Stoffdiät 2017 – Juli Update

Küstensocke ruft gerade wieder zum Stoffdiät-Update auf. Ich tue mich schwer, denn meine Bilanz der letzten zwei Monate gefällt mir nicht. Aber dafür ist so eine Gemeinschaftsaktion ja auch da, dass nicht nur berichtet wird, wenn es gut läuft, sondern man sich auch Mut zusprechen kann, wenn es nicht so gut läuft.

Also, genäht habe ich leider unglaublich wenig.

Weil ich gerade so schön im Plaintain-T-shirt-Fieber (Deer and Doe) war, gab es noch im Mai eine etwas interessantere Version kombiniert mit dem schönen Pünktchenstoff – Stoffverbrauch: 0,85 m. Zugeschnitten und angefangen habe ich einen Rock nach Simplicity 7498. Der ist noch nicht fertig, aber im werden und wird deswegen auch schon mal verbucht mit 0,75 m. Soweit so gut. Im Mai und im Juni knabberte der Endspurt auf der Arbeit und zwei Urlaubswochen an meiner Nähzeit. Mehr war also nicht drin.

Was aber die Bilanz richtig runterzieht ist mein Stoffkauf. Ich hatte es beim letzten Mal schon angedeutet, bei mir ist gerade ein Jobwechsel angesagt und somit bin gerade auf der Suche nach einem neuen Job und sobald ich den gefunden habe (z. T. natürlich auch schon vorher für Vorstellungsgespräche) brauche ich bürotaugliche Kleidung. Dafür bot das Stofflager wenig. Eine Großbestellung und ein Stoffladenbesuch später ist mein Fundus um 10,8 m angewachsen. Dafür gibt es jetzt passenden Stoff für min. 2 Blazer, 1 Hose, 2 Röcke, 1 Bluse, 2 Shirts und 1 Marie-Jacke (die letzten beiden sind nicht unbedingt bürotauglich, aber wenn man schon mal am bestellen ist…).

Das reicht bei weitem nicht aus für eine volle Bürogarderobe, aber die von mir ausgesuchten Schnitte sind alle noch nicht erprobt. Ich werde also erstmal einiges an Zeit auf die Anpassung der Schnitte verwenden müssen und dann kann ich immer nochmal weiter sehen. Die Schnitte stelle ich bald in einem gesonderten Post vor. Ich werde sie mir plotten lassen, da ich wenig Lust verspüre so umfangreiche Projekte aus den PDF-Schnittmustern selber zusammenzukleben.

Also, summa summarum ein Zuwachs von 9,2 m. Das ist vor allem deswegen ärgerlich, da es sogar mehr ist, als ich bis jetzt dieses Jahr verbraucht habe. Na ja, ich hoffe darauf in den nächsten Wochen einiges an Zeit zum nähen zu haben und dann kann ich hoffentlich das Meiste schnell verbrauchen. Mit dem beruflichen Wechsel ist es ja auch gerade eine Ausnahmesituation.

Bei Frau Küstensocke wird gefragt nach einer Strategie gegen die Rückfallgefahr. Da scheine ich zwar augescheinlich bei meiner Bilanz ein schlechter Ratgeber zu sein, aber von Januar bis Mai war ich ja wirklich eisern. Meine Strategie war die folgende: Zuerst die Stoffladenbesuche reduzieren! Keine spontaten eigentlich-brauche-ich-ja-nichts-habe-aber-noch-Zeit-also-schaue-ich-mal-rein-Besuche. Wenn Stoffladen, dann mit einem Einkaufszettel und von diesem möglichst nicht abweichen. Sollte dann doch einen dann doch etwas anspringen: 1. Frage: Brauche ich das wirklich? Manchmal erlischt der Wunsch dann schon, wenn man sich erinnert, dass man zwei andere ähnliche Stoffe schon zuhause im Lager und noch nicht vernäht hat oder man weiß, dass man daraus ein leichtes Webstoffoberteil machen würde, aber davon schlummern eh schon zuviele im Schrank. Ist der Wunsch immer noch da, kommt Frage Nr. 2: Habe ich schon lange nach so einem Stoff gesucht und ihn jetzt endlich gefunden? Ist auch hier die Antwort nein, kommt Frage Nr. 3: Ist der Stoff so besonders, dass er mich dazu bringen wird meine bisherigen Nähpläne umzuschmeißen und ihn möglichst bald zu vernähen? Und bei dieser Antwort sollte man sehr ehrlich zu sich selber sein. Denn meist lautet sie bei mir nein. Meist habe ich gute Gründe für meine nächsten Nähpläne und da muss schon ein wirklich toller Stoff dazwischenkommen um diese umzuschmeißen. Also, wenn die Antwort nein ist, dann einfach weitergehen. Bei jedem der Stoffe, die ich im Juni neu gekauft habe, lautet eine der Antworten auf die Fragen ja. Deswegen durften sie mit. Die Monate davor hat keiner der Stoffe, die mich in Versuchung geführt hatten, meine 3-Fragen-Prüfung bestanden. Vielleicht hilft das ja auch dem ein oder anderen.

Ich schaue jetzt auf jeden Fall hier bei Frau Küstensocke wie es meinen Mitstreiterinnen so geht und dann sollte ich mal meine Plotterbestellung abschicken, damit ich das Projekt „Bürogarderobe“ in Angriff nehmen kann.

Liebe Grüße,

Kathrin

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Ein Gedanke zu „Stoffdiät 2017 – Juli Update

  1. kuestensocke

    Ein sehr spannender Bericht, vielen Dank dafür. Blazer habe ich erstmal von meiner Nähliste gestrichen. Im Moment stehen Hosen, Kleider, Röcke und Blusen an, damit meine Bürogarderobe wieder so umfangreich ist, wie ich es gern mag. Blazer sind so aufwändig, dass ich in der gleichen Zeit mindestens zwei andere Stücke schaffe, das gewinnt im Moment 😉 Ich drücke die Daumen, dass Du gut voran kommst mit dem Nähen und dann die Bilanz für September schon wieder freundlicher ausschaut.
    In jedem Fall kannst Du dir mit Deiner Fragerunde vor jedem Stoffkauf sicher sein, dass kein übermütiges Schnäppchen den Weg ins Lager findet. Das ist ein ziemlich großer Fortschritt, jedenfalls zu meinem Kaufverhalten von früher. Ich plage mich ja immer noch mit Stoff, die schon Jahre im Schrank liegen weil die damals so günstig, bunt, was auch immer waren und die allesamt die drei Fragen nicht bestanden hätten. LG Kuestensocke

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