Archiv der Kategorie: Stoffzeug

Stoffdiät 2017 – Juli Update

Küstensocke ruft gerade wieder zum Stoffdiät-Update auf. Ich tue mich schwer, denn meine Bilanz der letzten zwei Monate gefällt mir nicht. Aber dafür ist so eine Gemeinschaftsaktion ja auch da, dass nicht nur berichtet wird, wenn es gut läuft, sondern man sich auch Mut zusprechen kann, wenn es nicht so gut läuft.

Also, genäht habe ich leider unglaublich wenig.

Weil ich gerade so schön im Plaintain-T-shirt-Fieber (Deer and Doe) war, gab es noch im Mai eine etwas interessantere Version kombiniert mit dem schönen Pünktchenstoff – Stoffverbrauch: 0,85 m. Zugeschnitten und angefangen habe ich einen Rock nach Simplicity 7498. Der ist noch nicht fertig, aber im werden und wird deswegen auch schon mal verbucht mit 0,75 m. Soweit so gut. Im Mai und im Juni knabberte der Endspurt auf der Arbeit und zwei Urlaubswochen an meiner Nähzeit. Mehr war also nicht drin.

Was aber die Bilanz richtig runterzieht ist mein Stoffkauf. Ich hatte es beim letzten Mal schon angedeutet, bei mir ist gerade ein Jobwechsel angesagt und somit bin gerade auf der Suche nach einem neuen Job und sobald ich den gefunden habe (z. T. natürlich auch schon vorher für Vorstellungsgespräche) brauche ich bürotaugliche Kleidung. Dafür bot das Stofflager wenig. Eine Großbestellung und ein Stoffladenbesuch später ist mein Fundus um 10,8 m angewachsen. Dafür gibt es jetzt passenden Stoff für min. 2 Blazer, 1 Hose, 2 Röcke, 1 Bluse, 2 Shirts und 1 Marie-Jacke (die letzten beiden sind nicht unbedingt bürotauglich, aber wenn man schon mal am bestellen ist…).

Das reicht bei weitem nicht aus für eine volle Bürogarderobe, aber die von mir ausgesuchten Schnitte sind alle noch nicht erprobt. Ich werde also erstmal einiges an Zeit auf die Anpassung der Schnitte verwenden müssen und dann kann ich immer nochmal weiter sehen. Die Schnitte stelle ich bald in einem gesonderten Post vor. Ich werde sie mir plotten lassen, da ich wenig Lust verspüre so umfangreiche Projekte aus den PDF-Schnittmustern selber zusammenzukleben.

Also, summa summarum ein Zuwachs von 9,2 m. Das ist vor allem deswegen ärgerlich, da es sogar mehr ist, als ich bis jetzt dieses Jahr verbraucht habe. Na ja, ich hoffe darauf in den nächsten Wochen einiges an Zeit zum nähen zu haben und dann kann ich hoffentlich das Meiste schnell verbrauchen. Mit dem beruflichen Wechsel ist es ja auch gerade eine Ausnahmesituation.

Bei Frau Küstensocke wird gefragt nach einer Strategie gegen die Rückfallgefahr. Da scheine ich zwar augescheinlich bei meiner Bilanz ein schlechter Ratgeber zu sein, aber von Januar bis Mai war ich ja wirklich eisern. Meine Strategie war die folgende: Zuerst die Stoffladenbesuche reduzieren! Keine spontaten eigentlich-brauche-ich-ja-nichts-habe-aber-noch-Zeit-also-schaue-ich-mal-rein-Besuche. Wenn Stoffladen, dann mit einem Einkaufszettel und von diesem möglichst nicht abweichen. Sollte dann doch einen dann doch etwas anspringen: 1. Frage: Brauche ich das wirklich? Manchmal erlischt der Wunsch dann schon, wenn man sich erinnert, dass man zwei andere ähnliche Stoffe schon zuhause im Lager und noch nicht vernäht hat oder man weiß, dass man daraus ein leichtes Webstoffoberteil machen würde, aber davon schlummern eh schon zuviele im Schrank. Ist der Wunsch immer noch da, kommt Frage Nr. 2: Habe ich schon lange nach so einem Stoff gesucht und ihn jetzt endlich gefunden? Ist auch hier die Antwort nein, kommt Frage Nr. 3: Ist der Stoff so besonders, dass er mich dazu bringen wird meine bisherigen Nähpläne umzuschmeißen und ihn möglichst bald zu vernähen? Und bei dieser Antwort sollte man sehr ehrlich zu sich selber sein. Denn meist lautet sie bei mir nein. Meist habe ich gute Gründe für meine nächsten Nähpläne und da muss schon ein wirklich toller Stoff dazwischenkommen um diese umzuschmeißen. Also, wenn die Antwort nein ist, dann einfach weitergehen. Bei jedem der Stoffe, die ich im Juni neu gekauft habe, lautet eine der Antworten auf die Fragen ja. Deswegen durften sie mit. Die Monate davor hat keiner der Stoffe, die mich in Versuchung geführt hatten, meine 3-Fragen-Prüfung bestanden. Vielleicht hilft das ja auch dem ein oder anderen.

Ich schaue jetzt auf jeden Fall hier bei Frau Küstensocke wie es meinen Mitstreiterinnen so geht und dann sollte ich mal meine Plotterbestellung abschicken, damit ich das Projekt „Bürogarderobe“ in Angriff nehmen kann.

Liebe Grüße,

Kathrin

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Stoffdiät 2017 – Mai Update

Es ist mal wieder Zeit für ein Stoffdiät-Update. Im Mai sind die vorgeschlagenen Themen Schnittmuster/Projekte mit hohem Stoffverbrauch, Tipps und Tricks. Aber erstmal mein Zwischenstand.

Genäht und damit verbraucht: zwei Mal mein perfekt auf mich angepasster Lieblings-T-Shirt Schnitt „Plaintain T-Shirt“ von Deer and Doe (1 x dunkelroter Jersey mit Elasthan, 1 x schokobrauner Bio-Baumwolljersey -> 2 x 0,9 m), der verflixte gelbe Cardigan aus der La Maison Victor (curryfarbener Interlock 1,2 m) und dann, etwas Schnelles und Einfaches zur Aufmunterung nach dem Ärger mit dem Cardigan, das Sweatshirt „Amy“ von Pattydoo (auberginefarbener Interlock 1,3 m).

Wie man unschwer erkennen kann, ist das Sweatshirt noch nicht ganz fertig. Es fehlen noch die Säume und auf dem Foto ist die Stickerei auch noch nicht ganz fertig. Die habe ich aber gestern Abend noch fertig gestellt, im Laufe der Woche kommen dann noch die Säume dran. Es war mir ohne alles ein bisschen zu langweilig und da ich für die Säume eh noch farblich richtig gut passendes Garn kaufen musste (bei den inneren Nähten kann man da ja noch ein bisschen schummeln), habe ich mich an die Pusteblumen-Stickerei gemacht.

Ohne Fotos ein „Regenbogenbody“ von Schnabelina für ein frisch gebackenes Elternpaar bzw. deren zuckersüßen Sprößling und vier Probe-Pantys. Da ich da mit der Passform auch immer unzufrieden bin, mache ich gerade den „Mini-Course: Design your own panty“ von Merckwaerdigh und habe in dem Zuge vier Probenmodelle produziert. Ich hoffe nach der nächsten Änderung habe ich es geschafft und kann „in Produktion“ gehen. Das alles habe ich aus Resten fabriziert, also kann ich den Verbrauch nicht genau benennen, ich würde es aber schon auf 0,6 m schätzen.

Damit habe ich 4,9 m im April und Mai verbraucht. Beim Kaufen war ich eisern: Kein Zuwachs in diesen zwei Monaten. Leider stelle ich gerade fest, dass ich die Inventur zwar zu Ende gemacht habe, also alles fein in mein Büchlein eingetragen habe, dann aber nicht nochmal zusammen gerechnet habe. Muss also mein aktuellen Stand hier noch nachtragen.

So, Schnittmuster/Projekte mit hohem Stoffverbrauch… Es war recht oberteillastig bei mir in letzter Zeit, deswegen sind meine Tipps ebenfalls aus dieser Kategorie. Wer es etwas oversizig mag, dem lege ich „Vanilla“ von Wafflepatterns ans Herz.

Das hatte ich ja letztes Mal schon gezeigt. Es sieht am Bügel etwas sonderbar aus (Tragefotos kommen noch, die neue Kamera ist endlich da!), ist getragen aber richtig schön und man kann, wenn der Stoff keine Überbreite hat, locker 1,8 m verbraten. Dies ist ausnahmsweise mal ein Oversize-Oberteil, dass auch an mir gut funktioniert.

Tipp Nr. 2 habe ich schon Anfang letzten Jahres mal gezeigt: „Marie“ von StyleARC.

Damals war das ein Probeteil, was sich aufgrund des Stoffes als nicht tragbar erwiesen hat, aber es ist ein tolles Jäckchen und es wird sicher bald eine tragbare Version davon geben. Angegebener Stoffverbrauch: 2.5 m. Ob ich wirklich ganz so viel gebraucht habe, weiß ich nicht mehr genau (meistens quetsche ich ein bisschen und dann lässt sich noch was rausholen), aber da die Jacke im Vorderteil gedoppelt wird, kommt da einfach einiges zusammen. Ich kann den Schnitt wirklich wärmstens empfehlen und auf Etsy gibt es die StyleARC-Schnitte auch als Download und auf Amazon als Papierschnitte.

Leider habe ich ein Problem mit meinen Tipps: Sie helfen mir nicht. Warum? Weil ich bei den meisten meiner Stoffeinkäufe zwar keinen besonderen Schnitt im Kopf habe, aber zumindest: Das wird ein langärmeliger Pulli oder sowas. Dementsprechend kaufe ich ein. Jetzt habe ich schon noch einige schöne Schätzchen im Stoffschrank, die sich für meine beiden Stofffresser eignen würden, aber einfach nicht genug davon. Deswegen hatte ich mich jetzt erstmal auf einfache Shirts verlegt. Die gehen schnell, fehlten eh im Kleiderschrank und so kann man dann doch auch gut Stoff abbauen.

Ein Shirt mit Dreiviertel-Ärmel ist noch in Planung und dann muss ich erstmal schauen was evtl. noch für den Urlaub im Juni fehlt. Und ein paar Babysachen für eine liebe Freundin müssen auch noch her. Danach werde ich langsam anfangen müssen mich an ein paar bürotaugliche Sachen zu machen, damit ich gewappnet bin. Mein Vertrag läuft im Juni aus und noch ist kein Job in Sicht, aber manchmal kann es ja doch schnell gehen und ich besitze momentan wirklich nur sehr wenige bürotaugliche Kleidungsstücke. Da werde ich dann ums Stoffe kaufen nicht wirklich drum herum kommen. Viel Taugliches und vor allem in ausreichenden Mengen ist da nicht im Fundus.

So, ich geh jetzt mal schauen ob ich bei meinen Mitstreiterinnen bei der Stoffdiät noch ein paar gute Tipps finde.

Liebe Grüße,

Kathrin

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Der verflixte (gelbe) Cardigan

Bei der Aktion 12 Colours of Handmade Fashion im April organisiert von der lieben Selmin von Tweed & Greet geht es um die Farbe Gelb.

Bevor ich auf mein Nähprojekt eingehe, ein paar Gedanken zur Farbe Gelb in meinem Kleiderschrank. Ich habe gelb an sich schon vor ewigen Jahren (es muss irgendwann im frühen Teenageralter gewesen sein), aus meinem Kleiderschrank verbannt. Steht mir nicht, hatte ich festgestellt. Es zog dann noch mal ein hellgelbes T-Shirt bei mir ein, dass seine Daseins-Berechtigung nur durch einen enorm süßen Print auf der Vorderseite bekam, aber alles in allem war meine Meinung: Steht mir nicht, wem steht schon gelb? Damals hatte ich noch nie etwas von Farbtypen gehört, deswegen reichte mir diese Erkenntnis und ich stellte sie nicht in Frage. Ein paar Jahre später kam eine Zeit, da war die Farbe curry bzw. senfgelb in Mode. Es gab unglaublich viele senffarbene Strickjäckchen und ich fand das sehr hübsch. Habe ich damals aber nicht gekauft, denn ich war ja überzeugt, dass ich damit grässlich aussehen würde. Die waren ja gelb. Wieder ein paar Jahre später machte ich eine Farbberatung und fand raus, dass ich ein Herbsttyp bin. Das bedeutete dann tatsächlich: Mir steht Gelb! Es muss halt das richtige Gelb sein. Die Farbe senf bzw. curry: Läuft! Ich bestellte darauf im Überschwang direkt ein paar Jerseys und Interlocks um meine Garderobe herbstlich aufzuwerten. Aber der schöne gelbe Interlock blieb im Schrank. Zu tief schien die Abneigung/Abwehrhaltung gegenüber gelb zu sitzen. Ich wagte mich erstmal an die sicheren Farben: dunkelrot, lila, petrol. Die gab es schon vorher im Schrank, damit war ich safe. Aber dank Selmin habe ich mich getraut: Ich besitze jetzt einen gelben Cardigan. Ich glaube, gekauft habe ich die Farbe als Curry, aber meist ist das dann eher so ein leicht schmutziges gedämpftes Gelb. Dies hier ist eher leuchtend, so wie pures Kurkuma. Passt aber trotzdem in mein herbstliches Farbschema. Soweit, sogut, Danke an Selmin für den Anstoß!

ABER ich war selten so unzufrieden mit etwas das ich genäht habe. Keineswegs wegen der Farbe! Ich finde sie steht mir gut, aber… Na ja, seht selbst. Es ist der Cardigan Faye aus der La Maison Victor (Ausgabe 2, März/April 2016). Das ist jetzt schon die fertige Version nach etlichen Anpassungen (siehe weiter unten). Davon abgesehen, dass die Knopfleiste unten gerne zur einen Seite verrutscht (eigentlich ist sie schön gerade, ich weiß nicht genau warum), macht mich das Jäckchen echt dick bzw. ich finde es macht mir sowas wie einen A- bzw. Birnen-Figurtyp, dabei bin ich das nicht. Ich bin eher ein H-Typ. Egal, so gefällt es mir auf jeden Fall nicht. Vielleicht offen getragen?Hmm, weiß nicht. Auch nicht besser. Aber wie kam es denn jetzt zu dem Drama? Ich weiß nicht genau warum, aber weil ich in meinem Kopf bis jetzt gute Erfahrungen mit den La Maison Victor-Größen gemacht hatte, traute ich den Größenangaben und pauste eine Gr. 40 ab. In den Schultern verschmälert auf eine 38, weil sich das im letzten Jahr fast immer als gute Idee erwiesen hat. Schauen wir nun nicht auf meine gefühlte, sondern die wirkliche Erfahrung mit den La Maison Victor-Größen: ein Jeansrock (passte gut, aber es ist kein Oberteil, sagt also nichts aus für einen Cardigan), ein Mantel (sollte Oversize sein, sieht an mir aus wie ein Sack, schob ich im Kopf darauf, dass Oversize halt nichts für mich ist). Also, klassischer Selbstbetrug. Ich ging aber fleißig ans Werk, schnitt zu, begann zu nähen. Habe nicht nochmal am Kleidungsstück nachgemessen und mich 1 zu 1 an die Anleitung gehalten, also am Halsausschnitt nach der Schrägbandverarbeitung beherzt die Nahtzugabe gekürzt. Erste Anprobe: Katastrophe!

Ihr seht es links (noch ohne Bündchen und Knopflöcher): Es war ein unförmiger Sack! Meine Puppe hat eine Kleidergröße weniger als ich, deswegen an der Puppe noch etwas schlimmer. Vergleicht man die Bilder in der Zeitschrift: Ja, leger war sie auch hier, die Faye, aber nicht so! Ich habe so gut es geht enger gemacht und dabei an den Seiten bis zu 2 cm rausgenommen. Das sind 8 cm Umfang! Die Ärmel musste ich um lockere 9 cm kürzen. Das nächste Problem: der Ausschnitt. Hier sollte der dehnbare Stoff (in der Zeitschrift leichter Strickstoff) mit einem Schrägband verstürzt werden. Gesagt, getan.

Es stand furchtbar ab. Ich weiß auch nicht, ob mir die Verarbeitung überhaupt so zusagt. Ein Beleg wäre doch sicher eine bessere Lösung… Naja, an meiner Erna sieht es nicht ganz so gravierend aus, wie an mir. Da ich die Nahtzugabe schon so schön zurückgeschnitten hatte, war der Rettungsversuch eine Friemelei. Ich schaffte es mit Mühe und Not per Hand das Ganze an der vorderen Naht etwas einzuhalten, sodass es nicht mehr so ganz doll absteht. Puh! Alles in allem habe ich mich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Für das braune Schrägband hätte ich als Unterfaden ruhig auch braun nehmen können, damit es von innen netter aussieht. Und die Knopflöcher waren ein eigenes Drama für sich. Beim Original waren annähbare Druckknöpfe vorgesehen. Das gefiel mir nicht, besser richtige Knöpfe dachte ich. Einige Knopflöcher nähte ich 4 Mal. Ich dachte das Ripsband würde es stabil genug machen, damit das gut ginge. Das war aber so schmal, dass ich unter meinem automatischen Knopflochfuß kaum etwas sah, von wegen gerade nähen und so. Und die vielen Stofflagen am unteren Bündchen brachten die Automatik durcheinander. Und auch hier, hätte ich von innen auf beige umsteigen können. Zu den Knöpfen: Es sind geerbte Perlmutt-Knöpfe. Mein Bruder sagt, es gibt gutes Retro und schlechtes Retro. Das sei schlechtes Retro… Puh…

Wenn etwas Gras über die Sache gewachsen ist, setze ich mich vielleicht nochmal hin und versuche die Paßform noch ein bisschen besser zu machen. Aber noch nicht jetzt. Jetzt bin ich noch zu sehr frustriert.

Schuld an dem Dilemma bin vor allem ich selbst. Aber dem Schnitt gebe ich auch keine weitere Chance. Ich weiß, was ich jetzt ändern müsste, aber das ist so viel, dass es mir einfacher erscheint mir einen anderen zu suchen. Doch ich trauere meinem schönen Stoff nach… Diese Farbe kriegt man leider nicht so einfach. Wie oben schön erwähnt, was als senffarben bezeichnet ist, hat oft so einen gedämpften, schlammigen Unterton und ist nicht so schön leuchtend wie dieser Stoff. Ich hoffe, ich finde bald nochmal etwas ähnliches. Jetzt wo ich gerade herausgefunden habe, dass ich die Farbe für mich so mag.

Entschuldigt, meinen ewig langen Post. Aber dieses gelbe Projekt war ein sehr emotionales… Was die anderen zur Farbe Gelb bei den 12 Colours of Handmade Fashion beizutragen haben, sammelt Selmin hier. Nochmal danke für diese schöne Aktion!

Alles Liebe,

Kathrin

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Stoffdiät 2017 – März Update

Für’s Märzupdate der Stoffdiät (hier geht es zu meinem ersten Beitrag) sind die primären Fragen:

Was zun mit ungeliebten Stoffen? Wer tauscht mit mir?

Um die erste Frage beantworten zu können, musste ich mich durch mein Stofflager wühlen. Als ich damit begann und ich direkt über ein paar vergessene Schätze stolperte, wurde mir klar: Ich muss eine Inventur machen! Dabei wollte ich das doch partout nicht. Grundlegend stimmte ich mit der Aussage überein, die ich schon bei einigen anderen gelesen habe: „Ich mach doch keine Inventur. Da geht so viel Zeit bei drauf, die nutze ich lieber zum nähen.“ Ganz meine Meinung, habe ich mir jedes Mal gedacht. Aber als ich da so vor meinem Stofflager hockte, ein paar wirkliche Schätzchen in der Hand und ohne Plan wie viel da noch vergessen schlummerte, wurde mir bewusst, dass das eine echte Verschwendung ist. Ich habe die Inventur für Zeitverschwendung gehalten, aber dann dachte ich mir, dass meine Stoffe es verdient haben nicht in Vergessenheit zu geraten und dass das andernfalls zwar keine Zeit, aber doch auf jeden Fall eine Ressourcenverschwendung ist.

Also dehnte ich die Stunde, die ich mir für „mal eben durch die Stoffe wühlen“ verplant hatte auf das komplette Wochenende aus, um tatsächlich Inventur zu machen. Allerdings nur die noch nicht angeschnittenen bzw. die von denen noch wirklich größere Reste vorhanden sind, die ein komplettes Kleidungsstück ergeben können und halbwegs in mein herbstliches Farbschema passen. Und? Ich bin immer noch nicht fertig. Aber ich freue mich so viele schöne Sachen wiedergefunden zu haben und darauf sie bald unter die Maschine zu kriegen. Ja, eigentlich sollten dieses Wochenende noch zwei Shirts rausspringen, um meine Bilanz ein bisschen zu pushen und den Kleiderschrank etwas zu füllen, aber, ganz entgegen meiner vorherigen Überzeugung, wurde mir die Sichtung meines Fundus auf einmal wichtiger.

Hier kommt also erstmal meine Bilanz seit dem letzten Eintrag:

Genäht wurden:

ein Jeansrock (0,7 m, Holly von La Maison Victor, dessen Stoff ich zähneknirschend als verbraucht verbuche), ein Oversize-Oberteil (1,4 m, Vanilla von Wafflepatterns, ein wahrer Stofffresser, hier „nur“ 1,4 m, weil der Stoff 1,8 m breit lag), Männer-T-Shirt (Max von Pattydoo, ohne Foto, leider nicht aus dem Stofffundus machbar) und die Wolljacke (1,3 m Wollstoff, 1 m Futter, Villette von La Maison Victor (6/2017), bis auf Spezialfutter alles aus meinem Lager). Die letzten drei möchten noch verbloggt werden.

Dazu gekommen sind Stoff für das Männer-T-Shirt (schon verbraucht), das Mantelspezialfutter (ebenfalls verbraucht), 1 m Funktionsjersey (habe das Spezialfutter mit einem Gutschein gekauft und es waren noch ein paar Euro übrig, die verbraten werden wollten) und 0,5 m Baumwollstoff (ein Geburtstagsgeschenk von einer lieben Freundin). Nach Adam Riese, -2.9 m seit dem letzten Eintrag. Im Vergleich zu manch anderem, der bei der Stoffdiät mitmacht, ist das lächerlich wenig, aber für mein momentanes Nähzeitpensum bin ich zufrieden.

So, kommen wir zur Frage: Wer tauscht mit mir? Tatsächlich habe ich nur zwei potentielle Tauschobjekte gefunden. Zum einen diesen hellblauen „Dekostoff“.

Leider kann ich keine Angaben machen, welches Material das ist. Er liegt wirklich schon lange bei mir und damals habe ich auf sowas noch nicht geachtet. Wird wohl schon einen anständigen Anteil Poly drinhaben. Es sind 1,8 m bei 135 cm Breite. Er ist noch nicht gewaschen. Er hat eine schöne schräge Rippenstruktur, ist etwas fester, hat aber trotzdem noch einen schönen Fall und fasst sich auch gut an. Ich wollte ursprünglich ein Polster damit beziehen und passende Kissenbezüge. Aber da wird er wohl nicht robust genug für sein. Ich könnte mir durchaus z. B. einen Blazer oder sowas daraus vorstellen, weiß aber nicht wie er sich wäscht und ob die Materialzusammensetzung dafür wirklich geeignet ist. Für mich als Herbsttyp ist das hellblau auf jeden Fall gar nichts. Würde mich freuen, wenn den irgendwer gebrauchen kann, trotz meiner ungenauen Angaben. Ich werde ihn wohl nie verwenden…

Tauschobjekt Nr. 2: dieser wundervolle lila-pinke Traum hier:

Ganz ehrlich: Ich mag diesen Stoff unglaublich gerne. Es ist eine Art Walkloden, aber nicht ganz so fest. Hat immer noch einen einigermaßen schönen Fall, für so einen dicken Stoff. Es ist ein wirklich tolles lila, mit pinken „Kügelchen“ drauf, die erhaben sind. Ich hoffe man kann das auf dem rechten Bild erkennen. Ich habe mal eine Tasche für eine Freundin daraus genäht. Jetzt weiß ich, dass ich ihn für eine anständige Tasche richtig hätte füttern müssen, denn er ist dafür eigentlich nicht fest genug. Er wäre ein Traum für ein Jäckchen oder einen Rock. Einziges Problem: Er ist mir viel zu extravagant für ein Kleidungsstück. Ich mag ihn so sehr, aber befürchte ich würde das Teil nie-nie-niemals anziehen. Also, wenn ihn jemand gebrauchen kann, bitte melden. Er verdient es nicht länger im Schrank vor sich hinzustauben. Leider ist er natürlich angeschnitten, d.h. 90 cm volle Stoffbreite (140 cm), dann folgen 20 cm die noch 80 cm breit sind und 40 cm mit 45 cm Breite… Genug für einen Rock wäre es zumindest… Mittlerweile vergeben!

Zu guter Letzt: Momentaner Stand der Inventur sind 47 m. Wie gesagt, ganz durch bin ich noch nicht, aber sooo viel ist es nicht mehr.

So, damit reihe ich mich jetzt hier ein in den Reigen der anderen Stoffdiätierenden und schaue wie es bei ihnen läuft.

Alles Liebe,

Kathrin

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Der Jeansrock-Vorfall

Ach ja, es war so schön geplant. Eigentlich wollte ich hier jetzt Tragebilder meines neuen Jeansrocks zeigen auf den ich so stolz war. Ein Schnitt aus der La Maison Victor (Ausgabe 2 (März-April) / 2016). Richtige Größe, passte recht gut, der Reißverschlussschlitz war mir außerordentlich gut gelungen und schöne Ziernähte. Stattdessen kann ich jetzt Bilder zeigen, wie schön der am Hintern gerissen ist…

Vorder- und Rückansicht von Rock Holly

links: gut gelungene Ziernähte, mitte: Riss in Nahaufnahme, rechts: Außmaß der Bescherung

Entschuldigt, die furchtbare Fotoqualität! Meine Kamera spricht nicht mehr anständig mit dem Objektiv und bei diesen schlechten Lichtverhältnissen gerade, habe ich wahnsinnig Probleme im manuellen Fokus anständige Bilder hinzukriegen. Es muss wohl leider bald eine neue her… Farblich sind tatsächlich die beiden Bilder mit dem Riss am akuratesten. Zurück zum Riss:

Interessanterweise ist nicht die Naht an sich gerissen, sondern die Schussfäden haben sich einfach von den Kettfäden, die noch in der Naht stecken, verabschiedet. Das ist mir wirklich noch nie passiert. Ich kann nur vermuten woran es liegt. Zum einen war der Stoff eventuell nicht der Hochqualitativste. Aber auch kein totales Billigzeug. Zum anderen bin ich mit meiner neuen Overlock noch nicht so 100%ig vertraut und vielleicht habe ich die Stichbreite einfach zu eng eingestellt und damit den Stoff eher „perforiert“. Oder die falschen Nadeln? Da der Stoff nicht so wirklich dick und fest ist, hatte ich gedacht, ich komme mit normalen Allzwecknadeln aus. Ich weiß es nicht genau. Ich müsste wohl ein paar Probenähte an den kläglichen Resten des Jeansstoffs machen, um das rauszufinden. Aber erstmal habe ich kapituliert und den Rock wütend in die Ecke gepfeffert und strafe ihn mit Verachtung. Dabei darf man durchaus erwähnen, dass er natürlich nicht zuhause beim „Probetragen“ gerissen ist, sondern auf einer Party… Naja, viele haben es wohl nicht gesehen und die Gastgeberin hat mich sehr lieb mit einem Ersatzrock ausgestattet, damit ich nicht direkt wieder verschwinden musste.

Ich weiß noch nicht mal wirklich ob ich das Teil noch retten kann, ohne dass es total lächerlich aussieht. Die Frage ist auch ob es sich lohnt, da ich natürlich Gefahr laufe, dass bald schon eine der anderen Nähte knackt. Schließlich habe ich fast alles auf die gleiche Weise zusammengenäht. Wenn irgendjemand Ideen zur Rettung oder Erfahrung mit solchen Rissen hat und weiß wie ich das in Zukunft verhindern kann: Immer her damit! Ich wäre sehr dankbar!

Andere Frage: Wie läuft es mit meiner Stoffdiät? Widerwillig zähle ich den Rock auch zu verbraucht (auch wenn ich mir unter verbraucht was anderes vorstelle, nämlich ein neues Kleidungsstück). 0,7 m für den Rock und 1,4 m für ein neues Oberteil. Dies ist noch ohne Fotos wegen des Kameraproblems. Stoffzuwachs gab es leider auch, da ein Geschenk genäht werden musste. Die gekauften 1,6 m sind aber schon fast komplett wieder verbraucht. Da ich im Februar eine Woche im Urlaub war, finde ich gute 2 m minus gar nicht mal so schlecht.

Sodenn, viele Grüße,

Kathrin

Back to Life mit der Stoffdiät 2017

Endlich kann ich meine Seite hier wieder mit Leben füllen. Mein vorletzter Post stammt von Anfang letzten Jahres und listet meine vielfältigen Nähpläne fürs letzte Jahr auf. Ein einziges davon ist umgesetzt. Das wird schon getragen, aber eher widerwillig, weil ich den Saum noch mal ändern muss… Ich hätte damals schon wissen können, dass meine Pläne utopisch sind. Es ging in die finale Phase meiner Doktorarbeit und damit schrumpfte meine Freizeit zusammen. Außerdem musste ich entdecken, dass wenn der Stresspegel ein gewisses Maß übersteigt, das Nähen mir leider doch nicht mehr, wie sonst, als entspannender Ausgleich dient. Ich war lustlos und genervt und es zog mich, wenn überhaupt, mit den Stricknadeln aufs Sofa.

Jetzt ist aber alles vorbei und ich kann hochmotiviert das neue Jahr beginnen und möchte mich zu den Teilnehmern der Stoffdiät 2017 dazugesellen und damit mein Blog wieder beleben. Fangen wir also erstmal mit der Dokumentation des Ist-Zustandes, in Form von Bildern, an.

Ganz oben sieht man meinen vollen Stoffschrank (links Strick-, rechts Webstoffe). Darunter die 4 Boxen enthalten Reste für Kleinprojekte wie Täschchen oder Applikationen. Hinzu kommt der Stoffstapel mit meinen letzten 4 Neuzugängen, die es aus Platzgründen noch nicht in den Schrank geschafft haben bzw. noch ihrer sehr baldigen Verarbeitung harren. Ein paar Kleinigkeiten habe ich vergessen zu fotografieren: Ein Stapel alter Bettwäsche für Probeteile, ein kleiner Karton mit Zubehör und Stoffen für die BH- und Panty-Produktion und eine Tüte vom Stoffmarkt mit Lederstücken für die Puschen-Produktion.

Meine Ziele sind deutlich und drastisch: Leerung des Stoffschrankes um ungefähr die Hälfte. Ich habe keinen Platz mehr um darin Neuzugänge unterzubringen und das nervt mich gewaltig. Ich habe ein paar Stoffschätze, die sicherlich noch eine Weile liegen dürfen, aber theoretisch kaufe ich Stoffe schon mit einer konkreten Vorstellung was sie werden sollen. Das habe ich nur so oft gemacht, dass ich mit dem nähen nicht hinterherkam und ich immer wieder von der Vorstellung und dem Reiz eines neuen Projektes hinfortgerissen wurde und damit alles plante, aber wenig nähte und nur sammelte. Hinzu kommen noch die „Wenn-du-einmal-hier-bist-guckst-du-noch-schnell-bei-den-Angeboten“-Stoffe. Auch habe ich oft gekauft ohne wirklich darüber nachzudenken, ob das geplante Stück wirklich gut kombinierbar ist, ich es gerade wirklich gut gebrauchen kann oder es noch ein oder zwei weitere Stücke braucht, damit ich es überhaupt nutzen werde. Eine kurze Shorts z. B., die ich aber nur über eine Leggings anziehen würde, wäre so ein Beispiel. Ich mag den braun-gemusterten Stoff sehr gerne, aber ich besitze keine braune Leggings.

Meine Pläne bzgl. des Stoffkaufs lauten also: erstmal Stopp! Erstmal überlegen was gerade wirklich im Kleiderschrank fehlt, dann realistische Pläne machen, möglichst mit Stoffen aus dem Fundus. Stoffläden meiden oder mit konkreter Einkaufsliste hineingehen und sich daran halten. Einfach besser organisieren also. Bei meiner Wolle kriege ich das besser hin. Eine richtige Regel, wie die 2:1-Regel, gefällt mir zwar sehr, ist aber für mich leider nicht richtig praktikabel. Ich nähe auch gerne für andere und Geburtstage halten sich ja leider nicht daran, ob es jetzt gerade nach der Regel erlaubt ist zu kaufen bzw. ich bin schlecht darin sowas früh genug einzuplanen. Aber Außnahmen mag ich nicht. Wenn schon Regel, dann auch strikt befolgen, sonst halte ich mich gar nicht mehr dran.

Meine Nähpläne für die nächsten Wochen: ein Oversize-Oberteil, ein T-Shirt für den Liebsten zum Geburtstag, eine schlichte Wolljacke und 1-2 T-Shirts. Wenn es zeitlich passt noch 1-2 cardiganartige Jäckchen. Die Schnitte müssen noch abgepaust oder zusammengeklebt werden, deswegen will ich mir nicht zu viel Aufladen. Es tut mir immer gut, eine erfüllbare Liste zu haben. Das motiviert mich mehr. Und ich freue mich dann, wenn ich die Teile, die optional waren noch schaffe, bin aber nicht enttäuscht wenn nicht. Leider bringen Projekt 2 und 3 Stoffkauf mit sich. Es schlummert leider kein brauchbarer Jersey für ein Männershirt bei mir und für die Wolljacke brauche ich vermutlich noch ein Futter. Das muss ich noch checken. Hoffe also für die Stoffreduktion vor allem auf die T-Shirts und auf meine Optionalprojekte… Aber nicht unkontrolliert Neues zu kaufen ist ja auch schon mal ein Anfang.

Danke für diese Aktion! Ich wollte das schon länger angehen, aber so gemeinsam macht es sicher mehr Spaß und bringt mich hoffentlich dazu mich eher dran zu halten. Was die Pläne und Ziele der anderen sind, findet man hier.

Liebe Grüße,

Kathrin

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Marie und der Nähplan fürs Jahr

marie_puppe_front_detail_webIch schrieb schon letzten Juli hier von der wundervollen Jacke Marie von StyleARC, in die ich mich verliebte und dessen Schnittmuster ich direkt ordern musste. Leider hat es dann noch einige Zeit gedauert bis ich dazu kam, sie dann auch zu nähen, aber jetzt war es soweit und das möchte ich dem Internet natürlich nicht vorenthalten. Hier kommt meine erste Marie:

marie_body_collageDer Stoff ist, soweit ich mich erinnere, weitestgehend Polyester und hat lilafarbene Glitzerfäden als Streifen eingearbeitet. Die Streifen gefielen mir, auch wenn Glitzer nicht so ganz mein Stil ist, und von der Qualität versprach ich mir nicht viel. Trotzdem hatte ich gehofft, dass es ein tragbares Probemodell sein könnte. Jaja, hier kommt leider der Konjunktiv zum Einsatz. Der Schnitt an sich, gefällt mir sehr gut. Ich werde die Schultern noch ein bisschen verschmälern, aber alles in allem passt es schon sehr gut. Die Nähanleitung ist, wie ich das auch schon im oben erwähnten Beitrag, der sich hauptsächlich um das Fern Top drehte, schrieb, eher dürftig. Ja, das Schnittmuster ist als „Challenging“ eingestuft, aber das kann ich normalerweise händeln und ist auch keine Entschuldigung für so eine rudimentäre Anleitung. Aber das ist halt der StyleARC-Standard. Eigentlich ist da, wenn man mal verstanden hat, wie alles zusammengehört auch keine Zauberei dabei. Soweit war ich beim Zuschnitt aber noch nicht, deswegen ist mein ‚pattern matching‘ eher nicht so gut gelungen, auch wenn ich es versucht habe. Was aber die Innenverarbeitung angeht… Die vorderen Schnittteile sind, wie man auf den Fotos der offenen Jacke erahnen kann, gedoppelt, d. h. man hat am Saum einen Übergang von einlagig zu zweilagig. Hier habe ich die Anleitung schlicht und einfach nicht verstanden und das einfach irgendwie hingeschustert. Jetzt habe ich so eine leise Ahnung, wie man es schöner machen könnte, finde mich da in der Anleitung zwar nicht wieder, aber das kann ich ignorieren. Ferner habe ich die Innenseite der Doppellage noch per Hand an die Nahtzugabe der Prinzessnähte genäht, damit das Ganze sauber aussieht und nicht so unmotiviert offen rumhängt. Davon steht definitiv nichts in der Anleitung…marie_puppe_collageEgal, der Schnitt ist schön und es wäre bestimmt gerade meine go-to Kuscheljacke, wenn nicht dieser furchtbare Stoff nicht nur nicht kuschelig wäre (die Glitzerfäden kratzen und man zieht sich mit kleinsten Blessuren an den Händen Fäden aus dem Stoff), sondern man muss nur ein wenig Schwitzen und es fängt sofort an sehr unangenehm zu riechen. Das kenne ich schon von solchen Polyester-Stoffen und hätte mich vielleicht schon früher eines besseren lehren sollen. Also, note-to-self für den nächsten Stoffkauf: Finger weg von billigem Polyesterkram! Momentan hängt die Jacke also einfach dekorativ über meiner Erna (Schneiderpuppe) und wartet darauf, dass eine Neue zugeschnitten wird und der teure Reißverschluss herausgetrennt wird und eine Wiederverwendung erfährt. Dann wird der Rest wohl im Müll landen.

Auch wenn ich diesen Post damit in nie gekannte Längen treiben werde, möchte ich die Gelegenheit trotzdem nutzen, um meine Nähpläne für dieses Jahr festzuhalten. So viele schöne Pläne schwirren ungeordnet in meinem Kopf, Schnittmuster sind bereits gekauft, Stoff in vielen Fällen auch. Also muss der Knoten in meinem Kopf entwirrt und eine kleine Liste aufgestellt werden, die sicher nicht in Stein gemeiselt sein wird, aber etwas Ordnung schaffen sollte.

Projekte in geistiger Planung sind:

  • 1 Paar Jeans, Ginger Jeans, werde das Schnittmuster von einer Skinny zu einer Straight Jeans ändern, grauer Jeansstoff liegt schon auf Halde
  • 1 Fern Top, wie hier gezeigt, schöner geblümter Stoff in meiner herbstlichen Farbpalette ist auch schon am Start
  • 2 dünnere, lange Hosen, Schnitt von hier weiter verbessern, zwei gestreifte Leinen-Mischgewebe warten auf ihren Einsatz
  • min. 1 legere Bluse, Camas Blouse von Thread Theory, Morgan hat mich einfach mit ihren Versionen, die sie hier gezeigt hat, umgehauen
  • 1 neue Marie Jacke (siehe oben), habe mich noch nicht für einen Stoff entschieden, ist aber genug zur Auswahl
  • 2 – 3 weitere Überziehstrickjäckchen, Stoff ist da, den Schnitt werde ich versuchen einfach von einer Kaufjacke abzunehmen
  • BHs und Pantys, einen BH-Nähkurs habe ich erfolgreich hinter mich gebracht, Material ist gekauft (ich erkenne ‚langsam‘ ein Muster bei mir), es kann losgehen
  • 1 Jacke, Short Duffle Jacket -Caramel-, habe ich schon vor 2 Jahren entdeckt und für absolut machenswert befunden, vor Weihnachten habe ich im Sale den Schnitt erstanden, jetzt muss ich nur noch die Courage finden, mich an dieses Großprojekt zu wagen. Diesen Winter wird das aber nichts mehr

Meinen Mangel an einfachen Shirts habe ich diese Woche durch einen Kauf im Avocado Store behoben. Der Mangel war da, der Kopf sagte mir: „T-Shirts gehen super schnell, der Stoff liegt doch schon bereit, einfach machen“ –  aber trotzdem blieb die nötige Zeit und Motivation aus. Das wurde jetzt mit ein paar schlichten, aber schönen und fair-produzierten Shirts ausgeglichen und sie durften von meiner doch recht langen Liste wieder runter. Jetzt gibt es erstmal nur welche, wenn ich wirklich Lust drauf habe.

So, damit sind die Pläne jetzt geordnet und bereit über den Haufen geworfen zu werden. Man kennt das ja…

Fröhliches nähen und kreativ sein, ihr Lieben!

Kathrin

Was es zu Weihnachten gab – Teil 3

So, weiter geht es mit dem dritten und letzten Teil, meiner Posts über die selbstgemachten Dinge, die letztes Weihnachten unter dem Baum gelandet sind.

Für eine liebe leuchtturmliebende Freundin gab es diese knuddelige Ausgabe eines solchen. Die Anleitung für das Leuchtturmkissen ist von Sabine von Binenstich.

Leuchtturm_totale_web Leuchtturm_angeschnitten02_web       Leuchtturm_details_stickerei_webHier kommen wieder meine Handnähkünste zur Geltung… Sagen wir mal: Ich übe noch. Aber so hat es auch ein bisschen mehr Charme.

Oh je, ich sehe, dass auf dem ersten Bild der Hintergrund wesentlich schärfer ist, als das Kissen. Das kommt davon, wenn man beim Fotos machen im Zeitdruck ist. Zu Weihnachten gab es aber ein neues Objektiv. Damit wird bestimmt alles besser, wenn ich erst gelernt habe richtig damit umzugehen…

Last but not least, ein Klassiker – der Leseknochen. Hier in dreifacher Ausführung, zwei Weihnachtsgeschenke und ein Aufmunterungs-„Kannst du gut gebrauchen“-Geschenk. Im Original, soweit ich weiß, von sew4home, es gibt aber unter „Leseknochen“ auch jede Menge deutschsprachige Anleitungen zu finden.

leseknochen04_web leseknochen01_web  leseknochen03_webKann man irgendwie immer gebrauchen und aus hübschen, bunten Stoffen einfach ein schönes Geschenk!

So, das war es dann von meiner kleinen Serie.

Liebste Grüße,

Kathrin

Was es zu Weihnachten gab – Teil 2

So, weiter geht’s mit den von mir für Weihnachten produzierten Geschenken.

Das hier ist jetzt die knuffige Fraktion. Zunächst gab es einen gehäkelten Big Foot nach einer Anleitung von Lucy Collins alias Lucy Ravenscar aus der Wolle Siena (100% Merino) von Wolle Rödel.

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biggie_detail_koepfchen_webbiggie_angeschnitten_webIch war wirklich sehr begeistert von der Anleitung. Ja, sie ist auf englisch, aber ich bin es grundlegend eh gewohnt nach englischen Anleitungen zu stricken und zu häkeln. Die Anleitungen sind meist wesentlich ausführlicher als die deutschen bzw. setzen weniger Basiswissen voraus. Sollte mal eine Maschenart etwas ‚exotischer‘ sein, ist sie meist genau erklärt und es gibt eben auf englisch auch viel mehr und meist auch bessere Anleitungen zu finden, die einem einzelne Maschenarten erklären.
Mein Big Foot (die große Version) ließ sich auf jeden Fall nach der Anleitung super häkeln und ich hab den Kleinen während der Herstellung schon direkt lieb gewonnen. Es war für mich das erste Mal, dass ich ein Kuscheltier gehäkelt habe, aber ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden und spiele schon mit dem Gedanken mir auch selber einen zu machen. Hach, er ist einfach zu knuffig und steht dem Beschenkten hoffentlich brav zur Seite und hilft durch schwere Zeiten.

Auf der Suche nach einem originellen Nadelkissen für eine ebenfalls nähbegeisterte Freundin, stieß ich auf diesen kleinen, bananenliebenden Kerl. Hier geht es zur kostenlosen Anleitung von Lady Joyceley.

minion_totale_web minion_detail01_web Er ist nicht perfekt, denn meine Handnähkünste sind, was die Gleichmäßigkeit angeht, sicherlich noch ausbaufähig, aber ist er nicht putzig? Es gibt auch noch eine kleinere Version. Ich hab ihn nicht ausgemessen, aber ich schätze, er ist schon so zwischen 12 und 15 cm hoch. Die Handschuhe und Schuhe sind auch so schon so winzig, dass das wirklich wahnsinnig fummelig war. Wie man das Ganze dann in noch kleiner zusammenschustern soll, ist mir unklar.

Da lässt sich nur noch hinzufügen:

BANANAAAAAA!

Zwei Weihnachtsgeschenke habe ich euch noch zu zeigen. Einen dritten Teil wird es also noch geben.

Alles Liebe,

Kathrin

Was es zu Weihnachten gab – Teil 1

Hallo ihr Lieben,

auch wenn es etwas verspätet kommt: Ich wünsche euch ein frohe neues Jahr und alles Gute für das noch frische Jahr 2016!

Ich hatte versprochen zu zeigen, was es dieses Jahr für meine Liebsten zu Weihnachten gab. Die Fotos sind nicht alle 100%ig scharf. Das Licht kurz vor Weihnachten war eher grenzwärtig, aber wem erzähle ich das. Ist ja das übliche Winterproblem…

Hier möchte ich euch als erstes die aufwändigsten Geschenke zeigen. Ich habe nämlich meine ersten Patchwork-Quilt-Decken genäht! Tadaaa!

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Dazu muss man sagen, ich hatte überhaupt keine Erfahrung – weder im patchworken noch im quilten. Ich habe mir also einfach ein paar schöne Stoffe besorgt (Quelle für die gemusterten Stoffe: Frau Tulpe), etliche 20 cm große Quadrate zugeschnitten (jaja, auch das ist nicht so einfach wie es sich anhört), diese zusammengenäht und alles gebügelt. Fertig war mein Quilt-Top.
Das Innenleben besteht aus einer IKEA-Fleecedecke und gequiltet habe ich mit einem wellenförmigen Stich meiner Maschine. Das war wesentlich anstrengender und aufwendiger als ich mir das vorgestellt hatte. Ständig hing irgendwo irgendwas runter oder staute sich irgendwo, weswegen es schon einiges an Konzentration und Logistik brauchte um alles einigermaßen gerade hinzubekommen (mit dem Wellenstich habe ich es mir hier noch vergleichsweise einfach gemacht) und gleichlang sind die Wellen auch nicht geworden, aber das gefällt mir eigentlich so ziemlich gut.
Das Binding habe ich dann nach der Anleitung von Pattydoo gemacht. Das ist zwar eine einfache Methode, hat mir dann aber an den Ecken nicht so gut gefallen, weil die mir noch recht offen erschienen. Da hab ich dann per Hand noch ein bisschen nachgebessert.

Okay, also, zeittechnisch kein Geschenk für mal eben und sicher auch nichts was ich jedes Jahr vor Weihnachten hinbekommen würde, aber ich habe dieses Jahr früh genug angefangen und die Ergebnisse sind wirklich toll geworden. Die Beschenkten haben sich gefreut und sowas Schönes mehr als verdient!

Das war es dann jetzt erstmal mit dem ersten Teil meiner Weihnachtsgeschenke.

Alles Liebe,

Kathrin