Archiv für den Monat: August 2015

This is not okay!

Ich kann leider nicht mehr genau sagen wie ich über Susannes Aktion vom Blog mamimade gestolpert bin, aber ich kann nur sagen, dass sie mir damit aus tiefster Seele spricht. In der Aktion geht es darum die unglaublich ausbeuterischen und unwürdigen Bedingungen anzuprangern unter denen das Meiste unserer Kleidung hergestellt wird. Das ist ein Thema was mich schon seit längerem umtreibt und welches auch ein wichtiger Antrieb für mich ist, zu versuchen so wenig Kleidung wie möglich zu kaufen und sehr viel selber zu machen. Da ich mit Leidenschaft nähe, mache ich das natürlich auch gerne, aber selbst für ein simples T-Shirt mag ich nicht in den Laden gehen, denn wenn ich z. B. einen Laden wie H&M betrete und die z. T. lächerlich niedrigen Preise sehe, dann schaudert es mich.

Bei Susanne gibt es hier noch mehr und ausführlicheres zum Thema zu lesen.

Als ich dann Susannes Katalogaktion gesehen habe, hat mich das noch mehr gefreut, denn das ist ein wirklich schöner Weg ein Statement abzugeben und sich an der „This is not okay!“-Aktion zu beteiligen. Also habe ich die Beine bzw. die Nähmaschine in die Hand genommen und mir ein neues Outfit genäht. Here it comes:

this_is_not_okay_02_webthis_is_not_okay_01_webDas Top ist das Fern-Top von StyleARC über das ich hier schon mal geschrieben habe.

Und ja, der Hosenschnitt… Ich versuche mir gerade beizubringen selber Schnitte zu entwerfen. Da ich aber etwas unter Zeitdruck war, konnte ich nicht ganz von Anfang anfangen. Ich habe mir also als Grundschnitt den Schnitt „Pantalon slim“ aus der „Coudre c’est facile“-Zeitschrift Nr. 6 ausgesucht: schmale Hosenbeine in 7/8 Länge, oben ein einfacher Gummizug und eine relativ hohe Bundhöhe. Also, Hosenbeine verlängert und nach unten hin etwas begradigt, Bundhöhe verringert, sodass der Bund unterhalb des Bauchnabels endet, vorne 2, hinten 4 Abnäher eingearbeitet, oben alles etwas enger, Taschen eingebaut und einen Bund hinzugefügt. Geschlossen wird die Hose seitlich über einen Reißverschluss. Es war also ursprünglich mal die „Pantalon slim“, aber jetzt ist es eine ganz andere Hose… Sie sitzt noch nicht perfekt, aber für eine 1. Version bin ich sehr zufrieden und finde ich kann mich so sehr gut auf die Straße wagen. Das muss ja bei den Anfängen im Schnittmusterdesign nicht immer unbedingt der Fall sein.

Die Stoffe sind von einem meiner lokalen Stoff-„Dealer“.

Über die Hose werde ich noch mal einen gesonderten Blogpost schreiben mit anschaulicheren Fotos, damit man Passform und Änderungen besser nachvollziehen kann, aber mit diesen beiden Fotos, die von meinem Bruderherz und seiner besseren Hälfte geschossen wurden (ich wünschte ich könnte sie für jedes Shooting engagieren), möchte ich mich an Susannes Katalogaktion beteiligen und sagen:

TiNO_650

Und weil Donnerstag ist und das ganz offensichtlich für’s Weib ist, geht es zu RUMS.

Macht’s euch schön,

Kathrin

Hochzeitsoutfit in leger

Hier kommt direkt das zweite Hochzeitsoutfit. Dieses Mal war das Thema der Party „maritim“ und sollte nicht ganz so schick sein. Die eigentliche Trauung wurde schon eine Woche vorher im engsten Familienkreis vollzogen und so sollte es bei der Party danach extra nicht so förmlich und angestrengt werden. Entschieden habe ich mich für eine „Toni“ von Milchmonster. Den passenden Jersey und das entsprechende Bündchen wurden dann beim ortsansässigen Stoff-„Holländer“ besorgt. Ein maritimes blau wäre natürlich am naheliegendsten gewesen, aber das ist mal so gar nicht in meiner Herbst-Farbpalette drin. Dieses knallrot zwar auch nicht, etwas anderes mit halbwegs maritimen Muster war aber nicht zu bekommen und ich bilde mir ein dieses knallige rot geht besser, weil es zumindest etwas näher an z. B. karminrot ist. Und dieses schöne Muster, was ich einfach großzügig als Wellenmuster definiert habe, gefiel mir einfach so gut. Hier kommt also „Toni“:hochzeit_leger_ganzIch bin sehr zufrieden. Es ist ein schöner Schnitt und das Kleid ist auf Grund des Jerseys natürlich super bequem. Es wird auf jeden Fall auch nach der Hochzeit noch oft zum Einsatz kommen. Für meine Bedürfnisse ist es evtl. etwas kurz geraten. Ich bin da eher so der ganz-kurz-oberhalb-des-Knies-Mensch. Da das Ideal-Standard-Kleid immer für etwas größere Frauen als mich konzipiert ist, bin ich es gewöhnt, dass sowieso alles immer etwas lang ist. Darum hatte ich mir über eventuell fehlende Länge gar keine Gedanken gemacht. Hätte ich aber die Anleitung richtig gelesen, dann hätte ich erfahren, dass es für eine Körpergröße von 1,65 m konzipiert ist. Da ich nur zwei Zentimeter kleiner bin, hätte ich von selber darauf können kommen, dass ich es noch um eine Kleinigkeit verlängern könnte. So viel Konjuktiv. Hätte ich, hab ich aber nicht und so ist es auch gut. Die nächste Version, die es auf jeden Fall geben wird, wird dann halt ein bisschen länger. Hier noch ein paar Bilder:

hochzeit_leger_collage02

hochzeit_leger_collage01Ich wurde auf der Party mehrmals darauf angesprochen, also scheine ich einen guten Griff gemacht zu haben. Dieses Kleid hat so viele Variationsmöglichkeiten! Ich brenne schon jetzt darauf für den Herbst eine Version mit dem XXL Bubikragen zu machen und vielleicht dann auch gleich mal das Babydoll-Rockteil auszuprobieren. Hach, so viele Pläne, so wenig Zeit. Hauptsache der Stoffschrank ist schon reichlich gefüllt. Na ja, man kennt das…

So, damit geht das hier jetzt wieder zu RUMS und ich bestaune die Werke der anderen „Weiber“.

Bleibt kreativ,

Kathrin

Hochzeitsoutfit in extravagant

Dieses Jahr standen wieder zwei Hochzeiten im Freundeskreis an. Da musste natürlich selbstgenähte Garderobe her. Irgendwann muss ich damit aufhören, denn mein Kleiderschrank würde eigentlich mit wenigen Kleidern auskommen, da ich wenige Gelegenheiten habe, um diese auch auszuführen, aber es fällt mir schwer. So gab es dann dieses neue Kleid:

hochzeit_extra_vornebreit_webDer Schnitt ist aus „Drape Drape 1“ von Hisako Sato und zwar Nr. 17 „Drapiert drapiertes Kleid“. Inspiriert wurde ich während des Japan Sew Alongs dieses Jahr von Lara von 1000Stoff. Ich war so begeistert von Ihrer Version, dass ich beschloss mich auch des Kleides anzunehmen.

Dieses Teil bringt aber einige Schwierigkeiten mit sich. Es besteht zwar ’nur‘ aus zwei Schnittteilen, diese sind aber unter einem wahren Liniengewirr auf dem Schnittmusterbogen auf 6 Teile verteilt, die man dann am Ende zusammenfügen muss. Es hat mich richtig viel Zeit, Mühe und gutes Licht gekostet um alles richtig abzupausen. Stoffempfehlung: matter Jersey. Da es ein festliches Kleid werden sollte, habe ich die Empfehlung überhört und einen Stoff bestellt, der etwas  edler anmutete. So die Theorie. In meinem grenzenlosen Enthusiasmus bestellte ich einen mit Ornamenten gemusterten Stretch-Satin. Ich hätte mich definitiv besser informieren sollen, denn Stretch-Satin heißt natürlich, dass es Satin mit EIN WENIG Stretch ist und nicht, dass es eine Art Jersey mit glänzender Oberfläche ist. Also alles andere als optimal für dieses Kleid. Ich dachte mir aber: Macht nix, ist ja ein weites Kleid – rein kommst du auf jeden Fall, das wird schon! An den Armausschnitten wurde es dann auch schon kritisch, es geht aber noch. Der ’schlimmste‘ Teil (verarbeitungsmäßig) ist unter der Achsel, das sieht man ja kaum. Dann kommt aber hinzu, dass dieser Stoff wesentlich mehr Stand hat, als es so ein Jersey hätte und damit auch wesentlich mehr Stand als es für das Kleid eigentlich vorgesehen ist. Dadurch wird das Ganze natürlich etwas voluminös.

hochzeit_extra_seite_web hochzeit_extra_seite03_webDas machte mich dann doch sehr unsicher. Irgendwie gefiel mir das Kleid gut, aber ich wusste nicht so recht, ob mir dieses Kleid in seiner Fülle nicht zu extravagant ist. Ich bin da ja eher so die Dezente. Also wurde es probehalber zu einem Krimidinnerabend auf Burg Boetzelaer ausgeführt. Hier war die Extravaganz sowieso kein Problem (im Gegenteil, sie war eher der Plan) und da ich mich doch recht wohl fühlte im neuen Gewand, habe ich es auch zur Hochzeit getragen. Hier noch ein paar Fotos.

hochzeit_extra_collage

Es ist ein krasses Kleid und in einem anderen Stoff wäre es sicherlich etwas weniger extravagant geworden, aber irgendwie gefällt es mir und zu manchen Anlässen kann man sowas auch tragen. Vielleicht wird es irgendwann eine zweite Version geben, der Schnitt ist ja jetzt schon abgepaust. Damit ist der anstrengendste Teil schonmal erledigt. Schade eigentlich, denn in dem Buch sind wirklich tolle Schnitte drin. Aber es wird ein Weilchen dauern bis ich mich nochmal an einen wage. Vielleicht nehme ich mir bald Nr. 1 „Locker drapiertes Top“ vor. Da gibt es nur zwei, recht einfache, Teile, das müsste auch unter dem Liniengewirr einigermaßen gut abzupausen sein.

Damit wage ich mich jetzt einfach mal ganz mutig das erste Mal zu RUMS und schaue was die anderen Mädels da so gezaubert haben.