Archiv der Kategorie: Stoffzeug

Jordy Bralette Nr. 1

Heute kommt der etwas ausführlichere Post über mein Jordy Bralette. Jordy ist ein Schnittmuster von Emerald Erin Patterns für ein Bralette, welches als Unterbrustband ein breites Bündchengummi verwendet. Die Cups können aus unelastischen Stoffen oder aus Laminat, welches mit einem dehnbaren Stoff ‘bezogen’ wird, genäht werden. Der unelastische Stoff bei den ‘normalen’ Cups ist notwendig um genügend Halt zu bieten. Die Anleitung (auf Englisch) ist super verständlich bzw. an schwierigen Stellen kann man auch auf Erins YouTube-Tutorial zurückgreifen. Hier also meine erste Version aus mit dunkelrotem Jersey bezogenen Laminat und grauem Bündchen- sowie Falzgummi.

Bevor ich mich an meine eigentliche Version gewagt habe, habe ich erstmal aus einem alten, dünnen Schaumstoff, den ich mal als Rest im Stoffladen gekauft habe, ein Probekörbchen genäht. Das kann man dann anhalten und so schon mal grob einschätzen, ob die Größe stimmt. Normalerweise habe ich bei BHs immer etwas Probleme mit der Größenfindung, weil die Messmethoden (egal welche) meistens nicht die richtige Größe zu Tage fördern. Das war hier nicht der Fall. Das Körbchen hatte auf jeden Fall die richtige Größe. Das Bündchengummi musste ich allerdings um 3 cm kürzen. Ich hefte den Verschluss immer erst an und probiere dann einmal an. Da habe ich dann gemerkt, dass ich kürzen muss.

Noch ein paar Worte zum Verschluss. Ich hatte zunächst von diesem Schnittmuster Abstand genommen, weil ich es schwierig fand den richtigen Verschluss, in der passenden Farbe UND Breite zum Bündchengummi zu bekommen bzw. mich da in der Auswahl zu sehr beschränkt fand. Gelöst habe ich das Ganze jetzt durch das Leverett Schnittmuster von Orange Lingerie. Mit diesem praktischen, kleinen Schnittmuster kann man sich selber BH-Verschlüsse nähen und diese dabei natürlich in der Breite so anpassen wie man sie braucht. Der Verschluss oben im Foto sieht ein klein wenig unordentlich aus. Das liegt vor allem an dem etwas schwierig zu verarbeitenden Stoff. Der Prozess beinhaltet ein bisschen nähen per Hand, aber, wenn man den Dreh einmal raus hat, ist es nicht schwer. Das werde ich auf jeden Fall wiederholen.

Wie man oben sieht, sollte man sich für eine saubere Innenverarbeitung ein paar Gedanken über die Farbe des Unterfadens machen. Ich hab einfach drauf losgenäht und immer die gleich Farbe wie der Oberfaden verwendet. Das ist nicht immer optimal. Aber natürlich auch nicht wahnsinnig tragisch, da man es eben nur von innen sieht.

Kommen wir jetzt zu den Problemen bzw. nötigen Anpassungen.

Wie oben schon erwähnt, wird das Laminat mit dem Jersey ‘bezogen’. Dabei soll der Jersey durchaus leicht gedehnt werden. In nicht angezogenem Zustand sah das auch alles prima aus. Wenn man das Bralette allerdings trägt, kommt natürlich etwas Zug auf den Cup und sorgt bei mir dann für diese Falten, die man oben auf dem Bild sieht. Ich bin mir sicher, dass ich den Jersey einfach nicht genug gedehnt habe. Man muss das wirklich als beziehen sehen und sollte beim Dehnen nicht zu zimperlich sein.

Problem Nr. 2 sind die an der Seite leicht abstehenden Cups. Das liegt, meines Erachtens, nicht an einer falschen Cup-Größe, sondern daran, dass das Bündchengummi sich natürlich etwas flexibler verhält als ein Unterbrustband und bei mir an der entsprechenden Stelle etwas nach oben rutscht. Aus welchen Gründen auch immer. Bei meiner nächsten Version, werde ich entsprechend unten an der Seite ein paar mm wegnehmen und das zur Mitte hin auslaufen lassen. Vielleicht würde es ohne Laminat auch reichen das Falzgummi einfach etwas gedehnt anzunähen, aber da gehe ich auf Nummer sicher und mache gleich die Änderung.

Es wird auf jeden Fall noch weitere Versionen davon für mich geben. Denn Jordy gefällt mir und ist wirklich super schnell zu nähen. Ein tolles Teil für Zuhause bzw. wenn man mal schnell eine Kleinigkeit erledigen muss. Ohne Bügel bei mir mit einer etwas größeren Körbchengröße natürlich nicht genug Halt um als Alltags-BH herzuhalten, aber das war mir von vornherein klar.

Schnittmuster: Jordy Bralette von Emeral Erin Patterns

Änderungen: Bündchengummi um 3 cm auf 68 cm gekürzt

Änderungen fürs nächste Mal: Unten auf der Außenseite des äußeren Cups ein paar mm wegnehmen, damit der Cup an der Außenseite besser anliegt. Beim Beziehen des Laminats den dehnbaren Stoff ausreichend dehnen.

Happy Sewing,

Kathrin

Unterwäsche Sew Along – Take Two

Kommen wir zum 2. Teil des UWSA2018. Heute ist das Thema:

Welche Stoffe und Materialien brauche ich? Wo bekomme ich diese? Oder: Schaut her, ich habe schon alles beinander, es kann losgehen/ich habe mich für Projekt XY entschieden…

Wie letztes Mal schon angedeutet, es mangelt mir nicht an Material. Vor allem an einfachen elastischen Bändern/Zierlitze, die man für Slips oder ähnliches benutzt, mangelt es mir nicht. Sowas kaufe ich immer mal im vorbeigehen, wenn ich es in einem Laden finde, weil ich immer denke, dass man davon nie genug haben kann. Und zwei Rollen elastische Spitzenband habe ich sogar vergessen mit zu fotografieren, wie mir gerade einfällt. Die passten nicht mehr in meine “Unterwäsche-Kiste” und mussten woanders verstaut werden, deswegen habe ich sie gerade vergessen herauszuholen. Aber ich lasse besser mal Bilder sprechen.

oben links: elastische Bänder (Zierlitze, Falzgummi, Trägerband, Bügelband und Bundgummis), oben rechts: Spitze und Powernet, unten links: Microfaser, Micromodal, Spitzenstoff ohne Zierkante, Powernet, unten rechts: Verschlüsse, Ringe und Schieber

Wie man eventuell erkennen kann, sind manche Dinge wirklich in relativ großer Menge vorhanden. Ich kaufe wirklich sehr gerne bei Pretty Woman Leipzig, da es hier gute Qualität zu kleinen Preisen gibt. Bei dem was auf deren Webseite angegeben ist, scheinen gerade die Bänder wirklich aus Resten von industrieller Produktion hochwertiger Hersteller zu sein. Das bedeutet, man muss Glück haben, dass es auch gerade wirklich das gibt was man will/braucht, sich etwas auskennen, da die Beschreibungen manchmal dürftig sind und etwas größere Mengen abnehmen, dafür ist die Qualität gut. Nichts für Anfänger, würde ich sagen. Hier kaufe ich, wie gesagt, gerne alle möglichen Bänder, den Micromodal und unter “Miederstoff” gibt es, wie Maria schon ganz richtig schreibt, auch Powernet. Gerade scheinen neue Farben reingekommen zu sein, da habe ich direkt zugeschlagen und bin auf die Qualität gespannt.

Bei Verschlüssen, Ringen und Schiebern sieht man auf dem Foto gekaufte, aber auch gebrauchte Dinge. Wird ein BH in den Ruhestand geschickt, schlachte ich immer noch aus. Meiner Erfahrung nach, kann man diese Dinge meistens noch super benutzen.

Als Quelle für Dessous-Kits sei evtl. noch der Etsy-Shop von Merckwaerdigh angemerkt. Diese holländische Dame designt auch Dessouss-Schnittmuster, bietet aber eben auch Kits zu einem recht erschwinglichen Preis an. Hier habe ich aber selber noch nicht bestellt, deswegen kann ich zur Qualität nichts sagen. Soweit ich weiß, sind bei ihren Kits keine Futterstoffe dabei. Das sind also keine Rundum-Sorglos-Pakete. Tüll und Powernet muss man aus dem eigenen Fundus beisteuern.

Eine letzte Sache zum Material: BH-Bügel. Wie ich finde, kein einfaches Thema. Es gibt so viele unterschiedliche und gerade, wenn man mit amerikanischen Schnittmustern arbeitet, hat man nicht unbedingt Zugriff auf die empfohlenen Varianten. Auch ist die richtige Größe zu finden, nicht gerade einfach, wie ich finde. Und bei mir kann der falsche Bügel eben auch alles kaputt machen. Der BH kann in der Theorie noch so gut sitzen, verwendet man den falschen Bügel (sei es die falsche Größe oder einfach die falsche Version für das entsprechende Schnittmuster) wird es schnell ungemütlich. Teilweise kann man ja die Schnittmuster etwas auf die Bügel anpassen, aber da kenne ich mich noch nicht so aus. Nach zwei Fehlschlägen habe ich Bügel-BHs erstmal kurzfristig aufgegeben. Dann bin ich über eine Variante zur Größenfindung gestolpert und zwar das Ordern eines Passform-Bügelsets. Das sieht dann in etwa so aus und enthält von jeder Größe einen, so dass man die direkt an sich “ausprobieren” kann.

Diese sind jetzt vom Spitzenparadies. Die sind aber, glaube ich, nicht die Einzigen die das anbieten. Es ist ein wenig umständlich, da man so natürlich zwei Mal bestellen muss, aber keine schlechte Methode. Trotzdem war ich noch nicht so ganz motiviert mich da reinzufuchsen und arbeite jetzt erstmal an ein paar bügellosen Modellen.

Damit kommen wir zu Jordy. Mein eigentlicher Plan war ja mit ein oder zwei Watsons anzufangen. Und eigentlich war ich ja auch der Meinung, ich bräuchte erstmal keine neuen Schnittmuster. Aber vor kurzem hat Emerald Erin das Jordy Bralette rausgebracht. Ein ganz einfaches Design mit einem breiten Bündchengummi als Band und zwei Triangel-Schalen. Ich mag das Design und war begeistert, weil es so schön einfach ist und damit super schnell zu nähen. Verspricht also ein schnelles Erfolgserlebnis. Abgeschreckt haben mich das Bündchengummi (im Netz habe ich vor allem hässliche gefunden und dabei wäre es mir wichtig gewesen das auch mal anzufassen) und der Verschluss. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich neben einem schönen Bündchengummi, auch noch einen Verschluss in der passenden Farbe UND Breite finde? Letzte Woche stieß ich dann in einem meiner lokalen Stoffläden auf tolles Bündchengummi und im Netz auf Leverett. Leverett ist ein Schnittmuster von Orange Lingerie mit dem man sich selber aus etwas Stoff, Vlieseline und Haken und Ösen einen Verschluss machen kann. Das Ganze kann dann so aussehen:

Ich gebe zu, der dunkelrote sieht noch etwas ungestüm aus, aber meine Maschine mochte mehrere Lagen dieses Stoffes in Kombination mit dem Bündchengummi gar nicht. Zunächst hatte ich etwas Probleme die Anleitung zu verstehen, aber nachdem ich es einmal raus hatte, hat es mir richtig Spaß gemacht und ich werde das wohl öfters nutzen. Gerade für spezielle Breiten, kann man das Schnittmuster dann einfach selber anpassen.

Hier kommt jetzt aber meine erste Jordy.

Der Sitz ist noch nicht perfekt, aber ich weiß schon welche Anpassungen ich vornehmen muss bzw. was ich nächstes Mal anders machen muss. Nächste Woche werde ich einen ausführlichen Post über Jordy schreiben. Hoffentlich dann mit passendem Panty, denn an der Front bin ich leider bis jetzt noch nicht weiter gekommen. Aber der Anfang ist gemacht und ich bin hochmotiviert und das ist schon mal super!

Danke also an Maria für die Orga des Sew Alongs und allen Mitstreiterinnen weiterhin viel Erfolg!

Viele Grüße,

Kathrin

P.S.: Ich musste leider die Möglichkeit der Nutzung von Gravatar deaktivieren, da das nach meinen Recherchen nicht mit der DSGVO in Einklang geht. Ich hoffe, meine Alternative mit den bunten Buchstaben gefällt ein bisschen und tröstet darüber hinweg.

Unterwäsche Sew Along von Fadenwechsel – Take One

Jetzt ist der Frühlingsjäckchen Knit Along gerade zu ende, da dachte ich, ich stürze mich Hals über Kopf in den nächsten “Along”, um auch hier eine ordentliche Prise Motivation abzustauben. Und zwar in den Unterwäsche Sew Along 2018 

Da ist definitiv Bedarf im Kleiderschrank da und eben auch Motivationsbedarf. Heute soll es gehen um:

Was habe ich und was brauche ich? Was gefällt mir? Was habe ich schon genäht? Wo finde ich Inspiration/Augenfutter/Schnittmuster?

Ich habe wenig und brauche prinzipiell alles. Natürlich habe ich Unterwäsche in meinem Schrank, aber vieles davon ist schon etwas älter bzw. passt einfach nicht so 100%ig. BH-mäßig besitze ich ein Standardmodell, welches ich immer wieder kaufe und in vielen Farben besitze. Der sitzt ganz gut, aber ich weiß, dass das noch besser geht und da dieses nicht zu den Günstigsten gehört sind auch nicht alle Modelle mehr so taufrisch. Gebrauchen könnte ich auch ein paar bügellose Bralettes für Zuhause. Was die Slipfraktion angeht, habe ich vor allem ein Passformproblem. Weder von den Gekauften noch von den bereits Genähten bin ich richtig überzeugt.

An BHs habe ich bisher eine Isabell von sewy und einen Watson Bra von Cloth Habit genäht. Isabell habe ich schon vor mehreren Jahren in einem Kurs genäht, den ich belegt habe um das Unterwäsche-Nähen zu erlernen. Mittlerweile habe ich eine andere Größe und für eine weitere Version müsste ich den Schnitt auch noch anderweitig anpassen, da die Bügel bei diesem Modell nicht optimal sitzen. Der Watson, als bügelloser Schnitt, verzeiht natürlich mehr und ist deswegen absolut tragbar, ich müsste da aber mit der Größe auch nochmal rumprobieren.

Extra-Inspiration brauche ich keine, denn an Schnittmustern mangelt es mir nicht. Ich liste einfach mal auf welche BH-Schnittmuster ich habe (ohne Fotos, da ich mich da rechtlich nicht verzetteln will):

  • Isabell von sewy (siehe oben)
  • Watson Bra von Cloth Habit (siehe oben)
  • DL01 von MakeBra (“Full Band”, mit Schaumstoffeinlage/Laminat)
  • Esplanade Bra von Orange Lingerie (trägerloser “Longline” BH)
  • Simplicity 7939 “Madalynne-Collection” (Spitzen-Bralette mit Racer-Back oder als Neckholder)

Bei den Slip-Schnittmustern mache ich keine Liste. Ich habe über die Jahre etliche Schnittmuster/Freebies gekauft und gesammelt, die ich aber alle nicht super fand, weil die Passform einfach nichts für mich war. Den Überblick habe ich da ein bisschen verloren, aber das ist ja auch für jeden anders. Erwähnenswert finde ich trotzdem an dieser Stelle den Mini Course “Design your own panty” von merckwaerdigh mit dem ich gerade versuche meinen perfekten Panty-Schnitt selber zu erstellen und die Lace Undies von So Sew Easy. An der Passform der Panties bin ich, wie gesagt, gerade dran und die Lace Undies muss ich erstmal mit einem Jersey-Probeteil testen bevor ich in die wunderschöne Spitze schneide, die ich mir dafür bestellt habe. Wenn ich damit fertig bin, werde ich wohl bei Evie la Lúve etwas stöbern, die wirklich tolle Modelle anzubieten hat.

Ich bin also schnittmustertechnisch gut ausgestattet. Materialtechnisch auch schon ganz gut, aber darum wird es erst beim nächsten Mal gehen. Danke an Maria für die Organisation und die damit hoffentlich einhergehende Motivation!

Happy sewing,

Kathrin

Vanilla-Oversize Oberteil

Ohne viel einleitende Worte, hier kommt das Oversize-Top Vanilla von Waffle patterns. Ich hatte das Top hier schon kurz erwähnt. Ich mag Oversize-Oberteile an anderen Frauen oft sehr gerne und in meiner Vorstellung sind sie auch für mich optimal, da sich da doch sicher mein kleines Bäuchlein gut verstecken bzw. kaschieren lässt. In der Realität sieht es aber dann meist so aus, als hätte ich einen Sack an, hätte versehentlich zwei Größen zu groß gekauft oder es trägt auf und mogelt nochmal 10 kg dazu. Mit diesem Top habe ich es aber nochmal versucht und es gefällt mir. Ich gebe zu, auf dem Bild oben links sieht es auch ein bisschen unvorteilhaft aus, aber wenn ich die Arme nicht in die Hüften stemme, gefällt es mir und ich habe auch schon einige Komplimente dafür bekommen.Zum Nähen bzw. zur Passform sei folgendes gesagt: Zum einen darf man die Stütznaht am Ausschnitt auf keinen Fall vergessen oder weglassen! Das ist in der Anleitung angegeben, aber bei so einem simplen Oberteil kann frau schon mal meinen, dass sie beim zweiten Probeteil keinen Blick in die Anleitung mehr werfen muss und vergisst dann natürlich prompt die Stütznaht. Das gab einen katastrophal ausgeleiherten Ausschnitt… Zum anderen musste ich eine kleine Änderung vornehmen. Die Bündchen sowohl an den Armen als auch am Oberteil an sich sollen eigentlich die gleiche Weite haben wie der Ärmel bzw. das Oberteil. Das sieht bei Yuki von Waffle patterns ganz zauberhaft aus. Bei mir sah es wieder aus als hätte ich mich in der Größe vergriffen. Bei der ersten Version hatte ich mich nach meinen Maßen gerichtet und eine 42 genäht. Ganz manchmal funktioniert es bei mir bei Oversize-Oberteilen einfach ein oder zwei Größen kleiner zu nehmen. Dann ist es nicht mehr ganz so oversizig, aber immer noch locker und sieht ganz gut aus. Also wählte ich für Version 2 eine 38. Hmm, das sah dann aber irgendwie auch falsch aus. Es war tatsächlich zu klein bzw. saß gar nicht so wie es sollte und ich war mir jetzt sicher das Problem an der 42 war nicht die Größe. Also habe ich die Bündchen enger gemacht, sodass sie jetzt tatsächlich die Funktion eines Bündchens erfüllen und siehe da: passt und gefällt.

Einziges Manko: das Top rutscht jetzt beim Tragen gerne ein bisschen nach hinten. Vergleicht man die Fotos an der Puppe mit den Tragefotos sieht man es ganz gut. Eigentlich soll es nach vorne ein normaler Rundhalsausschnitt sein (ich habe ihn ein wenig verkleinert, weil er mir zu groß war) und hinten verläuft er dann relativ gerade. Auf den Tragefotos sieht es dann nach einem recht eng-anliegenden Rundhals aus eben weil sich die Schulternaht beim bewegen nach hinten schiebt. Mich stört das allerdings nicht und ich wüsste auch nicht wie ich das verhindern kann ohne die Bündchen wieder weiter zu machen. Der Strickstoff, den ich benutzt habe ist auch relativ schwer. Vielleicht würde es sich nochmal ganz anders verhalten, wenn ich einen etwas leichteren Stoff mit gutem Fall verwenden würde. Ich werde es weiterhin beobachten und noch etwas darüber nachdenken, aber wenn jemand da Tipps hat, gerne her damit. Da es mich, wie gesagt, nicht allzu sehr stört würde ich zukünftige Versionen einfach genauso machen und das weiterhin ignorieren. Wegen der interessanten Schnittführung kommt das Oberteil in Streifen übrigens besonders gut, wie ich finde. Ich hätte wohl schon einige Versionen davon im Kleiderschrank, denn es ist schnell gemacht und ein richtiger Stofffresser, was gut wäre für meine Stoffdiät, aber ich habe hier ein Jackenproblem. Ziehe ich meine normalen Jacken darüber und mache sie zu, ist es ganz grausam geknittert, wenn ich die Jacke wieder aufmache und ausziehe. Bis jetzt muss das Wetter also so sein, dass ich meine Jacke nicht zumachen muss. Ich könnte natürlich meinen Oversize-Mantel, den ich letzten Winter gemacht habe, darüber ziehen. Aber wie unvorteilhaft der an mir aussieht, wird Stoff für einen anderen Blogbeitrag, wenn ich endlich Tragefotos davon geschossen habe. Meine Motivation Fotos von ungeliebten Stücken zu machen ist immer besonders niedrig, aber ich könnte dringend Input gebrauchen, ob er sich wohl noch retten lässt. Also muss ich da wohl mal ran.

So, ich freue mich endlich mal wieder beim Me Made Mittwoch dabei sein zu können, hüpfe jetzt rüber und schaue mir die Werke der anderen an.

Happy sewing,

Kathrin

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Die Crux mit meinem Simplicity-Rock

Für mein Projekt Büro-Garderobe habe ich mir den Rock-Schnitt Simplicity 7498 rausgesucht. Die englischsprachige Version hat übrigens eine andere Nummer (siehe Foto). Das ist sehr verwirrend und unpraktisch und hilft überhaupt nicht, wenn man nach genähten Exemplaren und Bemerkungen über die Passform sucht. Egal. Also, ich habe den Schnitt bestellt und nach meinen Maßen die Größe rausgesucht: 44. Das entspricht überhaupt nicht meiner Kaufgröße, aber ich hatte noch keine Erfahrung mit Simplicity, also habe ich das so hingenommen. Nach Zusammenheften der Seitennähte kam die erste Anprobe: Hmm, extrem weit! Kann das sein? Bund probeweise angeheftet: Oh ja, vieeeel zu weit. Ein Reißverschluss wäre gar nicht nötig, oben bleiben würde der Rock aber auch auf keine Fall. Ein weiterer Blick auf den Schnittmusterumschlag: Maße des fertigen Kleidungsstückes, Hüfte 115 cm. Wie bitte? Bei einem Hüftumfang von 102 cm (laut Größentabelle) brauche ich 13 cm Bequemlichkeitszugabe? Ich denke nicht. Jetzt sollte das aber ein tragbares Probemodell für den Sommerurlaub werden. Also irgendwie retten. Hätte ich die Mehrweite komplett aus den Seiten rausgenommen, wären die Taschen fast komplett verschwunden… Also hinfummeln. Eigentlich ist in der vorderen Mitte keine Naht. Jetzt musste aber eine rein. Ich habe zu gleichen Teilen aus der vorderen und hinteren Mitte, sowie aus den Seitennähten die erforderliche Weite rausgenommen. Nicht die beste Lösung, aber annehmbar, oder?

Normalerweise trage ich den Rock nicht einfach mit einem schwarzen Top, aber so kann man ihn am Besten sehen. Hinten am Reißverschluss kann man deutlich erkennen, dass es der Passform des Bundes nicht unbedingt gut getan hat, dass ich aus der hinteren Mitte gekürzt habe. Hatte ich auch nicht anders erwartet. Normalerweise trage ich aber ein Oberteil welches über den Bund geht, also lässt sich das verschmerzen.

Zur Passform: vorne ganz gut, hinten eher so lala. Aber es war ja eh alles hingefummelt. Dann kam Probeversion Nr. 2. Da ich laut meinen Notizen ca. 20 cm Weite rausgenommen habe, kam ich auf eine Gr. 36 für Version 2. Okay, das wiederum ist kleiner als meine Kaufgröße, aber ich habe dem erstmal vertraut. Leider gibt es die Simplicity-Schnitte immer in 2 Größenpaketen zu kaufen. 30-36 und 38-46. Das hat mich nach dem Ausmessen natürlich beherzt das größere Paket bestellen lassen, war aber jetzt ungünstig. Ich habe also von der 38 auf eine 36 runtergradiert mit den Differenzwerten, die ich von Größe 38 zu Größe 40 hatte. Zugeschnitten habe ich aus einem Stoff, der wirklich nur für Probeteile gedacht ist. Außerdem wollte ich auch ausprobieren wie ich da ein Futter reingebastelt bekomme. Das ist nämlich im Schnittmuster nicht vorgesehen, das sehe ich aber für einen bürotauglichen Rock als unabdingbar. Es kam wie es kommen musste, der Rock war jetzt zu klein was aber nicht am Futter liegt. Ich kriege ihn so gerade zu, aber das ist es dann auch. Hier habe ich keine Fotos gemacht, denn das ist er wirklich nicht wert. Immerhin weiß ich jetzt, dass das mit dem Futter so klappt wie ich mir das gedacht habe.

Es wird also noch eine Probeversion Nr. 3 geben, denn auch in Gr. 36 zeichnet sich ein Passformproblem hinten über dem Hintern ab. Ich denke, wenn ich in dem Bereich des Reißverschlusses, nicht am Bund sondern am eigentlichen Rockteil, einen horizontalen Keil herausnehme, sollte das schonmal einiges des Passformproblems beheben. Ist das eine legitime Anpassung? Meine beiden Bücher zu dem Thema, haben mir hier nicht wirklich weitergeholfen. Vielleicht braucht es auch noch ein wenig Mehrweite an den Seiten für meinen Hintern. Wenn ich die Anpassungsorgie hinter mir habe, traue ich diesem Rock zu ein echter Wardrobe Staple zu werden. Auch Version B hat es mir echt angetan und die Änderungen sollten sich ja dann leicht übertragen lassen.

Uff, ich muss vielleicht noch ein Projekt dazwischenschieben, was ich ohne Anpassungen nähen kann um mir ein Päuschen zu gönnen. Mit der Zeit sind meine Ansprüche an die Passform meiner Kleidung relativ stark gestiegen, aber etwas anstrengend und langwierig ist es schon. Aber mit wachsender Erfahrung wird es bestimmt auch irgendwann schneller gehen. Bei meinem letzten Projekt, einem Webstoff-Oberteil, habe ich eine wahre Anpassungsorgie hinter mir. Aber davon berichte ich ein anderes Mal, denn da müssen erst noch Fotos gemacht werden. Und eigentlich wollte ich jetzt noch mein Vanilla-Oversize-Oberteil zeigen, aber da das jetzt hier schon so lang geworden ist, gibt es das nächste Woche.

Viele Grüße,

Kathrin

Stoffdiät September oder auch Asche auf mein Haupt

Heute geht es im Rahmen der Küstensock’schen Stoffdiät mal wieder um meinen Stoffbestand. Hatte ich beim letzten Mal schon ein schlechtes Gewissen wegen meines Stoffzuwachses, so hat sich dieses bis zum heutigen Eintrag noch vervielfacht. Einziger Grund dafür ist eine liebe Freundin, die selber nicht näht, aber den Stoffvorrat ihrer patchworkenden Oma geerbt hat. Einige Schätze wolle sie behalten, aber ich könne ja mal durchgehen und schauen ob ich etwas gebrauchen könne. Klar, dachte ich mir, gucken geht ja. Meine eisernen Regeln, die ich letztes Mal vorgestellt hatte, waren dann auch schnell über Bord geworfen bei diesen wunderschönen Stöffchen. Erlaubt habe ich mir das vor allem, weil an diesem schönen, sonnigen Tag Bilder von wundervollen bunten Sommerkleidern, beschwingten Röcken und geblümten Oberteilen vor meinem geistigen Auge vorbeizogen. Aber seht selbst, hier ist mein Zuwachs:

Jetzt aber zu den harten Fakten: Stoffzuwachs seit Juli + 23,15 m. Stoffabbau – 1,55 m. Damit habe ich jetzt 81,75 m im Stofffundus. Oh weh, die Zahl hat mich ganz schön erschlagen! Meine Inventur beinhaltet nur Stoffe, die sich noch für tragbare Kleidungsstücke oder andere ‘richtige’ Projekte eignen. Ich habe noch eine Dunkelziffer an Resten und Stoffen, die für Probeteile gedacht sind.

Damit möchte ich meine Zahlen nicht noch schlechter machen als sie eh schon sind, sondern eher meinen etwas lächerlichen Abbau von 1,55 m rechtfertigen. Denn so untätig wie das wirkt, war ich gar nicht. Ich habe den braunen Testrock, den ich beim letzten Eintrag schon erwähnt habe, genäht.

Da der aber schon zugeschnitten war, zählt er noch in die letzte Statistik. Ende der Woche kommt ein ausführlicher Beitrag über den Rock und das schon erwähnte Oversize-Vanilla-Stofffresser-Oberteil. Da dieser Rock sich größentechnisch als, zum Glück gerade noch rettbare, Katastrophe herausstellte, gab es direkt eine weitere Version aus zusammengestückelten Resten. War eh nur als Probeteil gedacht, passt aber leider wieder nicht. Ein Probeteil muss wohl noch her, bevor der gute Stoff angeschnitten werden kann…

Außerdem habe ich mich an die Anpassung der Cheyenne Tunic für mich gemacht. Die gehört ja ebenfalls in meinen Bürogarderoben-Plan. Wie ich schon erwartet hatte, da es mir quasi unmöglich ist gut sitzende Oberteile aus Webware mit Ärmeln im Laden zu kaufen, war es recht beschwerlich. Ich habe 4 Probeteile gemacht! Ein kompletter Bettdeckenbezug ging dafür drauf. Jetzt sitze ich gerade an einer tragbaren Version und kann dann bald berichten. Auch wenn es langwierig war, ich habe eine Menge über Schnittanpassungen gelernt und weiß jetzt hoffentlich genug über meine Maße an den ‘schwierigen’ Stellen, sodass ich vielleicht bei den Sorbetto Oberteilen, die jetzt als nächstes auf dem Programm stehen, mit keinem oder einem Probeteil auskomme…

Zum Thema: “Nähpläne für Herbst/Winter, dicke Stoffe vernähen schafft mehr Platz” habe ich wenig beizutragen. Ich habe mich ein wenig in Simplicity 7801 verliebt,den Schnitt auch schon gekauft und könnte so etwas für den Winter gut gebrauchen, aber dafür müsste definitiv neuer Stoff her und deswegen halte ich mich jetzt erstmal an meine Büro-Garderobe und den Stoffabbau. Der Stoffschrank ist jetzt bis obenhin voll. Bis da kein Platz wäre um den Mantelstoff zwischenzulagern, gibt es auch keinen neuen Stoff.

So, ich schaue jetzt wie es bei den anderen Stoffdiät-Damen aussieht.

Alles Liebe,

Kathrin

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Das Projekt Büro-Garderobe

So, ich befinde mich jetzt fleißig auf Jobsuche und anstelle der labortauglichen Kleidung, muss nun langsam etwas Schickeres und Bürotaugliches her. Ich finde den Gedanken gar nicht schlecht, da mir die bisherige Jeans-T-Shirt-Kombi langsam wirklich zum Hals raushängt (ist aber meiner Meinung nach das einzige was im Labor wirklich Sinn ergibt) und ich bin es vor allem Leid diese Kleidung so gewöhnt zu sein, dass ich mir schon, wenn ich es am Wochenende mal wage einen Rock anzuziehen, sofort overdressed vorkomme. Das ist einfach ein Gewohnheitsding und ich freue mich darauf mir das langsam abzutrainieren.

Da ich noch keinen Job habe, könnte ich mich natürlich erstmal weiterhin meiner Freizeitgarderobe widmen, aber die meisten bürotauglichen Stücke sind ja nunmal nicht von heute auf morgen genäht und ich muss sicherlich an den Schnittmustern noch einiges an Anpassungen vornehmen, also möchte ich schonmal langsam anfangen und mich rantasten.

Da gut geplant ja schon halb gewonnen ist, kommt hier mal meine Zusammenstellung an Schnittmustern aus denen ich zunächst mal meine Büro-Garderobe zusammensetzen möchte. Ich versuche auf Schnittmuster zu setzen, die entweder einfach Allrounder sind oder mir durch Schnittvariationen oder die Benutzung unterschiedlicher Stoffe besonders wandelbar erscheinen. Die Idee ist auf möglichst wenige, dafür aber gut auf mich angepasste Schnittmuster zurückzugreifen. Und sie sollen mir auch gefallen und gerne etwas Besonderes haben. Ich will keinen 08/15-Hosenanzug. Was brauche ich also?

Erstmal Blazer. Gerne ein Schnittmuster für Sweatblazer, wenn es nicht ganz so förmlich sein muss und ein oder zwei für Webstoffe (einmal gefüttert, einmal ungefüttert für sommerliche Temperaturen). Für den Sweatblazer kam mir natürlich “Lady Grace” von Mialuna in den Sinn. Ich würde sagen ein relativ klassischer Blazerschnitt, aber halt für Sweat und deswegen bequem und ich werde (hoffentlich) nicht allzuviel anpassen müssen…

Für die beiden anderen bin ich bei Burda fündig geworden. Links ist Nr. 106 (ich habe ihn in der deutschen Version gekauft, aber nach der Umstellung auf die “neue” Seite kann ich ihn da nicht mehr finden und einloggen kann ich mich auch nicht mehr) und rechts der Crossover Blazer Nr. 121 von der englischsprachigen Burdastyle-Seite. Ich habe ein bisschen rumgesucht und bin dann doch bei diesen beiden hängen geblieben, denn ich finde sie haben etwas Besonderes, sind aber trotzdem klassisch figurbetont. Das Design von den etwas locker sitzenderen Modellen, wie ich sie bei manchen Indie-Schnittmustern gefunden habe, finde ich zwar schön, funktioniert bei meinen Körperproportionen aber nicht so gut. Wie gut da jetzt die Passform sein wird und wie ich mit der manchmal leicht kryptischen Burda-Anleitung zurecht komme, bleibt abzuwarten. Das sind wohl die beiden Mammutprojekte, die ich erst am Schluss in Angriff nehmen werde.

Kommen wir zu den Oberteilen für unter den Blazer. Hier werde ich hauptsächlich auf die Cheyenne-Bluse von Hey June Handmade (oben links) und das Sorbetto Top von Collette (oben rechts) setzen, denke aber noch über ein Wickeloberteil (unten links) aus einem meiner japanischen Nähbücher oder das Fern-Top (unten rechts) von StyleARC nach. Die Blazer haben ja zum Teil etwas ungewöhnliche Kragenlösungen, deswegen funktioniert ein klassischer Blusenkragen eher nicht. Das finde ich aber auch nicht schlimm.

Als Beinkleid sollte mir jeweils ein Hosen- und ein Rockschnitt reichen. Hier habe ich mir den passenden Hosenschnitt zum Blazer ausgesucht, nämlich Nr. 118 und als Rock den Simplicity-Schnitt Nr. 7498 bzw. 2451.

Wenn ich mir das so anschaue, ist das eine ganze Menge. Da das Zusammenkleben von ausgedruckten Schnitten nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt (gerade wenn es umfangreiche Schnitte mit vielen Teilen sind), habe ich die pdfs mit Inkspace in etwa nach der Anleitung von drehumdiebolzeningeneur zusammengefügt (das Ganze noch ein bisschen vereinfacht und optimiert) und dann plotten lassen.

Habe schon mit einem Proberock begonnen, der viel zu groß war, sich aber noch retten ließ. Gerade versuche ich die Cheyenne auf mich und meinen Rücken anzupassen. Ich werde wohl heute Abend mein 4. Probeteil anfertigen. Es ist recht langwierig und nervig, aber ich hoffe dabei soviel zu lernen, dass mir das Anpassen weiterer Webstoffoberteile danach einfacher fällt und ich vielleicht schon von Anfang an am Schnittmuster sehen kann, was ich auf jeden Fall vorher schon ändern kann.

Nachdem ich nun auch endlich wieder mein komplettes Kameraequipment mit Selbstauslöser beisammen habe, kann ich dann auch bald ausführlicher von den einzelnen Projekten berichten.

Also, auf bald und liebste Grüße,

Kathrin

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Stoffdiät 2017 – Juli Update

Küstensocke ruft gerade wieder zum Stoffdiät-Update auf. Ich tue mich schwer, denn meine Bilanz der letzten zwei Monate gefällt mir nicht. Aber dafür ist so eine Gemeinschaftsaktion ja auch da, dass nicht nur berichtet wird, wenn es gut läuft, sondern man sich auch Mut zusprechen kann, wenn es nicht so gut läuft.

Also, genäht habe ich leider unglaublich wenig.

Weil ich gerade so schön im Plaintain-T-shirt-Fieber (Deer and Doe) war, gab es noch im Mai eine etwas interessantere Version kombiniert mit dem schönen Pünktchenstoff – Stoffverbrauch: 0,85 m. Zugeschnitten und angefangen habe ich einen Rock nach Simplicity 7498. Der ist noch nicht fertig, aber im werden und wird deswegen auch schon mal verbucht mit 0,75 m. Soweit so gut. Im Mai und im Juni knabberte der Endspurt auf der Arbeit und zwei Urlaubswochen an meiner Nähzeit. Mehr war also nicht drin.

Was aber die Bilanz richtig runterzieht ist mein Stoffkauf. Ich hatte es beim letzten Mal schon angedeutet, bei mir ist gerade ein Jobwechsel angesagt und somit bin gerade auf der Suche nach einem neuen Job und sobald ich den gefunden habe (z. T. natürlich auch schon vorher für Vorstellungsgespräche) brauche ich bürotaugliche Kleidung. Dafür bot das Stofflager wenig. Eine Großbestellung und ein Stoffladenbesuch später ist mein Fundus um 10,8 m angewachsen. Dafür gibt es jetzt passenden Stoff für min. 2 Blazer, 1 Hose, 2 Röcke, 1 Bluse, 2 Shirts und 1 Marie-Jacke (die letzten beiden sind nicht unbedingt bürotauglich, aber wenn man schon mal am bestellen ist…).

Das reicht bei weitem nicht aus für eine volle Bürogarderobe, aber die von mir ausgesuchten Schnitte sind alle noch nicht erprobt. Ich werde also erstmal einiges an Zeit auf die Anpassung der Schnitte verwenden müssen und dann kann ich immer nochmal weiter sehen. Die Schnitte stelle ich bald in einem gesonderten Post vor. Ich werde sie mir plotten lassen, da ich wenig Lust verspüre so umfangreiche Projekte aus den PDF-Schnittmustern selber zusammenzukleben.

Also, summa summarum ein Zuwachs von 9,2 m. Das ist vor allem deswegen ärgerlich, da es sogar mehr ist, als ich bis jetzt dieses Jahr verbraucht habe. Na ja, ich hoffe darauf in den nächsten Wochen einiges an Zeit zum nähen zu haben und dann kann ich hoffentlich das Meiste schnell verbrauchen. Mit dem beruflichen Wechsel ist es ja auch gerade eine Ausnahmesituation.

Bei Frau Küstensocke wird gefragt nach einer Strategie gegen die Rückfallgefahr. Da scheine ich zwar augescheinlich bei meiner Bilanz ein schlechter Ratgeber zu sein, aber von Januar bis Mai war ich ja wirklich eisern. Meine Strategie war die folgende: Zuerst die Stoffladenbesuche reduzieren! Keine spontaten eigentlich-brauche-ich-ja-nichts-habe-aber-noch-Zeit-also-schaue-ich-mal-rein-Besuche. Wenn Stoffladen, dann mit einem Einkaufszettel und von diesem möglichst nicht abweichen. Sollte dann doch einen dann doch etwas anspringen: 1. Frage: Brauche ich das wirklich? Manchmal erlischt der Wunsch dann schon, wenn man sich erinnert, dass man zwei andere ähnliche Stoffe schon zuhause im Lager und noch nicht vernäht hat oder man weiß, dass man daraus ein leichtes Webstoffoberteil machen würde, aber davon schlummern eh schon zuviele im Schrank. Ist der Wunsch immer noch da, kommt Frage Nr. 2: Habe ich schon lange nach so einem Stoff gesucht und ihn jetzt endlich gefunden? Ist auch hier die Antwort nein, kommt Frage Nr. 3: Ist der Stoff so besonders, dass er mich dazu bringen wird meine bisherigen Nähpläne umzuschmeißen und ihn möglichst bald zu vernähen? Und bei dieser Antwort sollte man sehr ehrlich zu sich selber sein. Denn meist lautet sie bei mir nein. Meist habe ich gute Gründe für meine nächsten Nähpläne und da muss schon ein wirklich toller Stoff dazwischenkommen um diese umzuschmeißen. Also, wenn die Antwort nein ist, dann einfach weitergehen. Bei jedem der Stoffe, die ich im Juni neu gekauft habe, lautet eine der Antworten auf die Fragen ja. Deswegen durften sie mit. Die Monate davor hat keiner der Stoffe, die mich in Versuchung geführt hatten, meine 3-Fragen-Prüfung bestanden. Vielleicht hilft das ja auch dem ein oder anderen.

Ich schaue jetzt auf jeden Fall hier bei Frau Küstensocke wie es meinen Mitstreiterinnen so geht und dann sollte ich mal meine Plotterbestellung abschicken, damit ich das Projekt “Bürogarderobe” in Angriff nehmen kann.

Liebe Grüße,

Kathrin

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Stoffdiät 2017 – Mai Update

Es ist mal wieder Zeit für ein Stoffdiät-Update. Im Mai sind die vorgeschlagenen Themen Schnittmuster/Projekte mit hohem Stoffverbrauch, Tipps und Tricks. Aber erstmal mein Zwischenstand.

Genäht und damit verbraucht: zwei Mal mein perfekt auf mich angepasster Lieblings-T-Shirt Schnitt “Plaintain T-Shirt” von Deer and Doe (1 x dunkelroter Jersey mit Elasthan, 1 x schokobrauner Bio-Baumwolljersey -> 2 x 0,9 m), der verflixte gelbe Cardigan aus der La Maison Victor (curryfarbener Interlock 1,2 m) und dann, etwas Schnelles und Einfaches zur Aufmunterung nach dem Ärger mit dem Cardigan, das Sweatshirt “Amy” von Pattydoo (auberginefarbener Interlock 1,3 m).

Wie man unschwer erkennen kann, ist das Sweatshirt noch nicht ganz fertig. Es fehlen noch die Säume und auf dem Foto ist die Stickerei auch noch nicht ganz fertig. Die habe ich aber gestern Abend noch fertig gestellt, im Laufe der Woche kommen dann noch die Säume dran. Es war mir ohne alles ein bisschen zu langweilig und da ich für die Säume eh noch farblich richtig gut passendes Garn kaufen musste (bei den inneren Nähten kann man da ja noch ein bisschen schummeln), habe ich mich an die Pusteblumen-Stickerei gemacht.

Ohne Fotos ein “Regenbogenbody” von Schnabelina für ein frisch gebackenes Elternpaar bzw. deren zuckersüßen Sprößling und vier Probe-Pantys. Da ich da mit der Passform auch immer unzufrieden bin, mache ich gerade den “Mini-Course: Design your own panty” von Merckwaerdigh und habe in dem Zuge vier Probenmodelle produziert. Ich hoffe nach der nächsten Änderung habe ich es geschafft und kann “in Produktion” gehen. Das alles habe ich aus Resten fabriziert, also kann ich den Verbrauch nicht genau benennen, ich würde es aber schon auf 0,6 m schätzen.

Damit habe ich 4,9 m im April und Mai verbraucht. Beim Kaufen war ich eisern: Kein Zuwachs in diesen zwei Monaten. Leider stelle ich gerade fest, dass ich die Inventur zwar zu Ende gemacht habe, also alles fein in mein Büchlein eingetragen habe, dann aber nicht nochmal zusammen gerechnet habe. Muss also mein aktuellen Stand hier noch nachtragen.

So, Schnittmuster/Projekte mit hohem Stoffverbrauch… Es war recht oberteillastig bei mir in letzter Zeit, deswegen sind meine Tipps ebenfalls aus dieser Kategorie. Wer es etwas oversizig mag, dem lege ich “Vanilla” von Wafflepatterns ans Herz.

Das hatte ich ja letztes Mal schon gezeigt. Es sieht am Bügel etwas sonderbar aus (Tragefotos kommen noch, die neue Kamera ist endlich da!), ist getragen aber richtig schön und man kann, wenn der Stoff keine Überbreite hat, locker 1,8 m verbraten. Dies ist ausnahmsweise mal ein Oversize-Oberteil, dass auch an mir gut funktioniert.

Tipp Nr. 2 habe ich schon Anfang letzten Jahres mal gezeigt: “Marie” von StyleARC.

Damals war das ein Probeteil, was sich aufgrund des Stoffes als nicht tragbar erwiesen hat, aber es ist ein tolles Jäckchen und es wird sicher bald eine tragbare Version davon geben. Angegebener Stoffverbrauch: 2.5 m. Ob ich wirklich ganz so viel gebraucht habe, weiß ich nicht mehr genau (meistens quetsche ich ein bisschen und dann lässt sich noch was rausholen), aber da die Jacke im Vorderteil gedoppelt wird, kommt da einfach einiges zusammen. Ich kann den Schnitt wirklich wärmstens empfehlen und auf Etsy gibt es die StyleARC-Schnitte auch als Download und auf Amazon als Papierschnitte.

Leider habe ich ein Problem mit meinen Tipps: Sie helfen mir nicht. Warum? Weil ich bei den meisten meiner Stoffeinkäufe zwar keinen besonderen Schnitt im Kopf habe, aber zumindest: Das wird ein langärmeliger Pulli oder sowas. Dementsprechend kaufe ich ein. Jetzt habe ich schon noch einige schöne Schätzchen im Stoffschrank, die sich für meine beiden Stofffresser eignen würden, aber einfach nicht genug davon. Deswegen hatte ich mich jetzt erstmal auf einfache Shirts verlegt. Die gehen schnell, fehlten eh im Kleiderschrank und so kann man dann doch auch gut Stoff abbauen.

Ein Shirt mit Dreiviertel-Ärmel ist noch in Planung und dann muss ich erstmal schauen was evtl. noch für den Urlaub im Juni fehlt. Und ein paar Babysachen für eine liebe Freundin müssen auch noch her. Danach werde ich langsam anfangen müssen mich an ein paar bürotaugliche Sachen zu machen, damit ich gewappnet bin. Mein Vertrag läuft im Juni aus und noch ist kein Job in Sicht, aber manchmal kann es ja doch schnell gehen und ich besitze momentan wirklich nur sehr wenige bürotaugliche Kleidungsstücke. Da werde ich dann ums Stoffe kaufen nicht wirklich drum herum kommen. Viel Taugliches und vor allem in ausreichenden Mengen ist da nicht im Fundus.

So, ich geh jetzt mal schauen ob ich bei meinen Mitstreiterinnen bei der Stoffdiät noch ein paar gute Tipps finde.

Liebe Grüße,

Kathrin

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Der verflixte (gelbe) Cardigan

Bei der Aktion 12 Colours of Handmade Fashion im April organisiert von der lieben Selmin von Tweed & Greet geht es um die Farbe Gelb.

Bevor ich auf mein Nähprojekt eingehe, ein paar Gedanken zur Farbe Gelb in meinem Kleiderschrank. Ich habe gelb an sich schon vor ewigen Jahren (es muss irgendwann im frühen Teenageralter gewesen sein), aus meinem Kleiderschrank verbannt. Steht mir nicht, hatte ich festgestellt. Es zog dann noch mal ein hellgelbes T-Shirt bei mir ein, dass seine Daseins-Berechtigung nur durch einen enorm süßen Print auf der Vorderseite bekam, aber alles in allem war meine Meinung: Steht mir nicht, wem steht schon gelb? Damals hatte ich noch nie etwas von Farbtypen gehört, deswegen reichte mir diese Erkenntnis und ich stellte sie nicht in Frage. Ein paar Jahre später kam eine Zeit, da war die Farbe curry bzw. senfgelb in Mode. Es gab unglaublich viele senffarbene Strickjäckchen und ich fand das sehr hübsch. Habe ich damals aber nicht gekauft, denn ich war ja überzeugt, dass ich damit grässlich aussehen würde. Die waren ja gelb. Wieder ein paar Jahre später machte ich eine Farbberatung und fand raus, dass ich ein Herbsttyp bin. Das bedeutete dann tatsächlich: Mir steht Gelb! Es muss halt das richtige Gelb sein. Die Farbe senf bzw. curry: Läuft! Ich bestellte darauf im Überschwang direkt ein paar Jerseys und Interlocks um meine Garderobe herbstlich aufzuwerten. Aber der schöne gelbe Interlock blieb im Schrank. Zu tief schien die Abneigung/Abwehrhaltung gegenüber gelb zu sitzen. Ich wagte mich erstmal an die sicheren Farben: dunkelrot, lila, petrol. Die gab es schon vorher im Schrank, damit war ich safe. Aber dank Selmin habe ich mich getraut: Ich besitze jetzt einen gelben Cardigan. Ich glaube, gekauft habe ich die Farbe als Curry, aber meist ist das dann eher so ein leicht schmutziges gedämpftes Gelb. Dies hier ist eher leuchtend, so wie pures Kurkuma. Passt aber trotzdem in mein herbstliches Farbschema. Soweit, sogut, Danke an Selmin für den Anstoß!

ABER ich war selten so unzufrieden mit etwas das ich genäht habe. Keineswegs wegen der Farbe! Ich finde sie steht mir gut, aber… Na ja, seht selbst. Es ist der Cardigan Faye aus der La Maison Victor (Ausgabe 2, März/April 2016). Das ist jetzt schon die fertige Version nach etlichen Anpassungen (siehe weiter unten). Davon abgesehen, dass die Knopfleiste unten gerne zur einen Seite verrutscht (eigentlich ist sie schön gerade, ich weiß nicht genau warum), macht mich das Jäckchen echt dick bzw. ich finde es macht mir sowas wie einen A- bzw. Birnen-Figurtyp, dabei bin ich das nicht. Ich bin eher ein H-Typ. Egal, so gefällt es mir auf jeden Fall nicht. Vielleicht offen getragen?Hmm, weiß nicht. Auch nicht besser. Aber wie kam es denn jetzt zu dem Drama? Ich weiß nicht genau warum, aber weil ich in meinem Kopf bis jetzt gute Erfahrungen mit den La Maison Victor-Größen gemacht hatte, traute ich den Größenangaben und pauste eine Gr. 40 ab. In den Schultern verschmälert auf eine 38, weil sich das im letzten Jahr fast immer als gute Idee erwiesen hat. Schauen wir nun nicht auf meine gefühlte, sondern die wirkliche Erfahrung mit den La Maison Victor-Größen: ein Jeansrock (passte gut, aber es ist kein Oberteil, sagt also nichts aus für einen Cardigan), ein Mantel (sollte Oversize sein, sieht an mir aus wie ein Sack, schob ich im Kopf darauf, dass Oversize halt nichts für mich ist). Also, klassischer Selbstbetrug. Ich ging aber fleißig ans Werk, schnitt zu, begann zu nähen. Habe nicht nochmal am Kleidungsstück nachgemessen und mich 1 zu 1 an die Anleitung gehalten, also am Halsausschnitt nach der Schrägbandverarbeitung beherzt die Nahtzugabe gekürzt. Erste Anprobe: Katastrophe!

Ihr seht es links (noch ohne Bündchen und Knopflöcher): Es war ein unförmiger Sack! Meine Puppe hat eine Kleidergröße weniger als ich, deswegen an der Puppe noch etwas schlimmer. Vergleicht man die Bilder in der Zeitschrift: Ja, leger war sie auch hier, die Faye, aber nicht so! Ich habe so gut es geht enger gemacht und dabei an den Seiten bis zu 2 cm rausgenommen. Das sind 8 cm Umfang! Die Ärmel musste ich um lockere 9 cm kürzen. Das nächste Problem: der Ausschnitt. Hier sollte der dehnbare Stoff (in der Zeitschrift leichter Strickstoff) mit einem Schrägband verstürzt werden. Gesagt, getan.

Es stand furchtbar ab. Ich weiß auch nicht, ob mir die Verarbeitung überhaupt so zusagt. Ein Beleg wäre doch sicher eine bessere Lösung… Naja, an meiner Erna sieht es nicht ganz so gravierend aus, wie an mir. Da ich die Nahtzugabe schon so schön zurückgeschnitten hatte, war der Rettungsversuch eine Friemelei. Ich schaffte es mit Mühe und Not per Hand das Ganze an der vorderen Naht etwas einzuhalten, sodass es nicht mehr so ganz doll absteht. Puh! Alles in allem habe ich mich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Für das braune Schrägband hätte ich als Unterfaden ruhig auch braun nehmen können, damit es von innen netter aussieht. Und die Knopflöcher waren ein eigenes Drama für sich. Beim Original waren annähbare Druckknöpfe vorgesehen. Das gefiel mir nicht, besser richtige Knöpfe dachte ich. Einige Knopflöcher nähte ich 4 Mal. Ich dachte das Ripsband würde es stabil genug machen, damit das gut ginge. Das war aber so schmal, dass ich unter meinem automatischen Knopflochfuß kaum etwas sah, von wegen gerade nähen und so. Und die vielen Stofflagen am unteren Bündchen brachten die Automatik durcheinander. Und auch hier, hätte ich von innen auf beige umsteigen können. Zu den Knöpfen: Es sind geerbte Perlmutt-Knöpfe. Mein Bruder sagt, es gibt gutes Retro und schlechtes Retro. Das sei schlechtes Retro… Puh…

Wenn etwas Gras über die Sache gewachsen ist, setze ich mich vielleicht nochmal hin und versuche die Paßform noch ein bisschen besser zu machen. Aber noch nicht jetzt. Jetzt bin ich noch zu sehr frustriert.

Schuld an dem Dilemma bin vor allem ich selbst. Aber dem Schnitt gebe ich auch keine weitere Chance. Ich weiß, was ich jetzt ändern müsste, aber das ist so viel, dass es mir einfacher erscheint mir einen anderen zu suchen. Doch ich trauere meinem schönen Stoff nach… Diese Farbe kriegt man leider nicht so einfach. Wie oben schön erwähnt, was als senffarben bezeichnet ist, hat oft so einen gedämpften, schlammigen Unterton und ist nicht so schön leuchtend wie dieser Stoff. Ich hoffe, ich finde bald nochmal etwas ähnliches. Jetzt wo ich gerade herausgefunden habe, dass ich die Farbe für mich so mag.

Entschuldigt, meinen ewig langen Post. Aber dieses gelbe Projekt war ein sehr emotionales… Was die anderen zur Farbe Gelb bei den 12 Colours of Handmade Fashion beizutragen haben, sammelt Selmin hier. Nochmal danke für diese schöne Aktion!

Alles Liebe,

Kathrin

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