Archiv für den Monat: August 2017

Das Projekt Büro-Garderobe

So, ich befinde mich jetzt fleißig auf Jobsuche und anstelle der labortauglichen Kleidung, muss nun langsam etwas Schickeres und Bürotaugliches her. Ich finde den Gedanken gar nicht schlecht, da mir die bisherige Jeans-T-Shirt-Kombi langsam wirklich zum Hals raushängt (ist aber meiner Meinung nach das einzige was im Labor wirklich Sinn ergibt) und ich bin es vor allem Leid diese Kleidung so gewöhnt zu sein, dass ich mir schon, wenn ich es am Wochenende mal wage einen Rock anzuziehen, sofort overdressed vorkomme. Das ist einfach ein Gewohnheitsding und ich freue mich darauf mir das langsam abzutrainieren.

Da ich noch keinen Job habe, könnte ich mich natürlich erstmal weiterhin meiner Freizeitgarderobe widmen, aber die meisten bürotauglichen Stücke sind ja nunmal nicht von heute auf morgen genäht und ich muss sicherlich an den Schnittmustern noch einiges an Anpassungen vornehmen, also möchte ich schonmal langsam anfangen und mich rantasten.

Da gut geplant ja schon halb gewonnen ist, kommt hier mal meine Zusammenstellung an Schnittmustern aus denen ich zunächst mal meine Büro-Garderobe zusammensetzen möchte. Ich versuche auf Schnittmuster zu setzen, die entweder einfach Allrounder sind oder mir durch Schnittvariationen oder die Benutzung unterschiedlicher Stoffe besonders wandelbar erscheinen. Die Idee ist auf möglichst wenige, dafür aber gut auf mich angepasste Schnittmuster zurückzugreifen. Und sie sollen mir auch gefallen und gerne etwas Besonderes haben. Ich will keinen 08/15-Hosenanzug. Was brauche ich also?

Erstmal Blazer. Gerne ein Schnittmuster für Sweatblazer, wenn es nicht ganz so förmlich sein muss und ein oder zwei für Webstoffe (einmal gefüttert, einmal ungefüttert für sommerliche Temperaturen). Für den Sweatblazer kam mir natürlich „Lady Grace“ von Mialuna in den Sinn. Ich würde sagen ein relativ klassischer Blazerschnitt, aber halt für Sweat und deswegen bequem und ich werde (hoffentlich) nicht allzuviel anpassen müssen…

Für die beiden anderen bin ich bei Burda fündig geworden. Links ist Nr. 106 (ich habe ihn in der deutschen Version gekauft, aber nach der Umstellung auf die „neue“ Seite kann ich ihn da nicht mehr finden und einloggen kann ich mich auch nicht mehr) und rechts der Crossover Blazer Nr. 121 von der englischsprachigen Burdastyle-Seite. Ich habe ein bisschen rumgesucht und bin dann doch bei diesen beiden hängen geblieben, denn ich finde sie haben etwas Besonderes, sind aber trotzdem klassisch figurbetont. Das Design von den etwas locker sitzenderen Modellen, wie ich sie bei manchen Indie-Schnittmustern gefunden habe, finde ich zwar schön, funktioniert bei meinen Körperproportionen aber nicht so gut. Wie gut da jetzt die Passform sein wird und wie ich mit der manchmal leicht kryptischen Burda-Anleitung zurecht komme, bleibt abzuwarten. Das sind wohl die beiden Mammutprojekte, die ich erst am Schluss in Angriff nehmen werde.

Kommen wir zu den Oberteilen für unter den Blazer. Hier werde ich hauptsächlich auf die Cheyenne-Bluse von Hey June Handmade (oben links) und das Sorbetto Top von Collette (oben rechts) setzen, denke aber noch über ein Wickeloberteil (unten links) aus einem meiner japanischen Nähbücher oder das Fern-Top (unten rechts) von StyleARC nach. Die Blazer haben ja zum Teil etwas ungewöhnliche Kragenlösungen, deswegen funktioniert ein klassischer Blusenkragen eher nicht. Das finde ich aber auch nicht schlimm.

Als Beinkleid sollte mir jeweils ein Hosen- und ein Rockschnitt reichen. Hier habe ich mir den passenden Hosenschnitt zum Blazer ausgesucht, nämlich Nr. 118 und als Rock den Simplicity-Schnitt Nr. 7498 bzw. 2451.

Wenn ich mir das so anschaue, ist das eine ganze Menge. Da das Zusammenkleben von ausgedruckten Schnitten nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt (gerade wenn es umfangreiche Schnitte mit vielen Teilen sind), habe ich die pdfs mit Inkspace in etwa nach der Anleitung von drehumdiebolzeningeneur zusammengefügt (das Ganze noch ein bisschen vereinfacht und optimiert) und dann plotten lassen.

Habe schon mit einem Proberock begonnen, der viel zu groß war, sich aber noch retten ließ. Gerade versuche ich die Cheyenne auf mich und meinen Rücken anzupassen. Ich werde wohl heute Abend mein 4. Probeteil anfertigen. Es ist recht langwierig und nervig, aber ich hoffe dabei soviel zu lernen, dass mir das Anpassen weiterer Webstoffoberteile danach einfacher fällt und ich vielleicht schon von Anfang an am Schnittmuster sehen kann, was ich auf jeden Fall vorher schon ändern kann.

Nachdem ich nun auch endlich wieder mein komplettes Kameraequipment mit Selbstauslöser beisammen habe, kann ich dann auch bald ausführlicher von den einzelnen Projekten berichten.

Also, auf bald und liebste Grüße,

Kathrin

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