Ärmel nicht auch noch auftrennen musste. Ärmel wieder eingesetzt und gekürzt, vorne noch etwas Weite rausgenommen, da es sich dort bauschte und fertig!

Jugendsuenden_neu_01_webJugendsuenden_neu_02_webJugendsuenden_neu_04_webWie ihr auf dem Foto mit dem Ausschnitt seht, habe ich damals aus Versehen die Zwillingsnadel falsch rum benutzt, sodass der untere Zickzack-Stich hier außen ist. Ich nehme es als Stilmittel und behaupte das soll so. So schlecht sieht das nämlich gar nicht aus.

Ich freu mich sehr, dass ich das Jäckchen jetzt guten Gewissens wieder anziehen kann. Es ist ein krasser Stoff, aber gerade das gefällt mir sehr. Ich habe ihn damals bei Butinette gekauft. Einen Rest habe ich noch. Wenn es reicht, wird der vor unserem Sommerurlaub noch in einen luftigen Rock verwandelt.

Es war viel Arbeit, aber ich freue mich eine meiner „Jugendsünden“ jetzt mit Stolz wieder tragen zu können. Nähte mit Zwillingsnadel… Ich muss jetzt noch kichern…

Keep on sewing,

Kathrin

 

 

Japan Sew Along – Finale

So, wir kommen zum Finale unseres feinen Sew Alongs. Heutiges Thema ist:

Finale und Fazit: Mehr japanisch nähen?

Also kommt jetzt erstmal eine kleine Bilderflut. Der Liebste hat gestern sein Fotografendebut gegeben und seine Sache außerordentlich gut gemacht, wie ich finde.

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Hemdbluse aus „Nähen im Japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, Vorder- und Rückansicht, „klassische“ Trageweise

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Hemdbluse aus „Nähen im Japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, Vorder- und Rückansicht, mit Gürtel hinten zusammengerafft

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Hemdbluse aus „Nähen im Japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, Detailansicht von vorne

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Hemdbluse aus „Nähen im Japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, winterlich gestylt mit Strickjacke

Meine Hemdbluse, wie hier schon näher beschrieben, gefällt mir sehr gut. Vielleicht muss ich die Schlaufen an der Seite noch ein wenig versetzen. Ich habe das Gefühl beim Tragen rutscht der Gürtel gerne etwas nach oben und dann wird es um die Brust etwas plusterig. Schön ist auch die Variante in der hinten alles gerafft wird und vorne eine engere Silhouette entsteht, aber dafür wird es hinten etwas voluminös.

Vorhang auf für’s Schultercape:

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Schultercape aus „Shape Shape“ von Natsuno Hiraiwa, Vorderansicht

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Schultercape aus „Shape Shape“ von Natsuno Hiraiwa, Rückansicht

Mein Schultercape – es ist ein wirklich schönes Stück geworden. Ganz tiefenentspannt und glücklich sehe ich auf dem Foto mit der Vorderansicht aus und man sieht gar nicht, dass mir furchtbar kalt war, da ein richtig eisiger Wind pfiff. Einziges Manko, wenn man mit dem Cape drinnen unterwegs ist, man bleibt leicht mit dem „Ärmel“ an Türgriffen hängen. Aber das habe ich bei solchen Kleidungsstücken immer. Das Unterziehshirt ist extra als Kombistück nach dem Plantain-Schnitt von Deer & Doe entstanden. Diesen Schnitt kann ich wirklich nur empfehlen. Er sitzt hervorragend und versteckt kleine Problemzonen ganz hervorragend. Wenn ich nicht in einem Augenblick kompletter Unachtsamkeit den Stoff senkrecht zum Fadenverlauf zugeschnitten hätte (das ist mir wirklich noch nie passiert), würde es auch noch ein bisschen schöner fallen.

Mein Fazit zu diesem Japan Sew Along: Auf jeden Fall mehr japanisch nähen! Das Schultercape werde ich auf jeden Fall noch in einer sommerlichen Version nähen. Außerdem habe ich beim Aussuchen meiner Schnitte in den Büchern noch weitere vielversprechende Modelle gefunden, ganz zu schweigen von den tollen Dingen, die die anderen gezaubert haben. Das war hochinspirierend und es müssen auf jeden Fall noch ein paar neue Bücher her.

Außerdem natürlich ein riesiges Dankeschön an Catrin für’s Organisieren! Es hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht. Außerdem fand ich, dass es wirklich eine supernette Runde war und ich hab mich so sehr über die vielen Kommentare gefreut. Für mich als relativer Neuling war das sehr aufregend. Die anderen Teilnehmer des Finale Nr. 2 findet ihr hier.

Dazu noch eine kleine Anmerkung: Ich hätte gerne noch viel mehr kommentiert, aber bei einigen die Blogger benutzen gab es die Funktion per Name/URL zu kommentieren nicht, deswegen ging das für mich nicht. Bei manchen Blogger-Blogs gibt es diese Funktion bei anderen nicht. Ich dachte, vielleicht ist das gar nicht so gewollt und man nimmt sich dadurch evtl. ein paar Kommentare weg. Das wäre ja schade!

Alles Liebe,

Kathrin

Japan Sew Along – Garnnotstand

Es geht weiter mit dem Japan Sew Along. Heute wird gefragt:

Kommt Ihr mit Euren Änderungen weiter?
Oder ist in der Zwischenzeit noch ein weiteres Stück entstanden?

Mein Schultercape habe ich ja schon letzte Woche gezeigt. Daraufhin ist dann meine Hemdblusen/Tunika aus „Nähen im japanischen Stil“ (Modell 8 a/b) entstanden.

JSA_Hemd_puppe_ganz_webFast fertig, denn: Mir ist doch tatsächlich das Garn ausgegangen. Ich hatte es extra für dieses Projekt gekauft, aber nicht darauf geachtet wie viel es ist. Da war ich doch relativ überrascht als ich das zweite Mal die Spule vollmachen wollte und sich auf einmal das Innere der Rolle zeigte. Ich habe noch alles hinbekommen, außer die Knopflöcher und den passenden Gürtel. Jetzt müsst ihr euch also erstmal mit Fotos ohne Knöpfe begnügen. Ich muss sagen, sie gefällt mir wirklich außerordentlich gut. Die Farbe ist super und die Passform ebenfalls.

JSA_Hemd_puppe_Kragenseite_webOffen lässt sie sich auch ohne Gürtel gut tragen, aber zu ist sie mir dann doch etwas zu unförmig. Mit einem Gürtel in der Taille gerafft, gefällt sie mir dafür umso mehr. Ich habe hier behelfsweise einen schwarzen Gürtel genommen, um das zu demonstrieren.

JSA_Hemd_hinten_guertel_webAn den Seiten habe ich noch zwei Schlaufen eingearbeitet, damit der Gürtel auch nicht verrutschen kann und auf der rechten Seite habe ich eine Tasche in die Naht eingearbeitet, damit ich auf der Arbeit meinen Schlüssel sicher und ohne große Rumkramerei verstauen kann. Gerafft ist sie von hinten etwas bauschig, aber das stört mich nicht. Ich bin mehr als zufrieden!

Jetzt ist nur noch ein einfaches Unterziehshirt geplant. Das ist schon zugeschnitten und muss nur noch zusammengeschustert werden. Im Zeitplan bin ich, aber bei der Wettervorhersage nächste Woche könnte es eventuell mit schönen Tragefotos schwierig werden. Ganz klar ein Luxusproblem…

Dann schau ich jetzt mal was die anderen diese Woche zu zeigen haben und zwar hier.

Keep on sewing,

Kathrin