Verliebt auf den 2. Blick…

Wenn ich das Datum des letzten Posts anschaue, schäme ich mich ein bisschen. Lange ist der letzte Eintrag her… Die Arbeit, ein Urlaub, eine Dienstreise, wieder die Arbeit und die Gesundheit kamen mir dazwischen. Aber bevor ich mich weiter vor mir rechtfertige, den dem Leser ist dies sicherlich unwichtig, komme ich nun zum eigentlichen Thema.

Irgendwann gegen Ende des letzten Jahres sah ich zufällig auf einem Blog aus den USA eine Version dieser wundervollen Jacke Marie.

stylearc_MARIE-JACKET

Auf dieser technischen Zeichnung mag das nicht so rüberkommen, aber in die fertige Version (die ich jetzt beim besten Willen nicht mehr finden kann) habe ich mich direkt verliebt. Ich hab ein bisschen gebraucht bis ich überhaupt herausfand, wo man das Schnittmuster bekommt. Eine australische Schnittschmiede namens styleARC. Aha. Eigentlich hat mir hier nichts zugesagt. Die Webseite ist nicht hübsch, sie haben keine PDF-Versionen ihrer Schnittmuster (Hallo internationale Versandkosten!) UND man bekommt kein Mehrgrößenschnittmuster, sondern tatsächlich nur eine Größe. Ich weiß, dass das jetzt nicht soooo selten ist, aber ich bin das nicht gewöhnt und mag das auch nicht. Erstens bin ich ein Fan davon von der einen in die andere Größe überzublenden, wenn die Maße partou nicht in dieselbe Größe fallen und zweitens nähe ich nicht nur für mich, sondern auch für andere also benutze ich tatsächlich mehrere Größen. Nichts sprach also dafür dieses Schnittmuster zu bestellen, außer diese verdammt hübsche Jacke. Ich gab mich also geschlagen und bestellte trotz allem. Pünktlich zu meinem Geburtstag im Januar bekam ich dann Post. Ich war total überrascht, hatte ich diese kleine Eskapade schon verdrängt. Jetzt fielen mir aber nicht nur ein, sondern zwei Schnittmuster aus dem Umschlag entgegen. Ich dachte erst, man hätte sich vertan, aber bei styleARC gibt es jeden Monat (glaube ich) ein anderes Schnittmuster gratis dazu. So bekam ich Fern in die Hände.

stylearc_FERN-TOP

Ja, ganz süß, hat mich aber nicht vom Hocker gerissen. Vor wenigen Wochen rückte dann der Geburtstag einer lieben Freudin immer näher. Nachdem dann weder im Urlaub in Spanien, noch auf der Dienstreise in Irland das passende Geschenk um die Ecke kam, war ich nun drei Tage vor dem Geburtstagstermin ein klein wenig im Zugzwang. Schnell also in den Schnittmustern gewühlt, Fern gefunden, gehofft, dass es größenmäßig passt, einen Streichelstoff aus dem Fundus gezogen und losgelegt. Der Vorteil von Eingrößenschnittmustern: Man kann sie einfach ausschneiden, spart sich damit das Abpausen und damit Zeit. Fix zugeschnitten und angefangen zu nähen. Das Schnittmuster ist im Schwierigkeitsgrad als „Einfach“ bzw. „Mittel“ eingestuft. Hier muss ich sagen, mit der wirklich eher dürftigen Anleitung definitiv eher mittel. Ohne Näherfahrung wäre ich da klar dran verzweifelt. Mit weiteren Details möchte ich da aber nicht langweilen, denn wer das nicht selber genäht hat oder nähen will für den ist das natürlich uninteressant. Jetzt lasse ich einfach mal Bilder sprechen.

ferntop_ganz_webferntop_rueckenausschnitt_webferntop_saum_webDen Stoff habe ich vor Jahren schon beim holländischen Stoffmarkt entdeckt, gekauft und wohl gehütet, um damit etwas richtig Tolles für mich zu nähen. Na ja, für mich ist das Top leider nicht, aber richtig schön ist es geworden. Angezogen tatsächlich so schön, dass ich mich doch noch in dieses einfache Schnittmuster verliebt habe. Beim letzten Stoffeinkauf wanderten dann direkt zwei passende Stoffe in mein Körblein, damit ich mir noch für diesen Sommer zwei eigene Exemplare schneidern kann.

Ich hoffe diese auch bald zeigen zu können, aber es stehen noch zwei Geschenke und ein Kleid für die nächste Hochzeit auf der Nähliste. Und zu zeigen hab ich auch noch eine Menge, aber da bedarf es noch ein paar Fotosessions.

Sommerliche Grüße,

Kathrin

P.S.: Die Marie Jacke habe ich natürlich noch nicht genäht… Es fehlte an Zeit und passendem Reißverschluss und bei über 30 °C fehlt es gerade natürlich auch an Bedarf. Aber ein Probestoff für eine 1. Version ist schon gekauft und wird spätestens im Herbst in Angriff genommen. Verliebt bin ich nämlich immer noch…

Nachtrag: Wie ich jetzt erfahren habe, gibt es die styleARC-Schnittmuster doch als PDF und zwar auf Etsy. Da gibt es sie dann auch mehr oder weniger als Mehrgrößenschnittmuster, also 3 Größen auf einmal. Daraufhin wird aber auf der styleARC Seite nicht hingewiesen oder ich habe den Hinweis nicht gefunden.

Nicht-österliche Osternähereien

Ja, ich weiß, Ostern ist jetzt schon fast zwei Wochen vorbei, aber ich konnte noch gar nicht zeigen, was an jenem Wochenende entstanden ist. Da mich ein fieses Magenproblem zwang meine kompletten Pläne über den Haufen zu werfen, war auf einmal viel Zeit Zuhause da, die genutzt werden wollte. Also nahm ich ein Projekt in Angriff, dass ich schon mehrere Jahre auf meiner Liste hatte. Die dafür ausgesuchten Stoffe samt Reißverschlüssen und Bügelvlies schlummern ebenfalls schon genauso lange in meinem „Lager“.

Es sollte ein neues Portemonaie werden, da das alte langsam etwas unansehlich wurde und auch an sich sehr dick ist. Ich wollte alles etwas verschlanken. Dann fiel mir das wundervolle Schnittmuster „Wildspitz“ von creat.ING[dh] in die Hände und ich war sofort begeistert. Das Format war allerdings nicht so meins. Auch wenn ich immer viel Zeug mit mir rumschleppe, mag ich länglich geformte Geldbeutel nicht wirklich gerne. Sie sind mir einfach zu groß und zu sperrig. Ich habe mich also hingesetzt und erstmal die Breite verändert. Das Innenleben sollte auch genau auf meine Bedürfnisse angepasst werden. Es gibt zwar schon im Schnittmuster unterschiedliche Varianten, aber es sollte 100% passen. Also habe ich versucht zu verstehen warum was wie lang ist und wie ich das ändern muss. Das hat auch tatsächlich ziemlich gut geklappt und herausgekommen ist dieser schöne Geldbeutel:

Geldbeutel02_webGeldebeutel04_webFotografiert in den letzten Sonnestrahlen, die sich am Ende des Ostermontags noch gerade ihren Weg durch die Wolken gebahnt haben. Außen ist ein grober Möbelstoff, der mir aber wegen der ungewöhnlichen Farbkombi unglaublich gut gefallen hat und innen habe ich einfache lila und orange Baumwollstoffe verwendet. Als Verschluss habe ich einen Kam Snap verwendet. Eigentlich hatte ich einen Magnetverschluss geplant, da habe ich aber den richtigen Zeitpunkt zum Anbringen verpasst und habe mir dann das Auftrennen geschenkt und mich für einen anderen Verschluss entschieden. Der äußere Stoff war für dieses Projekt alles andere als ideal. Da er so grob gewebt ist, hatte ich extreme Probleme beim Wenden. Er ist mir dabei an einigen Stellen ausgerissen und darum ist es jetzt hier und da nicht ganz so sauber, aber ich bin sehr zufrieden und habe es schon fleißig im Einsatz.

Untergebracht sind jetzt hier nur die wichtigsten Karten, da ich ja verschlanken wollte. Trotzdem hat man ja irgendwie 1000 Karten und braucht ja die ein oder andere auch öfter, also habe ich noch ein, natürlich farblich passendes, Kartenetui genäht.

Geldbeutel03_webDen Schnitt habe ich mir nach den Erfahrungen mit dem Wildspitz-Schnittmuster selber zusammengeschustert und das Ganze nach einer Vorlage aus dem Buch „Doodle Stitching: The Motif Collection“ von Aimee Ray handbestickt. Hierfür hätte ich eventuell ein stärkeres Bügelvlies nehmen sollen (habe Vlieseline H250 verwendet), da es sich in der Handtasche gerne einmal in der Mitte durchknickt, da wo der Trennungsstreifen für die Karten ist.

Geldbeutel01_web

Alles in allem bin ich auf jeden Fall zufrieden mit meinem Ertrag des Osterwochenendes und freu mich jetzt jedes Mal ein bisschen, wenn ich irgendwas bezahlen muss und mein neues Portemonaie angucken kann. Etwas verrückt, aber so ist es.

Ich hoffe, dass ich auch bald mal was unter der Rubrik „Designzeug“ zeigen kann, aber ich kämpfe noch mit dem Copyright. Ich hoffe, ich kann die Fotos, die ich zeigen will auch zeigen, sonst mache ich das anders.

Liebe Grüße,

Kathrin

 

Jugendsünden

Mindestens ein Mal im Jahr miste ich meinen Kleiderschrank aus. Noch gute Kleidungsstücke bringe ich in den Oxfam-Shop in der Nachbarstadt. So fällt es mir leicht großzügig auszusortieren, in dem Wissen damit wirklich etwas Gutes zu tun.

Bei dieser Aktion fielen mir auch einige Kleidungsstücke in die Hände, die ich noch gebrauchen kann, die aber einer kleinen Überholung mit der Nähmaschine bedürfen. Diese Woche habe ich damit angefangen und zwar mit diesem Wickel-Bolero-Jäckchen:

Jugendsuenden_alt_04Mein allererstes Projekt aus dehnbarem Stoff! Vorher habe ich mich nie an dehnbare Stoffe ran getraut, da ich nicht wusste wie man sie richtig verarbeitet. Vorsichtige Versuche an T-Shirtsäumen gingen meistens schief. Dann erfuhr ich, dass sich mit einer Zwillingsnadel schöne dehnbare Nähte produzieren lassen. Das habe ich dann ausprobiert und war sofort begeistert.

Leider kamJugendsuenden_alt_02 ich auf die irrwitzige Idee nicht nur meine Säume damit zu machen, sondern dachte auch es wäre eine gute Idee für alle anderen Nähte. Ich musste ziemlich lachen über meine Unwissenheit, als ich mir das Stück näher angeschaut habe. Die Zwillingsnadel ist super zum säumen, aber für z.B. eine Seitennaht ist sie einfach nicht gedacht. Da klafft die Naht schnell etwas auseinander, folglich sahen die meisten Nähte so aus. Man konnte an fast jeder Stelle das Garn sehen. Heute weiß ich: Nichts geht über einen schmalen Zickzack-Stich (z.B. Stichbreite und -länge 2.0)! Und die Passform? Es war mein erster Burda-Schnitt und ich habe nach bestem Gewissen meine Größe ausgewählt, aber es war einfach viel zu groß.

Die Schultern hingen sonstwo, aber nicht da wo sie hingehören. Die Ärmel waren viel zu lange. Der Rest ließ sich durch geschicktes Wickeln verbergen und ich habe das Jäckchen auch trotzdem getragen. Ich hatte mich einfach so in den Stoff verliebt und fand das alles nicht so schlimm.

Jugendsuenden_alt_03Irgendwann, mit steigendem Wissen um die offensichtlichen Fehler, wurde es mir dann aber doch zu peinlich und ich verbannte es nach hinten in den Schrank. Jetzt habe ich es wiedergefunden und an zwei freien Vormittagen aufgemotzt! Erstmal habe ich die Ärmel abgetrennt und die schlimmsten Nähte mit einem schmalen Zickzack-Stich nachgenäht. Dann habe ich das Armloch angepasst, sodass die Schulternaht auch auf der Schulter sitzt und nach Gefühl nach unten auslaufen lassen. Dabei hatte ich das Glück, dass derselbe Umfang herauskam wie vorher, sodass ich den Ärmel nicht auch noch auftrennen musste. Ärmel wieder eingesetzt und gekürzt, vorne noch etwas Weite rausgenommen, da es sich dort bauschte und fertig!

Jugendsuenden_neu_01_webJugendsuenden_neu_02_webJugendsuenden_neu_04_webWie ihr auf dem Foto mit dem Ausschnitt seht, habe ich damals aus Versehen die Zwillingsnadel falsch rum benutzt, sodass der untere Zickzack-Stich hier außen ist. Ich nehme es als Stilmittel und behaupte das soll so. So schlecht sieht das nämlich gar nicht aus.

Ich freu mich sehr, dass ich das Jäckchen jetzt guten Gewissens wieder anziehen kann. Es ist ein krasser Stoff, aber gerade das gefällt mir sehr. Ich habe ihn damals bei Butinette gekauft. Einen Rest habe ich noch. Wenn es reicht, wird der vor unserem Sommerurlaub noch in einen luftigen Rock verwandelt.

Es war viel Arbeit, aber ich freue mich eine meiner „Jugendsünden“ jetzt mit Stolz wieder tragen zu können. Nähte mit Zwillingsnadel… Ich muss jetzt noch kichern…

Keep on sewing,

Kathrin

 

 

Japan Sew Along – Finale

So, wir kommen zum Finale unseres feinen Sew Alongs. Heutiges Thema ist:

Finale und Fazit: Mehr japanisch nähen?

Also kommt jetzt erstmal eine kleine Bilderflut. Der Liebste hat gestern sein Fotografendebut gegeben und seine Sache außerordentlich gut gemacht, wie ich finde.

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Hemdbluse aus „Nähen im Japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, Vorder- und Rückansicht, „klassische“ Trageweise

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Hemdbluse aus „Nähen im Japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, Vorder- und Rückansicht, mit Gürtel hinten zusammengerafft

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Hemdbluse aus „Nähen im Japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, Detailansicht von vorne

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Hemdbluse aus „Nähen im Japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, winterlich gestylt mit Strickjacke

Meine Hemdbluse, wie hier schon näher beschrieben, gefällt mir sehr gut. Vielleicht muss ich die Schlaufen an der Seite noch ein wenig versetzen. Ich habe das Gefühl beim Tragen rutscht der Gürtel gerne etwas nach oben und dann wird es um die Brust etwas plusterig. Schön ist auch die Variante in der hinten alles gerafft wird und vorne eine engere Silhouette entsteht, aber dafür wird es hinten etwas voluminös.

Vorhang auf für’s Schultercape:

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Schultercape aus „Shape Shape“ von Natsuno Hiraiwa, Vorderansicht

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Schultercape aus „Shape Shape“ von Natsuno Hiraiwa, Rückansicht

Mein Schultercape – es ist ein wirklich schönes Stück geworden. Ganz tiefenentspannt und glücklich sehe ich auf dem Foto mit der Vorderansicht aus und man sieht gar nicht, dass mir furchtbar kalt war, da ein richtig eisiger Wind pfiff. Einziges Manko, wenn man mit dem Cape drinnen unterwegs ist, man bleibt leicht mit dem „Ärmel“ an Türgriffen hängen. Aber das habe ich bei solchen Kleidungsstücken immer. Das Unterziehshirt ist extra als Kombistück nach dem Plantain-Schnitt von Deer & Doe entstanden. Diesen Schnitt kann ich wirklich nur empfehlen. Er sitzt hervorragend und versteckt kleine Problemzonen ganz hervorragend. Wenn ich nicht in einem Augenblick kompletter Unachtsamkeit den Stoff senkrecht zum Fadenverlauf zugeschnitten hätte (das ist mir wirklich noch nie passiert), würde es auch noch ein bisschen schöner fallen.

Mein Fazit zu diesem Japan Sew Along: Auf jeden Fall mehr japanisch nähen! Das Schultercape werde ich auf jeden Fall noch in einer sommerlichen Version nähen. Außerdem habe ich beim Aussuchen meiner Schnitte in den Büchern noch weitere vielversprechende Modelle gefunden, ganz zu schweigen von den tollen Dingen, die die anderen gezaubert haben. Das war hochinspirierend und es müssen auf jeden Fall noch ein paar neue Bücher her.

Außerdem natürlich ein riesiges Dankeschön an Catrin für’s Organisieren! Es hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht. Außerdem fand ich, dass es wirklich eine supernette Runde war und ich hab mich so sehr über die vielen Kommentare gefreut. Für mich als relativer Neuling war das sehr aufregend. Die anderen Teilnehmer des Finale Nr. 2 findet ihr hier.

Dazu noch eine kleine Anmerkung: Ich hätte gerne noch viel mehr kommentiert, aber bei einigen die Blogger benutzen gab es die Funktion per Name/URL zu kommentieren nicht, deswegen ging das für mich nicht. Bei manchen Blogger-Blogs gibt es diese Funktion bei anderen nicht. Ich dachte, vielleicht ist das gar nicht so gewollt und man nimmt sich dadurch evtl. ein paar Kommentare weg. Das wäre ja schade!

Alles Liebe,

Kathrin

Japan Sew Along – Garnnotstand

Es geht weiter mit dem Japan Sew Along. Heute wird gefragt:

Kommt Ihr mit Euren Änderungen weiter?
Oder ist in der Zwischenzeit noch ein weiteres Stück entstanden?

Mein Schultercape habe ich ja schon letzte Woche gezeigt. Daraufhin ist dann meine Hemdblusen/Tunika aus „Nähen im japanischen Stil“ (Modell 8 a/b) entstanden.

JSA_Hemd_puppe_ganz_webFast fertig, denn: Mir ist doch tatsächlich das Garn ausgegangen. Ich hatte es extra für dieses Projekt gekauft, aber nicht darauf geachtet wie viel es ist. Da war ich doch relativ überrascht als ich das zweite Mal die Spule vollmachen wollte und sich auf einmal das Innere der Rolle zeigte. Ich habe noch alles hinbekommen, außer die Knopflöcher und den passenden Gürtel. Jetzt müsst ihr euch also erstmal mit Fotos ohne Knöpfe begnügen. Ich muss sagen, sie gefällt mir wirklich außerordentlich gut. Die Farbe ist super und die Passform ebenfalls.

JSA_Hemd_puppe_Kragenseite_webOffen lässt sie sich auch ohne Gürtel gut tragen, aber zu ist sie mir dann doch etwas zu unförmig. Mit einem Gürtel in der Taille gerafft, gefällt sie mir dafür umso mehr. Ich habe hier behelfsweise einen schwarzen Gürtel genommen, um das zu demonstrieren.

JSA_Hemd_hinten_guertel_webAn den Seiten habe ich noch zwei Schlaufen eingearbeitet, damit der Gürtel auch nicht verrutschen kann und auf der rechten Seite habe ich eine Tasche in die Naht eingearbeitet, damit ich auf der Arbeit meinen Schlüssel sicher und ohne große Rumkramerei verstauen kann. Gerafft ist sie von hinten etwas bauschig, aber das stört mich nicht. Ich bin mehr als zufrieden!

Jetzt ist nur noch ein einfaches Unterziehshirt geplant. Das ist schon zugeschnitten und muss nur noch zusammengeschustert werden. Im Zeitplan bin ich, aber bei der Wettervorhersage nächste Woche könnte es eventuell mit schönen Tragefotos schwierig werden. Ganz klar ein Luxusproblem…

Dann schau ich jetzt mal was die anderen diese Woche zu zeigen haben und zwar hier.

Keep on sewing,

Kathrin

Japan Sew Along – Lektion gelernt

So, weiter geht’s hier mit dem Japan Sew Along. Letzte Woche musste ich pausieren, da ich gerade nach Geschäftsschluss feststellen musste, dass ich nicht genug Schrägband gekauft hatte und Montag war dann wegen Rosenmontag das Geschäft geschlossen. Also heute stellen sich die Fragen:

Zwischenstand I: Ist schon ein Modell fertig, plant Ihr ein weiteres?
Hängt Ihr bei Eurem Modell und braucht Ratschlag und Hilfe? Ist euer Modell tragbar? Müsst Ihr etwas ändern?
Nach der Anprobe vor dem Spiegel: Fühlt Ihr Euch wohl darin? Entspricht es Euren Erwartungen?
Seid Ihr mit Eurer Stoff- und Größenwahl zufrieden? Wie möchtet Ihr es kombinieren?
Möchtet Ihr noch ein Kombi-Teil dazu nähen?

Wie man sich nun nach meiner kleinen Einleitung schon denken kann, habe ich mich für die Schrägbandvariante für die Säume entschieden. Ich dachte mir, dann bin ich auf der sicheren Seite. Dachte ich zumindest… Hier aber erstmal das fertige Teilchen. Entschuldigt zum Teil die Fotoqualität, dieser fiese Grippevirus hat mich nun schon zum zweiten Mal erwischt und mir es kaum möglich gemacht, mir viel Mühe zu geben.

JSA_Cape_ganz_Puppe_web

Man sieht, dass das Schrägband vielleicht etwas dunkler hätte sein können, aber das ist schon okay für mich. Die Konstruktion war recht abenteuerlich. Es ist eigentlich ein denkbar einfaches Teil, man muss nur aufpassen wir rum man welches der beiden Schnittteile zusammennäht und wo dann die Bänder und Schlaufen für die Knöpfe hinkommen. Ich habe die Markierungen, wie gewohnt, auf die linke Stoffseite übertragen und dann losgelegt. Nachdem ich dann alles fertig hatte und das Ganze anprobieren wollte, passte aber nichts mehr zusammen. Ich hatte es wohl genau spiegelverkehrt zur Anleitung gemacht und so entstand ein großer Knoten im Gehirn, der sich erst nach einigem Nachdenken lösen ließ. Ich dachte zuerst ich hätte mich vertan und müsste zum Trenner greifen. Aber nein, alles gut.

Die Lektion, die ich hierbei gelernt habe: Kaufe nie wieder billiges Schrägband! Ich habe schon öfter günstiges Schrägband gekauft (welches direkt im 3m-Pack verkauft wird) und habe dies aber meist nur für kürzere Stücke benutzt oder es zum Paspelband weiterverarbeitet. Während der Verarbeitung für dieses Projekt mit den längeren Strecken, musste ich dann leider feststellen, dass es total unregelmäßig gefaltet ist. Bei diesem recht einfachen Kleidungsstück, bei dem man zudem an einigen Stellen auch die linke Seite sieht, wäre saubere Verarbeitung ein Muss. Dies war mir aber mit diesem Band einfach unmöglich.

JSA_Cape_Ausschnitt_Puppe_webDies Foto zeigt bei Weitem nicht die schlimmsten Stellen, aber es deutet es schon etwas an. Hier habe ich jetzt meinen Perfektionismus über Bord geworfen und mich davon abgehalten es wieder abzumachen. Es ist ja doch relativ Ton in Ton, sodass es nicht heraussticht und, außer einer anderen Näherin, wird es niemandem auffallen.

Von vorne bin ich zufrieden. Es könnte ein bisschen besser fallen, aber ich vermute das liegt vermutlich tatsächlich an den etwas steiferen Schrägbandkanten. Hinten steht es leider ganz schön ab.

JSA_Cape_Rücken_Puppe_webIch muss damit nochmal ein bisschen rumspielen. Es könnten die Schrägbandkanten sein, es könnte auch abhängig davon sein, wie ich die Bänder binde. Ich hatte noch keine Gelegenheit damit ein bisschen rumzuspielen.

Trotz allem gefällt es mir ganz gut und es wärmt wundervoll. Ich werde wohl fürs Finale noch ein passendes Longsleeve für drunter nähen. Fotos am lebenden Modell gibt es dann. Ich bin mir nicht sicher, ob die geplante Hemdbluse gut darunter aussieht. Aber auch die ist schon in Arbeit. Ich bin also trotz allem gut im Zeitplan.

Und die anderen wundervollen Projekte könnt ihr in der Linksammlung hier bewundern.

Alles Liebe,

Kathrin

Japan Sew Along – Immer Ärger mit dem Saum

Schon sind wir bei der dritten Woche des Japan Sew Along 2015 angekommen. Heute stellt sich die Frage:

Die Schnitte sind fertig: Anpassungen bereits geplant?

Sind die Stoffe schon da, habt Ihr Euch schon festgelegt?

Ist ein Probeteil nötig, oder seid Ihr mutig und schneidet direkt an?

Von den Schnitten und meinen Stoffen habe ich euch ja schon letzte Woche berichtet. Die Schnitte sind nun fertig abgepaust.

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Das Schultercape ist Einheitsgröße und so denke ich, es sollte in jedem Falle genug Spielraum da sein. Bei dem Langarmhemd habe ich bereits beim Abpausen die Länge geändert, habe jetzt also ein Mittelding zwischen a und b. Vorher habe ich mich noch mit meinem „Problembereich“ beschäftigt und herausgefunden, dass es nicht breite Schultern, sondern mein breiter Rücken ist, der mir oft schnittmäßig Probleme bereitet. Dieses Schnittmuster wird aber hinten direkt unter dem Kragen gekräuselt angesetzt, so sollte genug Platz für meinen Rücken sein. So weit, so gut. Kommen wir nun zu meinem Problem.

Der Saum vom Schultercape… Im Schnittmuster ist ein ganz normaler doppelt umgeschlagener Saum vorgesehen, aber eben für einen dünnen Baumwollstoff. Also habe ich ein bisschen rumprobiert.

JSA_Saumprobe01_webZick-Zack am Rand sieht katastrophal aus und sorgt dafür, dass sich der Stoff kräuselt. Dann dachte ich an einen Langettenstich, den ich vom „per Hand“ nähen kenne. Wäre mir aber bei dem ganzen Cape etwas zu viel Arbeit bzw. würde zu lange dauern und man bleibt auch gerne mal dran hängen, wenn man die Stiche etwas größer macht. Meine Nähmaschine kann einen ähnlichen Stich – ausprobiert – verworfen. Nicht richtig schön und macht einen gezackten Rand.

Vorschlag aus den Kommentaren vom letzten Mal war eine Art Rollsaum. Das kleinste was ich bei dem dicken Stoff hinbekommen habe war 7 mm mit einer Hilfsnaht bei 1,5 cm. Sieht schön aus, macht den Rand aber recht steif. Ich hab die Befürchtung, dass das Cape dann nicht mehr so schön fällt. Den Saum doppelt umgeschlagen, wie vorgesehen, ebenfalls machbar, aber auch etwas steif, wenn auch nicht so steif, wie mein angedeuteter Rollsaum. Nächstes Experiment:

JSA_Saumprobe_02_web

Schrägband. Das weiße Garn wäre natürlich für die endgültige Version nicht der Plan, aber zum Umfädeln war ich zu faul. Definitiv eine Option. Als letztes probierte ich einen Stickstich am Rand. Ich habe mich für den Fagottstich entschieden. Es sieht auf dem Foto so aus, als ob er den Stoff in die Länge ziehen würde, aber das habe ich einfach blöd abgeschnitten. Er gefällt mir und macht den Rand stabil, aber er bleibt trotzdem noch flexibel. Aber reicht er als „Versäuberung“ aus? Was meint ihr? Tut mir leid für diesen recht unspannenden Ausflug in meine Saumwelt, aber ich kann mich da wirklich nicht entscheiden und brauche etwas Input…

Was die anderen so für die dritte Woche vorbereitet haben findet ihr hier.

Keep on sewing,

Kathrin

Japan Sew Along – Die Schnitte

So, weiter geht’s. Eine anstrengende Woche liegt hinter mir und eine Erkältung hat mich auf die Couch gezwungen, anstatt auf die Arbeit, aber ein wenig Konzentration kann ich mir noch abringen. Heute stellt sich die Frage:

Für welchen Schnitt habt Ihr Euch entschieden? Habt Ihr schon Stoffe parat oder Ideen dazu?

Schnitt Nr. 1 wird dieses wundervolle Schultercape:

Projekt Nr. 12 "Schultercape" aus "Shape Shape" von Natsuno Hiraiwa

Projekt Nr. 12 „Schultercape“ aus „Shape Shape“ von Natsuno Hiraiwa

Es hat mich schon beim ersten Durchblättern total angesprochen, weil es so einfach ist, es aber trotzdem total raffiniert aussieht. Empfohlen wird ein weicher Baumwollstoff, aber, wenn eine wärmende Version gewünscht ist, auch ein Wollstoff. Wenn das mal nicht ideal für die Wintertauglichkeit ist.

Projekt Nr. 12 "Schultercape" aus "Shape Shape" von Natsuno Hiraiwa

Projekt Nr. 12 „Schultercape“ aus „Shape Shape“ von Natsuno Hiraiwa

Es wird ein dunkelblauer Wollstoff werden, der schon länger in meinem Vorrat schlummert. Die Bänder, die eigentlich aus demselben Stoff gefertigt werden sollen, werde ich aus einem passenden Schrägband nähen. Das wäre in dem Wollstoff doch etwas dick. Jetzt ist nur noch die Frage, wie ich das mit den Kanten mache. Eigentlich sollten die doppelt umgeschlagen und abgesteppt werden. Einmal umschlagen ist kein Problem, aber doppelt könnte doch etwas voluminös werden. Bei dem dunklen Stoff fällt einmal umschlagen nicht so auf, aber ich könnte natürlich auch einfach die Kanten mit einem schicken Schrägband einfassen. Aber fällt es dann noch so schön, oder wird es etwas steif? Ein schöner Hingucker könnte es auf jeden Fall sein.

Kommen wir zu Schnitt Nr. 2:

Projekt 8a/b "Langarmhemd mit Mandarinkragen"/"Tunika mit Gürtel" aus "Nähen im japanischen Stil" von Shufu To Seikatsu Sha

Projekt 8a/b „Langarmhemd mit Mandarinkragen“/“Tunika mit Gürtel“ aus „Nähen im japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha

Die Stoffmenge reicht, also wird es das Langarmhemd bzw. die Tunika aus einem schönen rostroten Baumwollstoff. Wenn ich das richtig sehe, ist das bei beiden exakt der gleiche Schnitt, nur dass die Tunika Knielänge hat und der Gürtel dabei ist. Knielänge ist mir ein wenig zu lang, Hemdlänge zu kurz, ich werde also irgendwas dazwischen nähen. Aber der Gürtel sollte dabei sein. Damit kann man es dann ein wenig „taillieren“. Ich denke, ich werde noch an der Seite auf Taillenhöhe zwei kleine Schlaufen einarbeiten, durch die der Gürtel dann gezogen werden kann, damit auch nichts verrutscht. Im Buch bzw. auf dem Foto ist er wohl eher einfach als nettes Accessoire gedacht, erfüllt aber keinen „aktiven“ Zweck.

Damit hat meine Konzentrationsspanne dann auch ein Ende. Noch ein kurzes Danke, an diejenigen, die bei mir kommentiert haben. Das waren meine ersten Nicht-Spam-Kommentare und ich hab mich darüber total gefreut! Leider war dem auch geschuldet, dass ich vergessen hatte, dass ich sie erst noch freischalten musste. Es war schon etwas länger her, dass ich das eingerichtet hatte und, wie gesagt, es waren halt die ersten. Jetzt weiß ich aber Bescheid und es wird jetzt nicht mehr so lange dauern mit dem Freischalten.

Jetzt werde ich aber mal schauen wie es bei den anderen aussieht und zwar hier.

Liebe Grüße,

Kathrin

Japan Sew Along: Es geht los

So jetzt kommt hier aber mal schwung in die Bude. War ich schon vom letzten Japan Sew Along, den es bei Tanoshii auf dem Blog zu bewundern gab, recht angefixt, hab ich mich nun dazu entschlossen diesmal teilzunehmen. Das hätte ich letztes Mal schon gerne, da ich japanische Schnitte sehr mag, aber da habe ich mich noch mit WordPress gezankt und mein Blog war bei weitem noch nicht präsentationsbereit. Jetzt bin ich bereit und nehme den Sew Along als willkommene Herausforderung um auch wirklich jede Woche einen Post zu schreiben. Mal schauen wie das funktioniert… Also:

jsa_2015_logo

Ich habe schon ein wenig Erfahrung mit japanischen Schnitten. Zwei Bücher, nämlich „Nähen im japanischen Stil“ und „Shape Shape“ nenne ich mein eigen. Vier Schnitte habe ich schon ausprobiert und alle haben mir wirklich gut gefallen. Das waren aber, bis auf eins, eher Sommerprojekte. Jetzt etwas Wintertaugliches zu zaubern ist eine kleine Herausforderung. Allerdings habe ich beim Stöbern in „Shape Shape“ schon ein Modell gefunden, was schon ewig auf meiner to-sew-Liste steht und, laut Beschreibung, auch aus einem Wollstoff genäht werden kann. Außerdem schwanke ich noch zwischen zwei Projekten aus dem anderen Buch. Da wird mir die Entscheidung aber eventuell durch die Menge an Stoff abgenommen, die ich habe, denn ich habe dafür schon einen Stoff aus meinem Vorrat ins Auge gefasst. Und mehr als zwei Projekte werde ich wohl in der Zeit nicht schaffen.

Generell eignen sich die relativ weiten japanischen Schnitte meistens für den Lagen-Look und können so natürlich wintertauglich gemacht werden. Beim Durchblättern von „Nähen im japanischen Stil“ ist mir dann auch aufgefallen, dass hier, es werden immer ein paar Stylingbeispiele gezeit, schon recht gut gezeigt wird, wie das denn mit dem wintertauglich machen funktionieren könnte.

Beispiele für den Lagen-Look aus "Nähen im japanischen Stil" von Shufu To Seikatsu Sha, Haupt Verlag, 2012

Beispiele für den Lagen-Look aus „Nähen im japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, Haupt Verlag, 2012

Generell gilt für mich gerade was den Lagen-Look angeht, erst prüfen, ob das fertige Kleidungsstück wirklich genug Spiel haben wird, um etwas drunter zu ziehen. So weit die meisten japanischen Schnitte generell auch sein mögen, meine offensichtlich etwas breiter geratenen Schultern, haben mir da auch schon bei solchen Schnitten Probleme gemacht.

Alle die mitmachen, findet ihr hier. Ich bin sehr gespannt, ob es auch bei den anderen schon konkrete Pläne gibt.

Keep sewing,

Kathrin

Ich bin ein…

… Herbsttyp! Wie im letzten Beitrag schon angekündigt, habe ich letztes Wochenende einen VHS-Kurs mitgemacht und dabei wurde mein Farbtyp bestimmt. Dabei geht es vor allem um die Farben, die in der Nähe des Gesichtes getragen werden. Ich hatte mir ja gewünscht ein Herbsttyp zu sein, da mir die Farben so gut gefallen.

HerbsttypViele Grün-, Rot- und Brauntöne, dafür aber quasi kein blau, und schwarz steht mir auch nicht. Ich war ja etwas skeptisch, aber ich muss sagen es hat mir gut gefallen. Wir waren eine nette Truppe und nach einer Einführung wurde dann mithilfe der Fachfrau und unzähliger farbiger Seidentücher, die einem um den Hals gelegt wurden, vorm Spiegel der Farbyp ermittelt. Ich weiß ja nicht, ob es der Mehrheit so geht, aber gerade wenn ich Sachen selber mache, dann lasse ich mich gerne von einer tollen Farbe oder einem wunderschönen Muster, einem flauschigen Stoff oder auch einer kuscheligen Wolle überzeugen. Dann stecke ich jede Menge Herzblut in das Projekt und stelle manchmal hinterher fest, dass ich es doch nicht so oft trage. Des Öfteren tatsächlich, weil ich mir unsicher bin, ob es mir wirklich steht. Ich hoffe, dass sich das nun vielleicht ein bisschen bessern wird. Mein Kleiderschrank wird sich wohl erst mit der Zeit wandeln, aber die passenden Stoffe aus dem Vorrat sind schon im Stapel nach oben gewandert und ein paar hübsche Jerseys sind hoffentlich schon auf dem Weg zu mir, damit ich bald ein paar schöne, farbenfrohe Basics zaubern kann.

Herbsttyp_Stoffvorat_01_webHmm, wenn ich mir den Stapel so ansehe, dann hab ich ja auch schon mit meinem Stoffvorat genug zu tun. Mehr Zeit, mehr Zeit…

Liebe Grüße,

Kathrin