Archiv für den Monat: September 2017

Vanilla-Oversize Oberteil

Ohne viel einleitende Worte, hier kommt das Oversize-Top Vanilla von Waffle patterns. Ich hatte das Top hier schon kurz erwähnt. Ich mag Oversize-Oberteile an anderen Frauen oft sehr gerne und in meiner Vorstellung sind sie auch für mich optimal, da sich da doch sicher mein kleines Bäuchlein gut verstecken bzw. kaschieren lässt. In der Realität sieht es aber dann meist so aus, als hätte ich einen Sack an, hätte versehentlich zwei Größen zu groß gekauft oder es trägt auf und mogelt nochmal 10 kg dazu. Mit diesem Top habe ich es aber nochmal versucht und es gefällt mir. Ich gebe zu, auf dem Bild oben links sieht es auch ein bisschen unvorteilhaft aus, aber wenn ich die Arme nicht in die Hüften stemme, gefällt es mir und ich habe auch schon einige Komplimente dafür bekommen.Zum Nähen bzw. zur Passform sei folgendes gesagt: Zum einen darf man die Stütznaht am Ausschnitt auf keinen Fall vergessen oder weglassen! Das ist in der Anleitung angegeben, aber bei so einem simplen Oberteil kann frau schon mal meinen, dass sie beim zweiten Probeteil keinen Blick in die Anleitung mehr werfen muss und vergisst dann natürlich prompt die Stütznaht. Das gab einen katastrophal ausgeleiherten Ausschnitt… Zum anderen musste ich eine kleine Änderung vornehmen. Die Bündchen sowohl an den Armen als auch am Oberteil an sich sollen eigentlich die gleiche Weite haben wie der Ärmel bzw. das Oberteil. Das sieht bei Yuki von Waffle patterns ganz zauberhaft aus. Bei mir sah es wieder aus als hätte ich mich in der Größe vergriffen. Bei der ersten Version hatte ich mich nach meinen Maßen gerichtet und eine 42 genäht. Ganz manchmal funktioniert es bei mir bei Oversize-Oberteilen einfach ein oder zwei Größen kleiner zu nehmen. Dann ist es nicht mehr ganz so oversizig, aber immer noch locker und sieht ganz gut aus. Also wählte ich für Version 2 eine 38. Hmm, das sah dann aber irgendwie auch falsch aus. Es war tatsächlich zu klein bzw. saß gar nicht so wie es sollte und ich war mir jetzt sicher das Problem an der 42 war nicht die Größe. Also habe ich die Bündchen enger gemacht, sodass sie jetzt tatsächlich die Funktion eines Bündchens erfüllen und siehe da: passt und gefällt.

Einziges Manko: das Top rutscht jetzt beim Tragen gerne ein bisschen nach hinten. Vergleicht man die Fotos an der Puppe mit den Tragefotos sieht man es ganz gut. Eigentlich soll es nach vorne ein normaler Rundhalsausschnitt sein (ich habe ihn ein wenig verkleinert, weil er mir zu groß war) und hinten verläuft er dann relativ gerade. Auf den Tragefotos sieht es dann nach einem recht eng-anliegenden Rundhals aus eben weil sich die Schulternaht beim bewegen nach hinten schiebt. Mich stört das allerdings nicht und ich wüsste auch nicht wie ich das verhindern kann ohne die Bündchen wieder weiter zu machen. Der Strickstoff, den ich benutzt habe ist auch relativ schwer. Vielleicht würde es sich nochmal ganz anders verhalten, wenn ich einen etwas leichteren Stoff mit gutem Fall verwenden würde. Ich werde es weiterhin beobachten und noch etwas darüber nachdenken, aber wenn jemand da Tipps hat, gerne her damit. Da es mich, wie gesagt, nicht allzu sehr stört würde ich zukünftige Versionen einfach genauso machen und das weiterhin ignorieren. Wegen der interessanten Schnittführung kommt das Oberteil in Streifen übrigens besonders gut, wie ich finde. Ich hätte wohl schon einige Versionen davon im Kleiderschrank, denn es ist schnell gemacht und ein richtiger Stofffresser, was gut wäre für meine Stoffdiät, aber ich habe hier ein Jackenproblem. Ziehe ich meine normalen Jacken darüber und mache sie zu, ist es ganz grausam geknittert, wenn ich die Jacke wieder aufmache und ausziehe. Bis jetzt muss das Wetter also so sein, dass ich meine Jacke nicht zumachen muss. Ich könnte natürlich meinen Oversize-Mantel, den ich letzten Winter gemacht habe, darüber ziehen. Aber wie unvorteilhaft der an mir aussieht, wird Stoff für einen anderen Blogbeitrag, wenn ich endlich Tragefotos davon geschossen habe. Meine Motivation Fotos von ungeliebten Stücken zu machen ist immer besonders niedrig, aber ich könnte dringend Input gebrauchen, ob er sich wohl noch retten lässt. Also muss ich da wohl mal ran.

So, ich freue mich endlich mal wieder beim Me Made Mittwoch dabei sein zu können, hüpfe jetzt rüber und schaue mir die Werke der anderen an.

Happy sewing,

Kathrin

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Die Crux mit meinem Simplicity-Rock

Für mein Projekt Büro-Garderobe habe ich mir den Rock-Schnitt Simplicity 7498 rausgesucht. Die englischsprachige Version hat übrigens eine andere Nummer (siehe Foto). Das ist sehr verwirrend und unpraktisch und hilft überhaupt nicht, wenn man nach genähten Exemplaren und Bemerkungen über die Passform sucht. Egal. Also, ich habe den Schnitt bestellt und nach meinen Maßen die Größe rausgesucht: 44. Das entspricht überhaupt nicht meiner Kaufgröße, aber ich hatte noch keine Erfahrung mit Simplicity, also habe ich das so hingenommen. Nach Zusammenheften der Seitennähte kam die erste Anprobe: Hmm, extrem weit! Kann das sein? Bund probeweise angeheftet: Oh ja, vieeeel zu weit. Ein Reißverschluss wäre gar nicht nötig, oben bleiben würde der Rock aber auch auf keine Fall. Ein weiterer Blick auf den Schnittmusterumschlag: Maße des fertigen Kleidungsstückes, Hüfte 115 cm. Wie bitte? Bei einem Hüftumfang von 102 cm (laut Größentabelle) brauche ich 13 cm Bequemlichkeitszugabe? Ich denke nicht. Jetzt sollte das aber ein tragbares Probemodell für den Sommerurlaub werden. Also irgendwie retten. Hätte ich die Mehrweite komplett aus den Seiten rausgenommen, wären die Taschen fast komplett verschwunden… Also hinfummeln. Eigentlich ist in der vorderen Mitte keine Naht. Jetzt musste aber eine rein. Ich habe zu gleichen Teilen aus der vorderen und hinteren Mitte, sowie aus den Seitennähten die erforderliche Weite rausgenommen. Nicht die beste Lösung, aber annehmbar, oder?

Normalerweise trage ich den Rock nicht einfach mit einem schwarzen Top, aber so kann man ihn am Besten sehen. Hinten am Reißverschluss kann man deutlich erkennen, dass es der Passform des Bundes nicht unbedingt gut getan hat, dass ich aus der hinteren Mitte gekürzt habe. Hatte ich auch nicht anders erwartet. Normalerweise trage ich aber ein Oberteil welches über den Bund geht, also lässt sich das verschmerzen.

Zur Passform: vorne ganz gut, hinten eher so lala. Aber es war ja eh alles hingefummelt. Dann kam Probeversion Nr. 2. Da ich laut meinen Notizen ca. 20 cm Weite rausgenommen habe, kam ich auf eine Gr. 36 für Version 2. Okay, das wiederum ist kleiner als meine Kaufgröße, aber ich habe dem erstmal vertraut. Leider gibt es die Simplicity-Schnitte immer in 2 Größenpaketen zu kaufen. 30-36 und 38-46. Das hat mich nach dem Ausmessen natürlich beherzt das größere Paket bestellen lassen, war aber jetzt ungünstig. Ich habe also von der 38 auf eine 36 runtergradiert mit den Differenzwerten, die ich von Größe 38 zu Größe 40 hatte. Zugeschnitten habe ich aus einem Stoff, der wirklich nur für Probeteile gedacht ist. Außerdem wollte ich auch ausprobieren wie ich da ein Futter reingebastelt bekomme. Das ist nämlich im Schnittmuster nicht vorgesehen, das sehe ich aber für einen bürotauglichen Rock als unabdingbar. Es kam wie es kommen musste, der Rock war jetzt zu klein was aber nicht am Futter liegt. Ich kriege ihn so gerade zu, aber das ist es dann auch. Hier habe ich keine Fotos gemacht, denn das ist er wirklich nicht wert. Immerhin weiß ich jetzt, dass das mit dem Futter so klappt wie ich mir das gedacht habe.

Es wird also noch eine Probeversion Nr. 3 geben, denn auch in Gr. 36 zeichnet sich ein Passformproblem hinten über dem Hintern ab. Ich denke, wenn ich in dem Bereich des Reißverschlusses, nicht am Bund sondern am eigentlichen Rockteil, einen horizontalen Keil herausnehme, sollte das schonmal einiges des Passformproblems beheben. Ist das eine legitime Anpassung? Meine beiden Bücher zu dem Thema, haben mir hier nicht wirklich weitergeholfen. Vielleicht braucht es auch noch ein wenig Mehrweite an den Seiten für meinen Hintern. Wenn ich die Anpassungsorgie hinter mir habe, traue ich diesem Rock zu ein echter Wardrobe Staple zu werden. Auch Version B hat es mir echt angetan und die Änderungen sollten sich ja dann leicht übertragen lassen.

Uff, ich muss vielleicht noch ein Projekt dazwischenschieben, was ich ohne Anpassungen nähen kann um mir ein Päuschen zu gönnen. Mit der Zeit sind meine Ansprüche an die Passform meiner Kleidung relativ stark gestiegen, aber etwas anstrengend und langwierig ist es schon. Aber mit wachsender Erfahrung wird es bestimmt auch irgendwann schneller gehen. Bei meinem letzten Projekt, einem Webstoff-Oberteil, habe ich eine wahre Anpassungsorgie hinter mir. Aber davon berichte ich ein anderes Mal, denn da müssen erst noch Fotos gemacht werden. Und eigentlich wollte ich jetzt noch mein Vanilla-Oversize-Oberteil zeigen, aber da das jetzt hier schon so lang geworden ist, gibt es das nächste Woche.

Viele Grüße,

Kathrin

Stoffdiät September oder auch Asche auf mein Haupt

Heute geht es im Rahmen der Küstensock’schen Stoffdiät mal wieder um meinen Stoffbestand. Hatte ich beim letzten Mal schon ein schlechtes Gewissen wegen meines Stoffzuwachses, so hat sich dieses bis zum heutigen Eintrag noch vervielfacht. Einziger Grund dafür ist eine liebe Freundin, die selber nicht näht, aber den Stoffvorrat ihrer patchworkenden Oma geerbt hat. Einige Schätze wolle sie behalten, aber ich könne ja mal durchgehen und schauen ob ich etwas gebrauchen könne. Klar, dachte ich mir, gucken geht ja. Meine eisernen Regeln, die ich letztes Mal vorgestellt hatte, waren dann auch schnell über Bord geworfen bei diesen wunderschönen Stöffchen. Erlaubt habe ich mir das vor allem, weil an diesem schönen, sonnigen Tag Bilder von wundervollen bunten Sommerkleidern, beschwingten Röcken und geblümten Oberteilen vor meinem geistigen Auge vorbeizogen. Aber seht selbst, hier ist mein Zuwachs:

Jetzt aber zu den harten Fakten: Stoffzuwachs seit Juli + 23,15 m. Stoffabbau – 1,55 m. Damit habe ich jetzt 81,75 m im Stofffundus. Oh weh, die Zahl hat mich ganz schön erschlagen! Meine Inventur beinhaltet nur Stoffe, die sich noch für tragbare Kleidungsstücke oder andere ‚richtige‘ Projekte eignen. Ich habe noch eine Dunkelziffer an Resten und Stoffen, die für Probeteile gedacht sind.

Damit möchte ich meine Zahlen nicht noch schlechter machen als sie eh schon sind, sondern eher meinen etwas lächerlichen Abbau von 1,55 m rechtfertigen. Denn so untätig wie das wirkt, war ich gar nicht. Ich habe den braunen Testrock, den ich beim letzten Eintrag schon erwähnt habe, genäht.

Da der aber schon zugeschnitten war, zählt er noch in die letzte Statistik. Ende der Woche kommt ein ausführlicher Beitrag über den Rock und das schon erwähnte Oversize-Vanilla-Stofffresser-Oberteil. Da dieser Rock sich größentechnisch als, zum Glück gerade noch rettbare, Katastrophe herausstellte, gab es direkt eine weitere Version aus zusammengestückelten Resten. War eh nur als Probeteil gedacht, passt aber leider wieder nicht. Ein Probeteil muss wohl noch her, bevor der gute Stoff angeschnitten werden kann…

Außerdem habe ich mich an die Anpassung der Cheyenne Tunic für mich gemacht. Die gehört ja ebenfalls in meinen Bürogarderoben-Plan. Wie ich schon erwartet hatte, da es mir quasi unmöglich ist gut sitzende Oberteile aus Webware mit Ärmeln im Laden zu kaufen, war es recht beschwerlich. Ich habe 4 Probeteile gemacht! Ein kompletter Bettdeckenbezug ging dafür drauf. Jetzt sitze ich gerade an einer tragbaren Version und kann dann bald berichten. Auch wenn es langwierig war, ich habe eine Menge über Schnittanpassungen gelernt und weiß jetzt hoffentlich genug über meine Maße an den ’schwierigen‘ Stellen, sodass ich vielleicht bei den Sorbetto Oberteilen, die jetzt als nächstes auf dem Programm stehen, mit keinem oder einem Probeteil auskomme…

Zum Thema: „Nähpläne für Herbst/Winter, dicke Stoffe vernähen schafft mehr Platz“ habe ich wenig beizutragen. Ich habe mich ein wenig in Simplicity 7801 verliebt,den Schnitt auch schon gekauft und könnte so etwas für den Winter gut gebrauchen, aber dafür müsste definitiv neuer Stoff her und deswegen halte ich mich jetzt erstmal an meine Büro-Garderobe und den Stoffabbau. Der Stoffschrank ist jetzt bis obenhin voll. Bis da kein Platz wäre um den Mantelstoff zwischenzulagern, gibt es auch keinen neuen Stoff.

So, ich schaue jetzt wie es bei den anderen Stoffdiät-Damen aussieht.

Alles Liebe,

Kathrin

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